Ärzte verschreiben weniger Antibiotika

Häufiger Antibiotika-Einsatz führt zu mehr Resistenzen

In Deutschland verschreiben die Kinder- und Hausärzte weniger Antibiotika. Warum das eine sehr gute Nachricht ist, erklärt die trimeda-Redaktion.

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Ärzte verschreiben deutlich weniger Antibiotika, was gut für die Patienten ist.

 

Bei sehr vielen Krankheiten ist Antibiotika das Mittel der Wahl. Denn es hilft schnell und kann bei richtiger Einnahme innerhalb kürzester Zeit die Krankheit völlig auslöschen. Egal ob Erkältung oder Infekt: Einfach beim Arzt des Vertrauens ein Antibiotika-Rezept abholen und schon ist Heilung in Sicht.

Doch in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Antibiotika-Verschreibungen in Deutschland rückläufig. Und das ist auch gut so. Das zeigt eine Studie des Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI).

 

Antibiotika sollten nicht zu häufig verschrieben werden

Denn viel zu oft sucht der Mensch sich den einfach Weg und kuriert einen grippalen Infekt nicht im Bett aus. Lieber werden Antibiotika genommen, um schnellstmöglich an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Dabei sollen Antibiotika vor allem bei den wirklich schlimmen Krankheiten zum Einsatz kommen. Etwa bei einer Lungeninfektionen – hier hat das Medikament geholfen, die Sterblichkeit deutlich zu senken.

Durch die häufige Verschreibung und den Einsatz in der Tierzucht sind viele Keime mittlerweile resistent gegen die regulären Antibiotika. In vielen gesundheitlichen Einrichtungen gibt es sogar multiresistente Keime, die eine Behandlung des Patienten deutlich erschweren.

 

 

Reserveantibiotika nur selten benutzen

Als letzte Alternative gibt es hier oft nur noch die sogenannten „Reserveantibiotika“. Doch werden diese ebenfalls zu häufig eingesetzt, bilden die Keime auch gegen diese Form der Medikation eine Resistenz aus. Die Gefahr, dass manche Krankheiten kaum noch behandelt werden können, steigt von Tag zu Tag.

Vor allem die Kinderärzte haben in den letzten Jahren deutlich weniger Antibiotika verschrieben. Am häufigsten kommen Antibiotika bei Kindern gegen Scharlach zum Einsatz. Hier hat sich die Verschreibungsrate nicht verändert.

Bedenklich aus der Sicht des ZIs ist allerdings, dass ein bestimmtes Antibiotikum, dass zur Reserve-Gruppe gehört, von den Medizinern deutlich häufiger eingesetzt wird. Es hat ein besonders breites Wirkungsspektrum und ist deshalb bei den Ärzten beliebt. Doch durch die häufige Verschreibung entsteht wieder die Gefahr der resistenten Keime.

 

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