Erbgut der Hauskatzen durch Zusammenleben mit Menschen verändert

Genom der Hauskatzen und Wildkatzen unterscheidet sich deutlich

Eigentlich hatten die Forscher gedacht, dass sich Hauskatzen und Wildkatzen nicht so sehr voneinander unterscheiden. Doch ein Vergleich des Erbgutes zeigt: weit gefehlt. Mittlerweile finden sich große Unterschiede im Erbgut der beiden Katzenarten.

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Das Erbgut der Katze hat sich durch die Zusammenarbeit mit dem Menschen verändert.

 

Es gibt rund 40 Katzenarten auf der Welt, die sich an viele verschiedene Umweltbedingungen angepasst haben. Seit etwa 9.000 Jahren leben einigen Arten auch mit dem Menschen zusammen. Dabei gelten sie „nur“ als halbdomestiziert, also angepasst an den Menschen. Schließlich entziehen sich die Katzen seiner Kontrolle, wenn es um die Aufzucht der Jungen oder das Jagen geht.

 

Katze gleich Katze oder doch nicht?

Das brachte Forscher zu der Vermutung, dass sich das Erbgut der Hauskatze eigentlich gar nicht so sehr vom Erbgut der Wildkatze unterscheiden dürfte. Doch eine Untersuchung hat jüngst das Gegenteil bewiesen: das Zusammenleben mit dem Menschen über mindestens 9.000 Jahre hinterließ tiefe Spuren im Erbgut der Katze.

Fünf Regionen im Erbgut der Katze scheinen betroffen zu sein: die Bildung des Gedächtnisses, das Lernen durch Belohnung und die Konditionierung durch Angst. Dabei ist noch nicht abschließend geklärt, wie der genaue Prozess verlief und sich das Katzengenom veränderte. Die Fügsamkeit sei wahrscheinlich die entscheidende Kraft gewesen, vermuten die Forscher. So seien über Jahre die Gene jener Katzen selektiert worden, die Nahrung gegen Nähe zum Menschen getauscht hätten.

 

 

Langes Zusammenleben zwischen Mensch und Katze

Neben dem Unterschied zwischen Wild- und Hauskatze haben die Forscher auch die anderen Teile des Genpools der Katze entschlüsselt. So konnten zum Beispiel die Verdauung und der Stoffwechsel der Katze genauer erklärt werden. Nebenbei verstehen die Forscher auch die Entwicklung des beeindruckenden Seh- und Hörvermögens der Vierbeiner besser.

Zudem gibt es in der Forschung immer mehr Beweise dafür, dass die Katzen schon weit länger an der Seite des Menschen leben als ursprünglich vermutet. Die Zeichnungen der Ägypter zeigen bereits ein Zusammenleben – das war vor 4.000 Jahren. Über 9.000 Jahre alte Gräber auf Zypern belegen jedoch, dass bereits damals Menschen zusammen mit Katzen begraben wurden.