Blutdruck messen: Wie Sie es zu Hause richtig machen

Damit Sie ein aussagekräftiges Blutdrucktagebuch erhalten

Viele Herz-Kreislauf-Patienten lassen den Blutdruck nicht nur von Ihrem Hausarzt überwachen, sondern messen regelmäßig selbst zu Hause. Der Fachhandel bietet hierzu Blutdruckmessgeräte an. Doch man sollte beim Blutdruck-Messen zu Hause typische Fehler vermeiden, um korrekte Messwerte zu erhalten.

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Das richtige Blutdruckmessen in den eigenen Wänden will gelernt sein.

 

Die regelmäßige Überwachung des Blutdrucks kann und sollte auch jeder zu seinem eigenem Schutz durchführen. Mit fortschreitendem Alter entwickelt nämlich jeder Zweite erhöhte Blutdruckwerte, besagt zumindest die Statistik. Doch viele Betroffene wissen nicht einmal, dass sie unter Bluthochdruck leiden, weil die Erkrankung zunächst keine größeren Beschweren oder Schmerzen verursacht. Auf lange Sicht jedoch schädigt dauerhafter erhöhter Blutdruck das Herz-Kreislauf-System. Herzinfarkt oder Schlaganfall drohen.

Der ideale Blutdruck liegt bei 120/80 mmHg. Von Bluthochdruck sprechen Mediziner bei Werten von über 140/90 mmHg. Regelmäßige Kontrolle der Werte zu Hause ist daher sinnvoll für die Behandlung von Bluthochdruck und die Vermeidung der Folgeerkrankungen. Der Hausarzt legt die angestrebten Zielwerte und das weitere Vorgehen fest. Bei der Selbstkontrolle sollten sie folgende Schritte beachten:

 

Legen Sie das Blutdruckmessgerät richtig an

Nur wenn die Manschette auf Herzhöhe am Arm angebracht ist, liefert das Blutdruckmessgerät richtige Werte. Sitzt die Manschette zu hoch oder zu niedrig, können die Ergebnisse schnell verfälscht werden. Trügerische Sicherheit oder Fehlalarme sind dann die Folge.

Nutzen Sie zum Selber-Blutdruckmessen eine sogenannte Handgelenkmanschette, muss der Arm leicht angewinkelt auf eine erhöhte Unterlage gelegt werden. Von daher empfehlen Experten für den Laien eher Blutdruckmessgeräte mit Oberarmmanschetten. Achten Sie außerdem darauf, dass die Manschette direkt auf der Haut aufliegt und leichten Druck ausübt.

 

Messen Sie mit Ruhepuls und nicht direkt nach schweren körperlichen Anstrengungen

Kraftakte, Anspannung und Stress lassen den Blutdruck steigen. Gönnen Sie sich daher vor der Blutdruckmessung eine kleine Auszeit, bei der Sie entspannen. Experten empfehlen sogar, sich vor der Messung am besten 5 Minuten hinzulegen und danach im Sitzen zu messen. Vermeiden Sie eine direkte Messung nach dem Genuss von Kaffee, Alkohol oder generell einer Mahlzeit. Sie sollten hierzu einen zeitlichen Abstand von mindestens 30 Minuten lassen.

 

 

Messen Sie den Blutdruck morgens

Kontrollieren Sie den Blutdruck nach Möglichkeit auch immer zur selben Tageszeit (entweder früh, mittags oder abends), denn der Blutdruck kann sich über den Tag immer wieder verändern. In der Regel sind die Werte morgens am höchsten, sinken dann im Tagesverlauf etwas ab und beginnen abends erneut zu steigen. Setzen Sie sich daher einen festen, wiederkehrenden Termin zur Blutdruck-Messung, denn nur so können Sie die Werte miteinander vergleichen. Müssen Sie als Bluthochdruckpatient bereits Medikamente nehmen, dann sollten Sie ihre Werte vor der Einnahme der Medikamente in der Früh messen.

 

Führen Sie ein Blutdrucktagebuch

Notieren Sie sich die gemessenen Werte. So können Sie schnell auf einen Blick Tendenzen erkennen. Für Ihren Arzt sind die Messergebnisse ebenfalls wichtig, denn er merkt, ob eine medikamentöse Einstellung erforderlich ist bzw. ob die bereits existierende Medikation die gewünschte Wirkung erzielt.

Moderne Blutdruckmessgeräte zeichnen die Messwerte mittlerweile sogar selbst auf. Sie müssen dann in der Betriebsanleitung bzw. im Handbuch nachlesen, wie Sie die Daten übertragen und zur ärztlichen Auswertung mitnehmen können.

 

Messen Sie immer am selben Arm – nach Möglichkeit da, wo es leichter fällt

Dass sich die Blutdruckwerte am linken und rechten Arm voneinander unterscheiden können, ist völlig normal und damit kein Grund zur Sorge. Erst wenn die Unterschiede deutlich über 10 mmHg betragen, sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber reden.

Mediziner empfehlen, immer an dem Arm zu messen, an dem es leichter fällt, die Manschette korrekt anzulegen. Rechtshänder werden daher eher am linken Arm den Blutdruck messen und Linkshänder eher am rechten Arm.

 

Lassen Sie sich vom Arzt oder Apotheker in die korrekte Blutdruckmessung einweisen

Schon leichte Fehler bei der Handhabung des Blutdruckmessgerätes können die Ergebnisse bei der Selbstkontrolle verfälschen. Wer dies noch nicht so oft gemacht hat, sollte sich nicht scheuen, den Arzt oder Apotheker um eine Einweisung in das korrekte Blutdruckmessen zu bitten.

Lassen Sie sich am besten von den Experten auch beraten, welches Messgerät für den Hausgebrauch für Sie am besten geeignet ist. Bei einer Oberarmmanschette muss beispielsweise die Manschette zum Umfang des Oberarms passen.

Abweichungen von deutlich mehr als 10 mmHg zwischen einzelnen Messungen sind bei einer am Handgelenk messenden Manschette ein Hinweis darauf, dass Sie einen Fehler machen und deswegen falsch messen. Wenden Sie sich in diesem Fall an Ihren Arzt.

Sind alle Fehler ausgeräumt und der Patient sicher im Umgang mit dem Blutdruckmessgerät, haben Untersuchungen belegt, dass Laien nicht ungenauer messen als Mediziner. Eher das Gegenteil tritt ein. Oftmals sind die vom Arzt gemessenen Werte leicht zu hoch. Für dieses Phänomen existiert ein Name: „Weißkittelhochdruck“. Bei manchen Patienten erzeugt allein der Praxisbesuch ein gewisses Stresslevel, dass den Blutdruck in die Höhe treibt.

 

 

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