Rückenschonende Gartenarbeit

So tut nach dem Garteneinsatz garantiert nichts weh

Wer kennt es nicht? Die ersten Sonnenstrahlen und Plusgrade im Frühjahr ziehen die Kleingärtner in die Gärten. Es folgt ein erster, intensiver Garteneinsatz und hinterher das obliagatorische Aua im Rücken. Viele reden sich dann einen Muskelkater ein. Doch was tun, wenn Rückenschmerzen den Gärtner während der gesamten Gartensaison von Frühjahr bis Herbst plagen? Dann macht er grundlegende Fehler, die zu Kreuz- und Ischias-Beschwerden führen. trimeda zeigt Ihnen Tipps und Tricks, mit denen Sie dank rückenschonender Gartenarbeit zum kleinen, grünen Paradies gelangen.

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Beim Anlegen neuer Beete im Garten ist oftmals Muskelkraft gefragt. Die Gartenarbeit kann dann ganz schnell über den Rücken gehen. Falsche Haltung, falsche Technik und falsche Geräte führen schnell zu Verspannungen und Rückenschmerzen. Der Ischias lässt grüßen. Tipps zur rückenschonenden Gartenarbeit gibt die trimeda-Redaktion.

 

Nach Umgraben & Harken: Rücken muss nicht sein

Verspannungen und Rückenschmerzen gehören für so manchen Hobbygärtner zum Umgraben oder Harken einfach dazu. Doch das muss nicht sein. Orthopäden räumen zwar ein, dass das Umgraben nicht nur die Muskulatur und Sehnen beansprucht sondern auch Bandscheibe und Wirbelsäule. Doch mit der richtigen Technik und Haltung beugen Sie belastungs- bzw. ermüdungsbedingten Beschwerden und Verletzungen vor. Und genau an dieser Stelle setzt die rückenschonende Gartenarbeit an.

Zunächst benötigt der Kleingärtner ein paar anatomische Grundlagen, um zu wissen, welche Gartenarbeit genau welche Körperpartie besonders in Anspruch nimmt. Der Einsatz eines Spatens beispielsweise setzt Hebelkräfte in Bewegung, die Hüftgelenke, Rücken, Schulter und Arme beanspruchen. Beim Harken kommt es zu Zugbewegungen, wo andere Gelenkpartien und Muskelgruppen ihre Arbeit verrichten.

 

 

Das A & O der rückenschonenden Gartenarbeit: Lassen Sie es langsam angehen

Gehen Sie nicht gleich von „Null auf Hundert“. Ein großes Beet muss nicht an einem Tag umgegraben werden. Sie sollten Ihrem Körper vielmehr Zeit lassen, sich von den Belastungen zu erholen. Wer generell Probleme mit dem Rücken hat, sollte die Muskulatur mit einem kleinen Warm-Up auf die bevorstehende Anstrengung einstimmen. Das mag für den Nachbarn sicherlich lustig aussehen und für Sie anfangs ungewohnt sein. Doch Gartenarbeit ist wie ein kleines Jogging-Training. Das Dehnen oder Warmmachen der Muskulatur beugt Zerrungen und Verspannungen vor. Das Verletzungsrisiko wird so deutlich minimiert.

Wer am Boden werkelt und beispielsweise Unkraut jätet, sollte sich öfters aufrichten. Machen Sie eine Pause und stellen Sie sich bewusst gerade hin. Nutzen Sie die Zeit außerdem, um mit einem Schluck Wasser oder Tee den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen.
Rückenschonende Gartenarbeit heißt nicht nur regelmäßige Pausen zu machen, sondern auch einseitige Belastungen von vornherein zu vermeiden. Diese treten beispielsweise bei ruckartigen Bewegungen auf. Bereits beim Kauf der Gartengeräte und der Gartentechnik sollten Sie daher auf ergonomisches Werkzeug achten. D. h. Spaten, Grabegabel & Co. müssen auf Ihre Körpergröße abgestimmt sein.
Denn hier beginnt bereits die rückenschonende Gartenarbeit. Nur so fördert die grüne Oase die Gesundheit.

 

Schonung von Rücken und Bandscheibe durch Hochbeete und Blumenkübel

Nutzen Sie die obligatorischen Pausen und planen Sie Ihre Gartenarbeit unter den Gesichtspunkten Ergonomie und Rückenschonung neu durch. Das fängt bereits bei der geeigneten Gartenkleidung an. Achten Sie darauf, dass diese funktional ist. Sie dürfen nicht so schnell darin ins Schwitzen geraten und wenn Sie schwitzen, muss die Kleidung den Schweiß schnell abtransportieren können. Sonst laufen Sie Gefahr, sich zu verkühlen. Verkühlte Stellen wiederum neigen zu Verspannungen. Verspannungen wiederum führen zu Schonhaltungen und diese sorgt für eine ungleichmäßige Belastung des Stütz- und Bewegungsapparates. Ein Teufelskreis beginnt.

Wer generell Probleme mit den Gelenken hat (z. B. Arthrose im Knie), ist gut beraten, über das Anlegen eines Hochbeetes nachzudenken. Mit einem Hochbeet lässt sich bei der Gartenarbeit der Rücken dauerhaft schonen und die Knie entlasten, denn ein Knien oder Herunterbeugen ist dann nämlich nicht mehr notwendig.

 

Dank richtiger Hebetechnik ist rückenschonende Gartenarbeit kein Hexenwerk

Beim Transport von großen Gewichten nutzen Sie die Möglichkeit einer Schubkarre bzw. Sackkarre. Oder Sie nehmen gleich die kleinere Packung. Müssen schwere Blumenkübel vom Sommer- ins Winterquartier (oder umgekehrt), so denken Sie bereits beim Bepflanzen daran, den Kübel auf einen Rollwagen zu stellen. Ein müheloses Herumfahren und –Schieben ist dann problemlos möglich. Doch trotz dieser „Vorsichtsmaßnahmen“ lässt es sich nicht immer vermeiden, auch einmal etwas Schweres hochheben zu müssen. Dann achten Sie auf die richtige Hebetechnik. Gehen Sie in die Knie und halten Sie das Gewicht eng am Körper. Beim Bücken und Hochheben walten sehr große Zugkräfte, die Wirbelsäule und Bandscheibe vor unnötige Herausforderung stellen.

Rückenschonende Gartenarbeit ist keine Magie. Wer für das Thema etwas sensibilisiert ist, wird gemachte Fehler in der Vergangenheit schnell erkennen und kann sie entsprechend abstellen. Ohne schmerzenden Rücken macht Gartenarbeit gleich nochmals so viel Freude. Die Arbeit an der frischen Luft ist ein Garant für ein gesundes und langes Leben.

 

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