Harninkontinenz - eine Übersicht gegen die Tabuisierung - Teil 3

Vorbeugung & Prophylaxe bei Inkontinenz

Inkontinenz ist in Deutschland noch immer ein Tabuthema. Das ist wesentlich auch der Tatsache geschuldet, dass unsere Gesellschaft sehr großen, teilweise auch übersteigerten Wert auf Hygiene legt. Wer nicht immer Herr über seine Blase ist, wird schnell ins gesellschaftliche Abseits gedrängt und gerät in einen Teufelskreis. Diese Übersicht in drei Teilen soll bei der Enttabuisierung helfen. => Teil 3: Vorbeugung und Blasentraining

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Betrifft Männer wie Frauen – das Thema „Inkontinenz“. Wer unter Harninkontinenz leidet braucht öfters eine Toilette. Spontane Ausflüge? Kaum mehr möglich.

 

Inkontinenz vorbeugen

Inkontinenz ist für alle Betroffene und ihre Angehörigen ein leidiges und oft auch mit viel Scham behaftetes Thema. Verständlich, dass viele gerne der Inkontinenz vorbeugen würden. Die Vorsorge ist zwar wichtig, schützt aber natürlich nicht vor allen Risiken. Einige Formen der Inkontinenz treten im Zusammenhang mit Krankheiten auf oder sind auf Unfälle oder Operationen zurück zu führen. Daher kann niemand vollkommen für sich ausschließen, eines Tages an Inkontinenz zu erkranken. Auch deshalb ist es wichtig, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, um ihm für sich selbst, aber auch für andere das Scham-Potential zu nehmen.

 

Vorsorge beginnt bei der Erziehung

Schon in der Erziehung fängt die Vorsorge an. Kinder sollten lernen, dass sowohl extremes Einhalten des Harndrangs als auch das häufige Aufsuchen der Toilette schädlich sind. Vier bis sechs mal Wasser lassen ist ein gesunder Mittelweg, kann aber natürlich von Person zu Person und von Tag zu Tag variieren.

Wie bei fast allen Gesundheitsthemen gilt auch bei der Inkontinenz: gesunde Ernährung und ausreichend Sport und Bewegung sind das A und O. Wer zu dick ist, wird leichter inkontinent. Regelmäßiger Sport stärkt auch die Muskulatur im Beckenboden.

 

 

Ältere Frauen häufiger betroffen

Das Beckenbodentraining ist vor allem für ältere Frauen sehr zu empfehlen. Sie leiden deutlich häufiger unter Inkontinenz als gleichaltrige Männer. Untersuchungen in Österreich haben sogar gezeigt, dass viele Frauen vor der Inkontinenz gar nicht wussten, was der Beckenboden ist und was die dortige Muskulatur kann.

Einige Inkontinenz-Formen sind auch auf psychische Störungen zurückzuführen. Zu viel Arbeit und Stress können sich unter Umständen negativ auswirken. Das gilt auch für die zu häufige Einnahme von starken Medikamenten.

Natürlich gibt es kein Wundermittel, aber ein allgemein gesunder Lebensstil, ohne Zigaretten, dafür mit viel Bewegung senkt das Inkontinenz-Risiko bereits deutlich. Bei Fragen, Beschwerden oder bereits leichten Anzeichen einer Inkontinenz sollte umgehen ein Arzt aufgesucht werden. Er weiß am besten, wie dem Patienten oder der Patientin zu helfen ist.

 

Disclaimer
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