Ameisen im Haus: Wie Sie die Krabbler richtig bekämpfen

So werden Sie die Vorratsschädlinge wieder los

Nach dem langen Winter freuen sich alle auf den Frühling. Es wird endlich mal richtig durchgelüftet. In vielen Haushalten beginnt man mit dem Frühjahrsputz, sodass Türen und Fenster offen stehen. Doch mit dem Einzug des Frühlings kommen auch ein paar lästige Krabbler in Fahrt: Ameisen. Sie nutzen die neue Offenheit und finden zielsicher den Weg ins Haus bzw. die Wohnung. Was sie anzieht? Die Nahrungsmittel und Vorratskammern des Menschen. Die trimeda-Redaktion hat ein paar Tipps und Tricks zusammengestellt, mit denen Sie die Ameisen im Haus schnell wieder loswerden.

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Eine Ameisenstraße entsteht aufgrund von Duftspuren der Späherameisen. Dieses Wissen lässt sich zur Bekämpfung der Ameisen im eigenen Zuhause einsetzen, indem die Duftspuren mit stärkeren Düften wie Teebaumöl überdeckt werden.

 

Ameisen wichtig für Ökosysteme

Ameisen sind eigentlich Nützlinge. Ihre Bauten besitzen ein weitläufiges Gangsystem, das so den Boden auflockert. Ein lockerer Boden wiederum sorgt für ein üppiges Wurzel- und damit Pflanzenwachstum. Außerdem sind die Insekten emsig damit beschäftigt, Nahrung in den Bau zu schaffen. Diese Biomasse ist ein hervorragender, natürlicher Dünger. Soweit, so gut.

Im Garten und auf der Wiese hat in der Regel niemand etwas gegen Ameisen. Doch das Zuhause – sprich Küche, Bad und Wohnzimmer – möchte man nicht unbedingt mit ihnen teilen. Zum Glück richten Ameisen an Gebäuden keine direkten Schäden an – im Gegensatz zu Termiten. Die Ameisenbauten können allerdings Gehwegplatten unterhöhlen und so die Trittsicherheit negativ beeinflussen.

Ameisen haben es vielmehr auf die Vorräte in den menschlichen Behausungen abgesehen. Sie gelten daher als Vorratsschädlinge – ähnlich wie Lebensmittelmotten oder Mehlkäfer. Zucker- und eiweißhaltige Lebensmittel üben eine magische Anziehungskraft auf Ameisen aus. Dabei können die Insekten durchaus gefährliche Keime übertragen. Von daher sollten befallene Lebensmittel vorsorglich weggeschmissen werden. Doch auch so können Ameisen für so manch unliebsame Überraschung sorgen. Sie sind beispielsweise schon in elektrische Geräte wie Toaster oder Wasserkocher gekrochen und haben dort einen Kabelbrand ausgelöst.

Die kleinen Krabbler sind außerdem recht wehrhaft. Bisse und Stiche der Ameisen können unangenehm sein. Heimische Ameisenarten sind für Menschen dennoch ungefährlich. Allerdings sollten sich Allergiker in Acht nehmen.

 

Ameisen: Woher kommen sie?

Fachleute bezeichnen die Ameisenbauten als Nester. In der Regel werden diese außerhalb des Hauses angelegt. Hier lieben es Ameisen gerne feuchter und dunkler. Häufig genutzte Verstecke sind Steine, Platten aber auch Wandrisse oder angemorschtes Holz. Für den Ausbau der „Ameisenstraße“ nutzen sie undichte Fenster und Türen, kleine Risse im Mauerwerk oder Wandlücken. Findet eine Ameise den Weg nach innen, hinterlässt sie eine Duftspur. Dieser folgen weitere Ameisen, sodass sich die Markierung immer weiter ausbaut und die Ameisenstraße etabliert. Der Signalduft lockt immer mehr Ameisen zum attraktiven Futterplatz. Dieses Wissen, um die Entstehung von Ameisenstraßen lässt sich nutzen, um Ameisen zunächst ohne chemische Keule zu bekämpfen. Wenn Babys, Schwanger oder Kranke im Haus sind, sollte auf Biozide generell verzichten werden, denn diese bekämpfen nicht nur die Ameisen, sondern haben auch schädliche Wirkungen auf den Menschen sowie die Umwelt.

 

Was kann man zur biologischen Bekämpfung der Ameisen tun?

Zunächst gilt auch hier die alte Weisheit: Der Feind Deines Feindes ist Dein Freund. Fördern Sie daher in Ihrer Umgebung die natürlichen Feinde der Ameisen. Das wären beispielsweise verschiedene Vögel. Hier sind vor allem Spechte wie Grün, Bunt- und Schwarzspecht heiß auf Ameisen. Aber auch Amphibien wie Kröten und Lurche verschmähen die kleinen Krabbler nicht. Spinnen und andere Insekten wie der Tausendfüßler sind ebenfalls gerngesehene Helfer bei der Ameisenbekämpfung. In Südamerika hätte man außerdem noch den Ameisenbär als Verbündeten. Doch diese Tierart gibt es in Mitteleuropa leider nicht.

Damit die Plagegeister nicht ins Haus finden, müssen Ritzen und Fugen verschlossen werden. Dichten Sie außerdem undichte Fenster und Türen ab. Hier kann es durchaus Sinn machen, sich vom Schädlingsbekämpfer oder einem Bausachverständigen beraten zu lassen.

 

 

Tipps & Hausmittel zur Ameisen-Bekämpfung

Umsiedlungsprogramm für Ameisen – 1. Tipp & Hausmittel zur Ameisen-Bekämpfung

Konnten Sie das Ameisennest ausfindig machen, können Sie ein Umsiedlungsprogramm starten. Füllen Sie dazu einen alten, geräumigen Blumentopf mit Erde und Holzwolle. Dieses neue, einladende  Zuhause wird umgekehrt auf das Ameisennest gestellt. Die Ameisen werden innerhalb von ein bis zwei Tagen das Nest umziehen. Sie können den Topf danach mit einem Spaten einfach aufnehmen und weit entfernt vom Haus an einen neuen Ort setzen. Die Ameisen müssen sich zunächst in der neuen Umgebung orientieren und finden vermutlich andere Futterquellen. In der Zwischenzeit haben sich die Duftstoffe, die die Ameisenstraße markieren, verflüchtigt. Ihre Vorräte sind dadurch wieder sicher.

Flutung des Ameisennestes – 2. Tipp & Hausmittel zur Ameisen-Bekämpfung

Ameisen mögen es zwar gerne etwas feuchter. Doch ein dauerhaft unter Wasser gesetzter Bau gefährdet die Existenz des Volkes. Von daher lassen sich Ameisen mit Wasser vertreiben. Sollte sich die Ameisen bei Ihnen im Blumentopf auf der Terrasse oder im Balkonkasten häuslich niedergelassen haben, müssen Sie das Nest nur mehrere Tage hintereinander ordentlich unter Wasser setzen. Die Ameisen werden sich daraufhin eine andere Bleibe suchen. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass es in unmittelbarer Nähe keine neuen, einladenden Verstecke gibt. Einen noch schnelleren Erfolg erzielen Sie mit kochendem Wasser. Dies überlebt keine Ameise aber auch keine Pflanzen.

Ameisen haben eine empfindliche Nase – 3. Tipp & Hausmittel zur Ameisen-Bekämpfung

Ein Tipp aus Omas Trickkiste heißt Wermut-Jauche. Dazu wird frisches oder getrocknetes Wermutkraut mit Wasser angesetzt. Die Brühe muss mindestens 14 Tage gären. Wenn Sie diese Mischung auf den Ameisenbau gießen, werden die Krabbler freiwillig das Weite suchen. Auch ätherische Kräuter wirken abschreckend auf Ameisen. Unterbinden Sie die Duftspur auf den Ameisenstraßen mithilfe stark riechender Kräuter. Hier bieten sich Pfefferminze, Thymian, Zitronenkaut, Wacholderblätter oder Lavendel an. Nach demselben Prinzip funktionieren auch Zitronenschalen, Essig, Teebaumöl oder Zimtpulver. Bitte bedenken Sie, dass die Gerüche im Laufe der Zeit verfliegen und so regelmäßig aufgefrischt werden müssen.

Ziehen Sie einen Strich – 4. Tipp & Hausmittel zur Ameisen-Bekämpfung

Ameisen mögen kein Kreidepulver. Ziehen Sie mit Kreide einen Strich vor Türen oder gleich ums Haus, bleiben die Krabbler draußen. Allerdings kann Wind und Regen die Kreide recht schnell verblasen bzw. auswaschen. Auch hier muss man regelmäßig den „Status quo“ überprüfen und gegebenenfalls erneuern.

Hirschhornsalz ist das bessere Backpulver – 5. Tipp & Hausmittel zur Ameisen-Bekämpfung

Im Internet hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Backpulver den Ameisen der Garaus machen würde. Angeblich platzen die Insekten nach dem Fressen des Backpulvers. Diese Legende ist längst widerlegt. Backpulver tötet keine Ameisen. Allerdings gibt es in der Tat einen Backzusatz, der für Ameisen giftig ist: Hirschhornsalz. Verspeisen die Tiere das Hirschhornsalz, wird für sie giftiges Ammoniak freigesetzt. Mischen Sie daher Hirschhornsalz mit Zucker. Der Zucker dient als Köder, denn er ist unwiderstehlich für Ameisen.

Köderfallen – 6. Tipp & Hausmittel zur Ameisen-Bekämpfung

Der Fachhandel bietet sogenannte Köderfallen an. Sie sollten jedoch der letzte Ausweg in der Ameisenbekämpfung sein, denn hier wird mit einer Kombination aus Lockstoff und Insektizid gearbeitet. Vor allem wenn kleine Kinder im Haus sind, sollte man zunächst alle ungiftigen Methoden ausprobieren. Als Falle der Marke Eigenbau eignen sich Sirups oder Honigwasser. Sie ziehen die Ameisen magisch an. Damit die Falle wirkt und die Insekten zuverlässig ertrinken, muss man die Oberflächenspannung mit einem Tropfen Spülmittel heruntersetzen. Allerdings bekommt man mit einer solchen Ameisenfalle niemals alle Ameisen.

 

Vermeidung von Ameisenbefall

Natürlich gilt auch bei einem Ameisenproblem der Grundsatz: Vorbeugung ist besser als Bekämpfung. Mit ein paar einfachen Regeln werden Ameisen gar nicht erst auf Ihr Zuhause aufmerksam.

Lebensmittel sollten generell trocken, sauber, dunkel und kühl gelagert werden. Vermeiden Sie das Offen-Herumstehen-Lassen. Füllen Sie angebrochene Packungen von Zucker, Mehl und Co. in verschließbare Glas- oder Kunststoffgefäße um. Auch süße Getränke wie Limonade oder Cola sollten nicht offen herumstehen. Man muss nämlich wissen, dass Ameisen im Normalfall Kolonien von Blattläusen halten und dort den Honigtau melken. Süße Getränke sind daher eine willkommene Abwechslung.

Lassen Sie kein benutztes Geschirr herumstehen, sondern räumen Sie es unverzüglich in die Spülmaschine oder spülen Sie es ab. Bringen Sie regelmäßig den Müll nach unten. Sollten Sie befallene Lebensmittel bemerken, entsorgen Sie sie umgehend und wischen Sie die betroffenen Schränke oder Fächer im Anschluss mit Seifenwasser aus. So unterbrechen Sie die „Meldekette“ effektiv.

Hunde- und Katzenbesitzer müssen außerdem akribisch darauf achten, dass keine Reste im Futternapf verbleiben, denn das Tierfutter ist ebenfalls eine Sondereinladung für Ameisen.

 

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