Aluminiumchlorid in Antitranspirantien

Augen auf beim Deokauf!

Es ist wieder soweit: Der Sommer ist da! Bei der Hitze darf neben Sonnencreme eins natürlich nicht fehlen: Das Deo. Gerade bei diesen Temperaturen schwitzen wir besonders stark und machen uns vermehrt Gedanken zum Körpergeruch und damit zur Körperhygiene. Dabei lohnt es sich, einen genaueren Blick auf die verwendeten Produkte zu werfen, denn leider können Deos schädigende Inhaltsstoffe enthalten.

© musthaqsms / pixabay.com

Deodorants mit Aluminiumchlorid sind nicht unumstritten. Verzichten Sie besser darauf! Achten Sie daher beim Kauf auf die Inhaltsstoffe und wählen Sie eine Alternative.

 

Wie funktioniert ein Deodorant?

Deos können auf drei verschiedene Arten wirken: Durch Duftstoffe überdecken sie den Geruch, bekämpfen durch antimikrobielle Stoffe geruchsbildende Mikroorganismen oder reduzieren die Schweißabsonderung durch Verengung der Schweißdrüsen. Deos, die auf den letzten Mechanismus zurückgreifen, nennt man Antitranspirantien, und genau diese wollen wir uns einmal genauer anschauen.

 

Antitranspirantien enthalten Aluminiumchlorid

Die Verengung bzw. Verstopfung der Schweißdrüsen erfolgt durch einen bestimmten Inhaltsstoff: Aluminiumchlorid. Aluminiumchlorid kann die Schweißabgabe um bis zu 60 % senken, ohne dabei  die Temperaturregulation des Körpers zu behindern. Was zunächst nach einer guten Lösung für das Schwitzproblem klingt, hat jedoch auch große Nachteile:

Aluminiumchlorid kann die Haut austrocknen und reizen, so dass lokale Rötungen, Jucken und Brennen möglich sind. Vor allem frisch rasierte Haut ist oftmals betroffen, da hier die Aufnahme über die sowieso schon gereizte Haut erleichtert wird. In seltenen Fällen kann es zu Bildungen von Ekzemen und einer dauerhaften allergischen Reaktion kommen. Mittlerweile enthalten einige Präparate daher Lotionen, die der reizenden Wirkung des Aluminiumchlorids entgegen wirken und die Haut pflegen. Ist damit die schädigende Wirkung des Aluminiumchlorids also aufgehoben?

 

Aluminiumchlorid als Risikofaktor für Brustkrebs und Alzheimer

Leider nicht. Aluminiumchlorid ist nämlich ein Nervengift und kann die DNA schädigen. Verschiedene Studien bringen Aluminiumchlorid mit der Entstehung von Brustkrebs und Alzheimer in Verbindung.

Forscher aus England, die den Zusammenhang zwischen Brustkrebs und Aluminiumchlorid untersuchten, fanden in von Krebs befallenen Gewebeproben aus der Brust eine erhöhte Aluminiumkonzentration und schlossen daraus, dass Brustkrebs durch die Aufnahme von Aluminiumchlorid aus Kosmetika begünstigt wird. Eine mögliche Erklärung wäre, dass Aluminiumchlorid die Aktivität der Östrogen-Rezeptoren erhöht. Östrogen bewirkt das Wachsen von Brustzellen. Ein gesteigerter Östrogenspiegel begünstigt damit auch das Wachsen von Krebszellen in der Brust. Bisher konnte jedoch keine Studie eine eindeutige Verbindung zwischen Aluminiumchlorid und Brustkrebs beweisen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und internationale Krebsverbände gaben daher 2010 offiziell Entwarnung. Dennoch wird Aluminiumchlorid weiterhin als Risikofaktor im Auge behalten. 2014 bezeichnete der BfR die Beweislage als widersprüchlich und räumte ein, dass die vorliegenden Daten nicht ausreichen würden, um das Risiko für den Menschen abschätzen zu können.

Ähnlich sieht es mit Alzheimer aus: Aluminium kann die Blut-Hirn-Schranke passieren und ins Gehirn gelangen. Bereits seit den 70er Jahren wird vermutet, dass Aluminium ein Risikofaktor für die Entstehung von Alzheimer sein könnte. Eine Studie befand, dass in Gebieten, in denen das Trinkwasser mit Aluminiumverbindungen gereinigt wird, die Quote der Alzheimer-Erkrankungen signifikant erhöht ist. 1980 wurden in durch Alzheimer zerstörten Gehirnzellen erhöhte Aluminiumkonzentration gefunden; spätere Studien widerlegten jedoch wieder den Zusammenhang zwischen dem Metall und Alzheimer. Auch hier ist die Beweislage also mehr als widersprüchlich und ungenügend.

 

Aluminiumgehalt durch Antitranspirantien höher als EU-Vorgaben erlauben

Wie lässt sich Aluminiumchlorid als Risikofaktor also bewerten? Auch wenn ein kausaler  Zusammenhang mit Alzheimer und Brustkrebs noch nicht eindeutig bewiesen wurde, steht fest, dass hohe Dosen Aluminium eine toxische Wirkung auf das menschliche Nervensystem haben.

Laut einer aktuellen Stellungnahme des BfR nehmen Verbraucher durch Antitranspirantien viel mehr Aluminium auf, als EU-Vorgaben erlauben – bereits durch tägliche Rasur der Achseln und Verwendung eines Antitranspirants wird der als unbedenklich angenommene Grenzwert von 8,6 Mikrogramm überschritten. Auch andere Kosmetika können Aluminiumchlorid enthalten, etwa Lidschatten, Sonnenschutzmittel und Zahnpasta, so dass die tägliche Dosis noch weiter erhöht wird, und auch über die Nahrung wird Aluminium aufgenommen.

Es ist also durchaus zu empfehlen, die Aluminiumaufnahme durch Verzicht auf Antitranspirantien zu reduzieren und so mögliche Gesundheitsrisiken zu vermeiden. Die Seite www.deoohnealuminium.de bietet eine Liste mit aluminiumfreien Deos an, die eine gute Alternative bieten.

 

Von: Palma Fritmann, online gestellt durch Johanna

 

Disclaimer
Die Beiträge von gesundheit-information.de enthalten lediglich Hinweise. Nutzen Sie die Beiträge und Informationen nicht zur Selbstbehandlung. Sie ersetzen keineswegs einen Arztbesuch. Ihre speziellen Fragen können wir leider nicht beantworten.