Brustkrebs - Gene sind Risikofaktor

Bei einem erhöhten erblichen Risiko ist engmaschigere Kontrolle Pflicht

Brustkrebs – in unseren westlichen Gefilden die häufigste Form von Krebs bei Frauen. Meistens gibt es dafür keinen Grund, die Erkrankung tritt also zufällig (sporadisch) auf. Doch es gibt auch erbliche und erworbene Risikofaktoren, die eine Erkrankung ausbrechen lassen können. Erblich vorbelastet war auch Hollywood-Star Angelina Jolie. Ihre Mutter starb mit 58 Jahren an den Folgen von Brustkrebs. Damit sie nicht das selbe Schicksal erleidet, hat sie sich ihre Brüste entfernen lassen.

© Miguel Á. Padriñán / pexels.com

Die rosa Schleife ist das weltweite Symbol im Kampf gegen den Brustkrebs

 

Defekte Gene steigern das Risiko enorm

Nur etwa fünf Prozent aller Brustkrebserkrankungen sind erblich bedingt. Schuld daran ist ein Brustkrebs-Gen, englisch Breast-Cancer-Gen (BRCA 1 bzw. BRCA 2). Die Brustkrebsgene liegen auf den Chromosomen 13 und 17 und zählen mit 8500 Bausteinen zu den umfangreicheren Genen. Auch wenn nur jeder hunderste Brustkrebs-Patient männlich ist, können sowohl Vater als auch Mutter dieses Gen übertragen. Es ist zuständig für die Produktion wichtiger Reparatur-Proteine. Eine Mutation dieses Gens, über 100 verschiedene Mutationen sind mittlerweile bekannt, kann sowohl zu Brust- als auch Eierstockkrebs führen.

Ist einer der beiden DNA-Abschnitte defekt, fehlen wichtige Proteine im Stoffwechsel der Zellen. Wenn dann genetische Schäden auftreten, können diese nicht mehr vom Körper repariert werden. Die so entarteten Zellen vermehren sich ungebremst und es entsteht der Krebs.

Wurde ein defektes Brustkrebs-Gen vererbt, steigt das Krebsrisiko bei Frauen auf 80%. Ansonsten liegt es bei etwa zehn Prozent. Die Behandlung von Brustkrebs ist schwierig. In der Regel wird die Brust entfernt und zusätzlich noch Hormon- und Strahlentherapie eingesetzt. Um den Krebs frühzeitig zu erkennen, wird erwachsenen Frauen empfohlen, ihre Brust regelmäßig von einem Frauenarzt abtasten zu lassen.

 

 

Alternativen zur OP

Einfluss auf die Entstehung von Brustkrebs haben Frauen mit defektem BRCA-Gen nicht. Allerdings wird empfohlen auf das Gewicht zu achten und bei einer Schwangerschaft zu stillen. Zusätzlich sollte der Einsatz von hormonellen Verhütungsmitteln vorher mit dem Arzt besprochen werden.

Sollte bei einem Gentest festgestellt werden, dass die Frau ein defektes Gen in sich trägt, so sind die Ärzte auch in Deutschland dazu angehalten, über eine eventuelle prophylaktische Brustentfernung zu sprechen. Die Entscheidung Angelina Jolies hätte so also auch in Deutschland fallen können. Ausdrücklich empfohlen wird eine Amputation aber auch nicht.

Entschließt sich eine Frau mit defektem Brustkrebs-Gen gegen die Operation, wird empfohlen, sich alle sechs Monate bei einem Arzt untersuchen zu lassen. Sowohl die Tastuntersuchung, als auch ein Ultraschall wird nahe gelegt. Zusätzlich sollte jährlich ein Mammographie-Zentrum aufgesucht werden, die auf diesen familiären Brustkrebs-Typ spezialisiert sind. Hormonelle Medikamente sollen außerdem zur Vorbeugung eingenommen werden.

Frauen, die Hilfe bei diesem Thema suchen, können sich an die BRCA-Netzwerk e.V. wenden.

 

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