Eine Prise Salz

Sind Bio-Salz, Himalaya-Salz oder Ursalz gesünder?

Es geht nicht ohne Salz – auch wenn eine salzarme Ernährung empfohlen wird. Essen ohne Salz schmeckt nicht und so verwundert es nicht, wenn Sterneköche auf die würzige Zutat schwören und gerne exotische Salze verwenden.
Letztlich muss jeder Kunde im Supermarkt früher oder später Salz einkaufen. Die Industrie hat Salz als sichere Einnahmequelle erkannt und bietet eine Vielzahl exotischer Salze an. Da fällt die Auswahl nicht leicht. So kann man mittlerweile neben Meersalz auch Biosalz, Ursalz oder Himalaya-Salz kaufen. Das Fleur de Sel wird gern als Blume des Salzes beworben. Doch was taugen die teuren Salze? Sind sie besser als das billige No-Name-Produkt?

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Über die Salz-Intensität lässt sich der Salzverbrauch steuern. Experten empfehlen eine salzarme Ernährung, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen.

 

Was ist dran am Bio-Salz?

Es gibt Versandhändler die Meersalz als „Bio“ anpreisen und dafür eine saftigen Aufschlag verlangen. Fakt ist: Eine Bio-Zertifizierung ist nur für landwirtschaftliche Produkte möglich. Salz aber hat keinen landwirtschaftlichen Ursprung.  Es wird nur abgebaut, aber nicht angebaut.
Folglich ist eine Bio-Zertifizierung nicht möglich. Das heißt: Kein Bio-Siegel für Salz. Somit darf es auch nicht mit dem Bio-Zusatz beworben werden.

Das vermeintliche Bio-Salz zeichnet sich einzig und allein durch seine Naturbelassenheit aus, d. h. die Hersteller verzichten auf Zusätze, die das Verklumpen des Salzes verhindern. Im Fach-Jargon werden diese Zusätze als „Rieselhilfe“ bezeichnet. Sie enthalten Natriumferrocyanid oder Aluminiumsilikat. Die Namen der chemischen Verbindungen klingen zunächst nicht sonderlich gut verdaulich. Doch gelten sie bei Lebensmittelchemikern als völlig unbedenklich.

Es lässt sich also festhalten: Bio-Salz ist schlicht Verbrauchertäuschung.

 

Was ist dran am Himalaya-Salz?

Im Handel kostet das Himalaya-Salz fast 50 mal mehr als herkömmliches Speisesalz. Das grobkörnige Salz soll aus dem Himalaya stammen. Doch schaut man sich die Packungsangaben an, so ist das Ursprungsland meist Pakistan. Wer sich jetzt vor seinem geistigen Auge vorstellt, dass das Salz von Bauern in mühseliger Handarbeit und unter schwersten Bedingungen gewonnen wird, der ist einem weiteren Irrglauben rund um das angeblich mystische Salz aufgesessen. Das Himalayasalz wird in Pakistan in riesigen Minen und in großem Maßstab gewonnen.  Sie liegen ca. 200 km vom Himalaya-Massiv entfernt. Ob das Vorgebirge daher dem Himalaya zugeordnet werden kann, ist mehr als strittig

Das Oberlandesgericht Köln hat daher festgestellt, dass die Bezeichnung Himalaya-Salz irreführend ist, denn es kommt nicht aus dem Hochgebirge.  Bei ihrem Urteilsspruch unterstrichen die Richter außerdem, dass im Himalaya kein Kristallsalz von besserer Qualität vorkommt. Mit anderen Worten: Salz ist Salz.

 

Was ist dran am Ursalz?

Auch hier soll über den Namen Exklusivität transportiert werden. Angeblich stammt das Ursalz aus den Urmeeren und ist frei von modernen Umwelteinflüssen.  Prinzipiell ist das gar nicht mal so falsch. Jedes Salz stammt aus dem Meer. Die in Deutschland abgebauten Salzvorkommen lagerten sich vor 100 bis 200 Millionen Jahren ab, als Wasser aus den damaligen Meeren verdunstete.

 

 

Bieten die Edelsalze wenigstens einen geschmacklichen Vorteil?

Um das beurteilen zu können, muss man wissen, dass Salz zu 94 % bis 99 % aus Natriumchlorid besteht. Die fehlenden Prozent machen Stoffe wie Kalium, Kalzium und Magnesium aus.

2010 gab es an der North Carolina State University eine interessante Studie. Hier wurden 45 Salzsorten, die aus den unterschiedlichsten Lagerstätten auf der ganzen Welt stammten, in Wasser aufgelöst. Die so gewonnen Flüssigkeiten beurteilten im Anschluss professionelle Tester. Diese filterten ein paar Aromen heraus. So attestierten sie einem indischen Gebirgssalz eine eierartige Note. Das Salz enthält ungewöhnlich viele Schwefelkomponenten. Ein australisches Salz erinnerte an einen „rostigen Nagel“ – es enthält Eisenverbindungen. Fleur de Sel bescheinigten die Tester eine schwache blumige Note. Doch alles in allem: Der normale Verbraucher wird beim Salz kaum besondere Aromen bemerken. Das einzige, was er verlässlich erschmecken kann, ist die unterschiedliche Salzintensität. Und hier zeigt die Studie, dass diese eher bei den preiswerten Varianten vorhanden ist. Kräftig schmeckende Salze bieten einen Vorteil für den Konsumenten: Man braucht weniger und kann so seinen Salzkonsum eher senken.

Teure Edelsalze bringen also keinen Vorteil. Somit ist es egal, welches Salz man kauft: Ob Steinsalz, Meersalz oder gesiedetes Salz: Salz ist NaCl. Und in seiner chemischen Verbindung unterscheidet sich billiges Supermarkt-Salz nicht von teurem Gourmet-Salz. Greifen Sie daher ruhig zum billigeren Salz. Es kann gerne mit den Mineralstoffen Jod, Fluorid und Folsäure angereichert sein.

 

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