Bienensterben

Was passiert mit den Bienen?

Seit Jahren ist das Bienensterben in aller Munde. Viele Regionen der Erde beobachten seit Ende der 1960er Jahre den Kollaps von kompletten Bienenvölkern. Beim CCD, dem Colony Collapse Disorder, verschwinden über Nacht Tausende Bienen und sorgen so dafür, dass das verbliebene Volk zusammenbricht.

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Ohne die Honigbiene gibt es keinen Honig. Das wäre zwar ein Verlust für die Vielfalt am Frühstückstisch, doch verschmerzbar. Jedoch bestäuben die Honigbienen viele Pflanzen. Ohne Bienen würde die Nahrungsmittelproduktion zusammenbrechen, denn es gäbe beispielsweise keine Äpfel, Birnen, Kirschen oder Pflaumen mehr.

 

In der nördlichen Hemisphäre hat das Bienensterben besonders stark zugenommen. Nordamerika, Japan und China sind betroffen, doch auch an den Ländern Europas geht die mysteriöse Krankheit nicht spurlos vorüber. Deutsche Imker sind ebenfalls vom Verlust ihrer Völker betroffen.

 

Bienen sind für Volkswirtschaften nicht zu ersetzen

Achtzig Prozent aller landwirtschaftlich genutzten Pflanzen in Deutschland setzen auf die Bestäubung durch Bienen. Der logische Schluss: Gibt es keine Bienen mehr, so gibt es auch keine Erträge mehr. Es ist verständlich, dass angesichts des Massensterbens selbst die EU Alarm schlägt und auf Dauer die nationalen Ernteerträge in Gefahr sieht. Ersatzspieler, also Insekten mit ähnlichen Bestäubungsqualitäten, gibt es nicht. Denn auch Wildbienen oder Hummeln werden immer weniger.

 

Bienensterben kann für Nahrungsmittelknappheit sorgen

Ohne die kleinen Insekten geht in der Landwirtschaft nicht viel. Tierfutterproduzenten, die Weißklee oder Sojabohnen anbauen, sind ebenso betroffen wie Obstbauern, die auf Äpfel, Kirschen oder Birnen setzen, und Gemüsebauern, die Gurken, Kürbisse und Tomaten kultivieren.
Fast alle Pflanzen brauchen die Bienen. Sie locken die Insekten mit ihrem nahrhaften Nektar an, der von den Bienen in den Bienenstöcken zu Honig verarbeitet wird. Beim Flug von Blüte zu Blüte verteilen die Bienen jede Menge Pollen und sorgen so für den Genaustausch zwischen den Pflanzen. Bienen leisten so auch einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der genetischen Vielfalt, die sich wiederum positiv auf die Pflanzengesundheit auswirkt. Und dass die Bienen ihre Sache gut machen, zeigt die Tatsache, dass auf der Welt rund drei Viertel aller Pflanzen auf die Bestäubung durch Bienen setzen. Fällt die Biene als Bestäuber aus, so wird dies den Hunger in der Welt weiter vergrößern. Es drohen dann auch Hungerkatastrophen.

 

Bienensterben: 80 Prozent der Völker bedroht

Genau genommen sind Bienen seit Jahrhunderten das wichtigste Haustier des Menschen. Hätten Sie das gedacht?
Die Folgen des Bienensterbens sind daher verheerend. In manchen Regionen mussten Imker, Bauern und Gärtner bereits einen Verlust von fast 80 Prozent der Bienenvölker beobachten. Das Phänomen CCD gibt Experten Rätsel auf. Die Bienen sterben nicht unbedingt in ihrem Stock. Sie verschwinden einfach. Und um das Ganze noch mysteriöser zu machen: Niemand weiß wirklich, wohin die Bienen ziehen. Doch eine einzelne Biene kann ohne ihr Volk nicht lange überleben. Auch die zurückgebliebenen Bienen können die Funktionen des Bienenstockes dann nicht mehr aufrechterhalten und gehen zugrunde.

 

 

Varroa-Milbe nicht alleinige Ursache für das Bienensterben

Es wurde viele Jahre nach den Ursachen des Bienensterbens geforscht. Als Hauptauslöser gilt die Varroa-Milbe. Sie wurde aus Ostasien durch den Handel mit Bienenvölkern und Bienenköniginnen eingeschleppt und schwächt die Bienen enorm. Doch jedes Bienenvolk steht so schon unter enormem Stress. Die Pestizide aus den Agrarwüsten, die Mangelernährung durch Monokulturen und der Transportstress sind dafür verantwortlich. Die Insekten werden anfälliger für Parasiten und deswegen auch anfälliger für Krankheiten. Es wird vermutet, dass Viren ebenso eine Rolle beim Bienensterben spielen. Sie beeinflussen bei den Insekten die Herstellung körpereigener Proteine negativ. Vor allem in den Wintermonaten, wenn die Bienen auf engstem Raum im Bienenstock bleiben, ist eine erhöhte Ansteckungsgefahr wahrscheinlich.

 

Hilfe für die Bienen

Imker unternehmen Vieles gegen den Eindringling und Bienenfeind Varroa destructor. Erschwert wird der Kampf noch zusätzlich, da die Milbe über die Jahre hinweg Resistenzen gegen gängige Bekämpfungsmittel entwickelt hat. Doch noch wirken Ameisensäure, Oxalsäure und Milchsäure recht gut. Dennoch ist die Bekämpfung der Varroa-Milbe für die Imker äußerst mühselig und zeitraubend. Sie kämpfen jedoch noch an anderen Fronten: Gegen genmanipulierte Pflanzen, gegen den Einsatz von Pestiziden und für mehr Artenvielfalt auf den Äckern und Wiesen. Auch Kleingärtner können einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen das Bienensterben leisten. Säen Sie einen bunten Blütenteppich, der den Insekten als Bienenweide dient! Entsprechende Saatgutmischungen sind im Handel erhältlich. Bauen Sie ein Insektenhotel und geben Sie so Wildbienen und Hummeln ein Zuhause! Stellen Sie eine flache Schale mit Wasser und Steinen auf! So können die Insekten beim Nektarsammeln eine kurze Rast einlegen und trinken.

 

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