Gesundheitsrisiko Tattoo

Langezeitfolgen von Tätowierfarben bislang ungeklärt

Vor nicht all zu langer Zeit waren Tattoos noch als Körperschmuck für Ex-Sträflinge und Seeleute verschrien. Doch mittlerweile erfreuen sie sich immer größerer Beliebtheit. Ein Viertel aller Deutschen zwischen 14 und 34 Jahren trägt bereits ein Tattoo. Dabei geht von den lebenslangen Begleitern ein nicht zu unterschätzendes Gesundheitsrisiko aus.

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Das Stechen eines Tattoos ist nicht nur schmerzhaft, sondern birgt unter Umständen auch gesundheitliche Risiken.

 

Risiko liegt in der Entstehung des Tattoos

Das liegt vor allem an der Entstehung eines Tattoos. Auf der Nadel oder auf der Haut befinden sich Farbpigmente. Durch Verletzung der Haut mit der Nadel gelangen die Farbpartikel unter die Haut. Dort bleiben sie für immer. Was genau mit den Stoffen unter der Haut passiert, ist nicht eindeutig geklärt. Erste Forschungen an Ratten haben ergeben, dass nach einiger Zeit die Masse der Farbe abnimmt. Warum das so ist und wo die Masse abgeblieben ist, kann die Wissenschaft noch nicht erklären.

Neben dem Schmerz beim Tätowieren gibt es durchaus noch andere, akute Gefahren. Sehr leicht können Infektionskrankheiten übertragen werden. Dazu zählen auch die lebensbedrohlichen, wie etwa HIV und Hepatitis. Deshalb unterliegen Tattoo-Studios auch strengen Hygiene-Vorschriften. Deren Einhaltung wird aber nicht immer besonders sorgfältig kontrolliert. In den deutschen Nachbarländern Holland, Schweiz und Österreich ist man da deutlich genauer und strenger.

Weiterhin kann es auch zu schmerzhaften Entzündungen oder im schlimmsten Fall sogar zu Allergien beim Tätowieren kommen. Das sind allerdings nur die kurzfristigen Gesundheitsrisiken, über die Langzeitfolgen ist noch nicht all zu viel bekannt. Ein großes Problem der Tätowierfarben ist ihre Zusammensetzung. Sie bestehen weder aus kosmetischen noch medizinischen Stoffen sondern aus Restprodukten der Industrie. Schwarze Farbe besteht zum Beispiel aus Ruß, wie er unter anderem bei der Herstellung von Autoreifen verwendet wird. In gelben, orangen und roten Farben wurden schon Stoffe entdeckt, die normalerweise bei Autolacken eingesetzt werden. Auch krebserregende Amine wurden bereits entdeckt.

 

Was mit den Pigmenten passiert ist unklar

Was mit all diesen Pigmenten unter der Haut passiert, ob sie am Stoffwechsel teilnehmen, ist noch unklar. Allerdings ist es schwer vorstellbar, dass von ihnen kein Gesundheitsrisiko ausgeht. In Verbindung mit UV-Licht zerfallen manche Pigmente außerdem zu verschiedenen Zellgiften, wie Azelenhydrochlorid oder verschiedenen Kohlenwasserstoffe.

Eigentlich ist ein Tattoo ja für die Ewigkeit gedacht, wer es sich dennoch entfernen lassen will, setzt sich erneut gesundheitlichen Risiken aus. Bei der Laser-Entfernung entstehen vor allem bei beliebten Rot-Pigmenten krebserregende Stoffe. Möglich ist dies, da Tätowierfarben weder als Medikamente, noch als Kosmetika gelten. Daher gibt es keine strengen Richtlinie über ihre Inhaltsstoffe, lediglich Empfehlungen des Europarates. Diese wurden in die 2009 in Deutschland eingeführte Tätowiermittel-Verordnung nicht einmal vollständig übernommen.

Wer sich nach all diesen Informationen immer noch ein Tattoo stechen lassen möchte, sollte bei der Wahl seines Tätowierers äußerste Vorsicht walten lassen. Auf das Prüfzertifikat der Farben muss ebenfalls geachtet werden. Es kann bestätigen, dass die Tätowierfarbe zumindest der Tätowiermittel-Verordnung entspricht.

 

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