Haarausfall bei Frauen: Ursachen & Behandlung

Verlust der Haarpracht ist kein rein männliches Phänomen

Für viele Frauen sind sie eine Art Statussymbol: ihre Haare. Schönes, volles Haar ist das Ziel jeder Frau. Es macht sie attraktiv und verführerisch. Umso schlimmer trifft es all jene Frauen, die feststellen, dass ihre Haarpracht immer dünner wird, da die Haare ausfallen. Vielfach wird Haarausfall als rein männliches Problem wahrgenommen. Doch das ist nicht so. Auch Frauen leiden unter Haarausfall. Die trimeda-Redaktion nennt Ursachen und zeigt mögliche Therapien auf.

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Wenn Frauen von akutem Haarausfall betroffen sind, wird das Haarekämmen am Morgen und der Blick in den Spiegel zur Tortur.

 

Stress, psychische Probleme, falsche, da zu einseitige Ernährung, Hormonumstellung oder einfach erbliche Vorbelastungen können auch bei Frauen zu Haarausfall führen. Der Makel, kahle Stellen auf dem Kopf zu haben, belastet enorm und führt in die soziale Isolation, denn viele Betroffene wollen sich am liebsten nur noch verkriechen.

 

Ab wann ist Haarausfall nicht mehr normal?

In der Regel verliert eine gesunde Frau am Tag 50 bis 100 Haare. Mal sind es ein paar mehr. Mal auch ein paar weniger. Gehen jedoch dauerhaft mehr Haare aus, vielleicht sogar büschelweise, dann sollten Betroffene unbedingt einen Termin beim Dermatologen machen. Empfohlen wird im Vorfeld des Arztbesuches, die Haare in der Bürste oder im Kamm, auf dem Kissen und im Waschbecken zu sammeln und zu zählen. So bekommt der Hautarzt schnell ein Bild von der Lage. Handelt es sich um schlimmen Haarausfall, ist wahrscheinlich eine Überweisung in eine Hautklinik mit spezieller Haarsprechstunde unumgänglich.

 

Ursachen für Haarausfall bei Frauen

Bevor die Therapie beginnen kann, müssen die Ursachen gesucht werden. Chronische Krankheiten aber auch akute Infekte können Haarausfall begünstigen. Bei manchen Medikamenten ist es eine seltene Nebenwirkung. Der Arzt wird von Haarausfall betroffene Frauen sicherlich auch nach der Familiengeschichte befragen. Haben Mutter, Oma oder Tante mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, dann deutet vieles auf einen erblich bedingten Haarausfall hin. Meist wird auch eine Blutuntersuchung veranlasst, um Schilddrüsenprobleme und Vitaminmangel auszuschließen. Daneben ist eine Untersuchung der Kopfhaut unerlässlich. Das Trichogramm, bei dem etwa 50 Haare herausgerissen werden, verrät dem Arzt, wie es unter der Kopfhaut und damit an den Haarwurzeln aussieht.

Bei vielen Patientinnen reagieren die Haarwurzeln besonders empfindlich auf die männlichen Hormone, die auch der weibliche Körper – zwar in geringem Maße, aber immerhin – produziert. Sie sorgen dann dafür, dass die Haarwurzeln geschädigt werden. Eine einmal geschädigte Haarwurzeln ist nicht mehr zu retten. Dieses Haar ist verloren.

 

 

Behandlung des Haarausfalls bei Frauen

Im Frühstadium der Erkrankung erfolgt eine Behandlung mit dem Wirkstoff Minoxidil. Er wird auf als Lösung auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Der ursprünglich zur Behandlung von Bluthochdruck entwickelte Wirkstoff fördert die Durchblutung der Haarwurzeln und regt somit das Haarwachstum an. Wie das genau funktioniert, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Die Therapie mit Minoxidil ist langwierig und kostenintensiv. Zum einen dauert es bis zu einem halben Jahr, bevor man erste Erfolge sieht. Zum anderen darf man die Behandlung dann nicht einfach absetzen, weil sonst die Wirkung wieder nachlässt. Als Ergänzung empfehlen Experten außerdem, koffeinhaltige Shampoos zum Haarewaschen zu verwenden und östrogenhaltige Tinkturen aufzutragen. In ganz schlimmen Fällen verschreiben die Ärzte auch sogenannte Antiandrogene – meist in Tablettenform. Sie wirken den männlichen Hormonen entgegen.

Haarverlust hat viele Gesichter und der Leidensdruck bei Betroffenen ist groß. Doch bevor Sie zu teuren Wundermitteln aus dem Internet greifen, gehen Sie zum Facharzt. Meist reicht es nämlich nicht, einfach ein paar Vitamine und Mineralstoffe zu schlucken und schon gehört der Haarausfall der Vergangenheit an. Der Mediziner kann die Ursache abklären und wird schnell auf der richtigen Spur sein. Manchmal ist eine Crashdiät schuld, manchmal sind die Wechseljahre der Grund. Bis die Therapie anschlägt, kann Frau den Haarausfall mit Perücken oder Haarteilen kaschieren. Betroffene können so wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, ohne neugierige und mitleidige Blicke auf sich zu ziehen oder sich gutgemeinte Ratschläge anhören zu müssen. Im Volksglauben noch tief verankert ist beispielsweise, dass häufiges Waschen und Föhnen aber auch regelmäßiges Haarefärben zu Haarausfall führt. Solche Tipps gehören in das Reich der Mythen und Sagen. Lassen Sie das die vermeintlichen gut Informierten ruhig charmant wissen!

 

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