Alkohol

Über die Gefahren der gesellschaftlich akzeptierten Droge

Alkohol gehört in unsere Gesellschaft. Ob das sogenannte Feierabendbier, das Glas Rotwein am Kamin, der Weißwein zum Fisch oder der Sekt zu besonderen Anlässen: Alkohol ist heute fest eingebunden in unseren Alltag. Und doch ist Alkohol eine gefährliche Droge, die süchtig macht und schwere Folgeerkrankungen auslösen kann.

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Schnaps- und Likörflaschen in einer Bar. Alkohol ist eine legale Droge, die jedoch sehr gefährlich ist, denn auch Alkohol macht abhängig.

 

Alkohol ist ein legales Rauschmittel. Nach Rauchen und Bluthochdruck birgt Alkohol das drittgrößte Risiko. Etwa 42.000 Menschen sterben jedes Jahr durch Alkoholmissbrauch. 2011 hat jeder Deutsche durchschnittlich 136,9 Liter Alkohol (Bier, Wein, Schnaps) getrunken, so die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm. Von einer Alkoholsucht spricht man auch, wenn man regelmäßig Bier oder Wein trinkt. Das kommt häufig vor, denn bereits jeder Zehnte trinkt täglich Alkohol. Bei den Männern trinkt jeder Siebente täglich Alkohol, das sogenannte Feierabendbier.

 

Wie Alkohol wirkt

Über Speiseröhre und Magen gerät Alkohol in den Dünndarm und von dort ins Blut. Wie schnell das passiert, hängt davon ab, wie viel Sie gegessen haben. Alkohol wird über die Blutbahnen im Körper verteilt und geht vor allem auch ins Gehirn, wo es unsere Sinne beeinflusst – meist negativ. Wie schnell das geht und wie stark der Alkohol bei einem wirkt, hängt ab von der Verfassung, der Psyche und davon, wie häufig man Alkohol trinkt.

Alkoholkonsum ist schlimmer als viele denken. Sie kennen das vielleicht: Alkohol wirkt anregend, macht weniger ängstlich. Man fühlt sich selbstbewusst, traut sich mehr. Mit jedem Glas Bier oder Wein verliert man die Hemmungen, mehr und mehr zu trinken. Auch bei geringen Mengen lässt die Konzentration nach, die eigene Wahrnehmung sinkt, die Koordination ist gestört, Sprache und Sehvermögen sind beeinträchtigt. In höheren Dosen macht Alkohol viele aggressiv oder gereizt. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Alkoholvergiftung, der Betroffene fällt ins Koma oder stirbt – bereits bei etwa 3 Promille im Blut.

 

Alkohol ist Gift

Alkohol ist stets ein Fremdkörper, egal wie viel wir trinken. Als Zellgift schädigt purer Alkohol (Ethanol) den Schließmuskel im Magen, der die Magensäure im Magen hält. Wenn der Schließmuskel nicht mehr richtig arbeitet, kann die Magensäure aus dem Magen in die Speiseröhre fließen. Das führt nicht nur zu Sodbrennen, sondern kann dauerhaft das Krebsrisiko erhöhen. Schlimmer wird es, wenn die Magenschleimhaut durch den Alkohol so angegriffen wird, dass sie sich auflöst, sodass sich der Magen selbst verdaut. Das führt zu Magengeschwüren und schlimmstenfalls zu Magenkrebs.

Die Verdauungssäfte können zudem aus der Bauchspeicheldrüse nicht mehr abfließen, sodass es zu Bauchspeicheldrüsenkrebs kommt. Auch Darmkrebs kann durch übermäßigen Alkoholgenuss entstehen. Wird die Darmwand durch den Alkohol beschädigt, arbeitet die Verdauung langsamer, der Darminhalt verlässt den Körper erst sehr spät.

Zu viel Alkohol im Körper führt zu ernsthaften Leberschäden. Die Leber ist zuständig für die Entgiftung des Körpers. Sie baut Fette ab sowie andere Giftstoffe. Ist Alkohol im Körper, wird zuerst dieser abgebaut, Fette und Giftstoffe führen dann zu hohen Cholesterinwerten oder zu Verfettungen, möglich ist sogar Leberkrebs.

Alkohol führt nach einiger Zeit zu Gefäßverkalkungen, weil sich der Blutdruck durch den Alkohol im Körper erhöht. Bei Frauen steigt der Östrogenspiegel, das Brustkrebsrisiko steigt. Bei Männern kann sich eine weibliche Brust bilden. Alkohol begünstigt auch Herz-Rhythmus-Störungen und führt zu Diabetes-Typ 2, eine chronische Stoffwechselkrankheit, die Nierenschäden hervorrufen kann sowie Erektionsstörungen, Netzhautschäden, Schlaganfälle und Herzinfarkte.

 

 

Alkoholsucht behandeln

Alkoholsucht ist eine ernstzunehmende Krankheit, die viele nicht allein besiegen können. Die Abhängigkeit bleibt häufig unerkannt, denn man gesteht sich selbst nicht ein, dass man abhängig ist vom Alkohol. Meist fällt es Freunden und Verwandten zuerst auf, dass der Betroffene alkoholkrank ist. Reagiert dieser gereizt oder gar böse, wenn man ihn darauf anspricht, ist das ein Zeichen, dass man selbst noch gar nicht wahrnimmt, dass die Sucht einen gefangen fällt. Alkohol gehört dann zum Leben, bestimmten Aufgaben fühlt man sich nur gewachsen, wenn man trinkt. Wer es nicht schafft, länger als vier Wochen auf Alkohol zu verzichten, ist bereits süchtig, auch wenn man noch nicht von einer Alkoholkrankheit sprechen kann.

Wer alkoholsüchtig ist, braucht professionelle Hilfe vom Arzt. Zunächst ist es wichtig, dass der Betroffene sein Problem erkennt und sich eingesteht, dass er ein Alkoholproblem hat. Je eher ein Arzt aufgesucht wird, desto besser ist die Chance, vom Alkohol loszukommen.

Am Anfang einer Therapie steht die Entgiftung und der Entzug, die meist im Krankenhaus stattfinden. Der körperliche Entzug dauert etwa zwei Wochen, die Entgiftung des Körpers wird beim Entzug unterstützt durch Psychotherapeuten, damit der Patient nicht rückfällig wird. Die Entzugserscheinungen, die nach 4-12 Stunden auftreten, werden mit Medikamenten behandelt. Am schlimmsten wird es für die Patienten nach zwei Tagen, nach weiteren fünf Tagen wird es besser. Zu den Entzugserscheinungen gehören Unwohlsein, Magenschmerzen, Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit, Schwitzen, Kopfschmerzen, Sprachstörungen, Krämpfe, bis hin zu Angst, Unruhe, Schlaflosigkeit, Aggressionen und Halluzinationen.

Nach der Entgiftung und dem Entzug kommt die Entwöhnung, die etwa ein halbes Jahr dauert. Meist muss der Betroffene in eine Fachklinik, möglich ist jedoch eine teilstationäre oder ambulante Entwöhnung. Die Entwöhnung kann unterstützt werden durch Medikamente und durch eine Psychotherapie. Sie soll den Patienten einen neuen Einstieg ins Leben ermöglichen. In Einzel- oder Gruppengesprächen soll der Betroffene lernen, mit seiner Situation umzugehen. Er lernt, wie er sich vor einem Rückfall schützen kann, indem er Selbstkontrolle und Selbstsicherheit übt und Strategien zur Problembewältigung lernt.

Eine Selbsthilfegruppe für Alkoholkranke sind die Anonymen Alkoholiker. Sie gehen davon aus, dass ein Trinker immer gefährdet ist und sein Leben lang ein Trinker bleibt. In der Gruppe der soll Betroffene langsam lernen, mithilfe eines 12-Stufen-Programms, von der Alkoholsucht loszukommen. Aufgenommen werden tatsächlich nur Trinker, also keine gesunden Menschen.

 

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