Experten befürworten Rezeptfreiheit der Pille-Danach

Nach Verhütungspannen kämen Frauen so schneller an den Wirkstoff Levonorgestrel

Bei unseren Nachbarn normal, in Deutschland allerdings noch nicht: die Pille-Danach ohne Rezept in der Apotheke abholen. In vielen europäischen Ländern geht das bereits und Experten befürworten solch eine Regelung auch für die Bundesrepublik.

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Die Pille danach kommt nach Verhütungspannen zum Einsatz.

 

In Deutschland sperren sich unter anderem noch die Frauenärzte gegen die Neuregelung der „Pille danach“. Sie betonen, dass die Einnahme der Pille eine professionelle Beratung benötige. Es gehe um Verantwortung und eine fundierte Aufklärung. Daher lehnten die Gynäkologen einen von der Bremer Gesundheitsbehörde initiierten Vorschlag zur Liberalisierung  ab.

Doch es geht bei der Pille-Danach nicht nur um Verantwortung und Aufklärung. Es geht sehr wohl auch ums Geld: Frauen müssen derzeit erst zum Arzt gehen, um die Pille-Danach zu bekommen. Sollte diese Regelung gekippt werden, würden die Frauenärzte wohl eine Menge Kundschaft verlieren – und damit natürlich auch finanzielle Mittel.

 

Was ist die Pille-Danach?

Der Wirkstoff Levonorgestrel kann verhindern oder verzögern, dass es bei der Frau zum Eisprung kommt. Somit kann auch nach dem Geschlechtsverkehr noch eine Schwangerschaft verhindert werden. Dabei ist die Einnahme der Pille innerhalb von 72 Stunden nach dem Sex erforderlich. Es gilt: Je eher desto besser. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hält den Wirkstoff für unbedenklich. Es kann zu Komplikationen wie Übelkeit kommen. Doch sind diese sehr selten.

In England kommt man an die Pille-Danach sehr viel leichter. Frankreich und Schweden gehen sogar den Schritt, dass die Pille danach in jedem Erste-Hilfe-Kasten in Schulen zu finden ist. Sie gehört dazu wie Verbandsmaterial und Pflaster. In Deutschland kommt jedoch erst ganz langsam Bewegung in die Debatte um die Pille-Danach.

 

Experten für Liberalisierung der Pille-Danach

Der Expertenausschuss für Verschreibungspflicht hat sich für eine Aufhebung der Rezeptpflicht ausgesprochen. Das teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bfarm) mit. Es gäbe keine medizinischen Gründe für eine Rezeptpflicht, heißt es in der Begründung. Allerdings betonten die Experten auch die Wichtigkeit der Beratung. Sie kann jedoch auch in den Apotheken stattfinden.

Die Empfehlung wird nun an das Bundesgesundheitsministerium weitergeleitet. Dort könnte eine entsprechende Verordnung verfasst und dem Bundesrat zur Abstimmung vorgelegt werden. Das Ministerium kann allerdings auch vom Vorschlag der Experten abweichen.

 

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