Gewitter-Mythen Teil II

Was ist Fiktion und was Realität?

Wenn eine Hitzewelle über Deutschland rollt, droht abends oft ein Gewitter. Vor dem Grollen und Blitzen am Himmel haben viele Menschen noch immer Respekt, denn so schön und faszinierend das Schauspiel hoch über uns auch sein mag, es birgt doch auch immer tödliche Gefahr. Schon unsere frühesten Vorfahren hatten Ehrfurcht vor dem Gewitter. Viele Völker sahen in ihm den Zorn der Götter. Über die Jahrtausende sind so viele Mythen entstanden, die sich mit der Realität vermischt haben. Hier trennt sich nun die Spreu vom Weizen: Was ist Fiktion und was ist Realität!

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Heftiger Gewitter werden auch in Deutschland häufiger – dank des Klimawandels

 

8) Fahrrad fahren ist bei Gewitter besonders gefährlich

Nein. Fahrrad fahren ist genau so gefährlich wie alle anderen Aktivitäten im Freien während eines Gewitters. Hier gilt, wie immer, besser einen sicheren Ort wie ein Haus oder ein Auto aufsuchen und warten bis das Gewitter vorbei ist.

 

9) Flugzeug fliegen ist bei Gewitter gefährlich

Nein. Flugzeuge werden mehrmals im Jahr vom Blitz getroffen. Sie sind aber so gebaut, dass sie den Passagieren und dem Flugzeug nichts ausmachen.

 

10) Im Gebirge ist es bei Gewitter besonders gefährlich

Stimmt. Denn Fels kann den Strom nicht so gut ableiten. Daher breitet sich die Energie deutlich horizontaler aus. Von einem Gewitter im Gebirge überrascht zu werden, ist äußerst gefährlich. Es lohnt sich also, sich bei Ortskundigen vorher zu informieren und gegebenenfalls Schutzhütten auf Karten einzeichnen zu lassen.

 

11) Bei einem Gewitter kann ich durch mein Telefon einen Stromschlag abbekommen.

Stimmt. Allerdings nur einen kleinen, unbedenklichen, den die meisten Menschen nur als kleines Ziehen wahrnehmen würden. Echte Gefahr oder Schmerzen bestehen beim Telefonieren während eines Gewitters nicht. Dazu muss der Blitz in die Telefonleitung einschlagen, von wo aus die Energie sich dann ihren Weg durch die Leitungen sucht. Handys sind davon übrigens ausgeschlossen.

 

 

12) Handystrahlung zieht einen Blitz an und bringt mich in Gefahr.

Falsch. Die Handystrahlung ist viel zu gering, als das sie der Blitz bemerken würde.

 

13) Wer vom Blitz getroffen wird, ist sofort tot.

Nicht unbedingt. Etwa die Hälfte der vom Blitz getroffenen Personen überleben. Das hängt ganz davon ab wie stark der Blitz ist, wo genau er einschlägt und so weiter. Pro Jahr sterben in Deutschland auch „nur“ etwa zwei bis vier Menschen an den Folgen eines Blitzeinschlages.

 

14) Einen Menschen, der vom Blitz getroffen wurde, sollte ich nicht helfen, da er noch unter Strom steht.

Das ist natürlich Quatsch. Der menschliche Körper kann gar keinen Strom in sich speichern. Daher kann ein vom Blitz Getroffener sofort angefasst werden. Schnelle erste Hilfe kann hier Menschenleben reden.

 

15) Aus Blitzen lässt sich Energie gewinnen.

Stimmt. Ist aber leider unpraktisch. Die Energie, die in einem Blitz steckt, entspricht ungefähr 50 Litern Diesel. Zwar steckt in einem Blitz unheimlich viel Spannung, diese tritt aber nur für einen kleinsten Bruchteil einer Sekunde auf. Daher ist die theoretisch gespeicherte Energiemenge viel zu klein. Zumal es schwer ist, die Blitze „einzufangen“, da sie stets an einem anderen Ort auftreten. Daher erscheint aus derzeitigem Stand der Technik unwahrscheinlich, dass eines Tages aus Blitzen unser Strom erzeugt wird.

 

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