Arzneimittel-Fälschungen: So schützen Sie sich

Skepsis bei vermeintlichen Internet-Schnäppchen angebracht

Arzneimittel lassen sich leicht fälschen. Betrüger scheuen sich nicht, den Markt mit billigen Medikamenten-Fälschungen zu überschwemmen. Doch wie unterscheidet man als Patient das wirkungslose Plagiat vom Original? Die trimeda-Redaktion gibt ein paar Tipps & Antworten.

© frolicsomepl / pixabay.com

Medikamente & Arzneimittel lassen sich leicht fälschen und über das Internet problemlos vertreiben. So verdienen die Fälscher viel Geld und Sie riskieren bei gefälschten Medizinprodukten Ihre Gesundheit. Vertrauen Sie daher nur sicheren Quellen und Vertriebswegen!

 

Der wichtigste und nahe liegendste Tipp kommt gleich zu Anfang: Bestellen Sie nicht bei fragwürdigen Anbietern im Internet, denn hier ist auch die Gefahr von Fälschungen am größten. Schnäppchen kann man nämlich ebenfalls bei Versandapotheken aus Deutschland machen.

Medikamente aus deutschen Apotheken sind sicher. Das verleitet jedoch viele Landsleute dazu, sich keine großartigen Gedanken über die Medikamenten-Sicherheit zu machen, wenn sie im Internet oder im Urlaub Arzneimittel kaufen. Mittlerweile wächst so auch die Gefahr in Deutschland, sodass sogar das Zollkriminalamt Alarm schlägt und warnt: Die Zahl der beschlagnahmten Arzneimittel-Fälschungen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und nimmt ein dramatisches Ausmaß an.

 

Mit gefälschten Medikamenten und Medizinprodukten lässt sich viel Geld verdienen

Mit Medikamenten lässt sich viel Geld verdienen. Nicht zuletzt deswegen stehen gefälschte Arzneimittel bereits heute an Platz 1 aller gefälschten Waren. Besonders beliebt bei den Fälschern sind sogenannte Lifestyle-Medikamente: Sie sollen beispielsweise gegen Impotenz und Haarausfall helfen oder beim Abnehmen unterstützen.

Doch die Gefahr lauert längst auch bei gewöhnlichen Wirkstoffgruppen: Antibiotika, Schmerzmittel, Verhütungsmittel wie die Pille, selbst vor Medikamenten gegen Bluthochdruck schrecken die Fälscher nicht zurück. Herz-Patienten sollten daher wachsam sein. Auch Diabetiker sollten ausschließlich auf Medizinprodukte aus vertrauenswürdigen Quellen setzen und nicht an der falschen Stelle sparen. Mittlerweile gibt es gefälschte Blutzuckerteststreifen, die dann falsche Messwerte anzeigen – eine lebensbedrohliche Gefahr für jeden Zuckerkranken, der ja so seine Insulindosis bestimmt.

 

Da Medikamentenfälschugnen recht einfach sind, wächst die Gefahr mit der Globalisierung

Selbst die „standardisierte“ Vertriebskette über die Apotheken ist längst nicht mehr zu 100 Prozent vor Fälschungen sicher. Schuld an der Misere ist die Globalisierung und deren Risiken bzw. der Druck der Kostenoptimierung. Laut Statistik werden heute 80 Prozent aller Arzneistoffe in China und Indien hergestellt. Der Trend zur Produktionsauslagerung in fremde Länder ist nach wie vor ungebrochen.

Auch die Hersteller im Ausland haben die gleichen Qualitätsanforderungen zu erfüllen. Allerdings ist eine effektive, sprich wirksame, Kontrolle ungleich schwieriger. Experten verwundert es nicht, dass in den letzten Monaten mehrere gefälschte Medikamente sogar in deutschen Apotheken entdeckt wurden.

 

Werden Arzneimittel wie auf dem Jahrmarkt angeboten, seien sie skeptisch

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Medikamenten-Fälschungen: Die einen sind so stümperhaft gemacht, dass man sie recht einfach erkennen kann. Die  anderen imitieren so perfekt das Original, dass selbst Experten bei der Erkennung Probleme haben. Von daher ist eine gesunde Skepsis, vor allem im Internet, sicherlich sehr hilfreich. Nehmen Sie Abstand vom Arzneimittel-Kauf, wenn:

  1. Medikamente marktschreierisch angepriesen werden (Das Beste, zu 100 Prozent wirksam, …).
  2. Mit Billigstpreisen geworben wird.
  3. Wenn bei rezeptpflichtigen Medikamenten kein Rezept mitgeschickt werden muss.
  4. Wenn man auf der Website nicht wirklich erfährt, wo der Versender sitzt.

Auf Nummer sicher Sie jedoch, wenn Sie Medikamente und Medizinprodukte in der heimischen Apotheke vor Ort kaufen oder bei einer deutschen Versandapotheke bestellen.

 

Disclaimer
Die Beiträge von gesundheit-information.de enthalten lediglich Hinweise. Nutzen Sie die Beiträge und Informationen nicht zur Selbstbehandlung. Sie ersetzen keineswegs einen Arztbesuch. Ihre speziellen Fragen können wir leider nicht beantworten.