Neuartige Krebs-Therapie

Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU) soll ohne Strahlen auskommen

In Bonn arbeiten Wissenschaftler an einer kleinen Sensation in der Krebsforschung. Sie entwickeln eine neuartige Krebs-Therapie, die ohne Strahlen und ohne Operation auskommt. Dennoch sollen Tumore nachhaltig vernichtet werden, wobei eine intakte Haut zur Vermeidung von Infektionen ebenfalls erklärtes Ziel ist.

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HIFU, der Hochintensive Fokussierte Ultraschall, ist ein neues Verfahren zur Zerstörung von Krebszellen.

 

Am Bonner Universitätsklinikum wird derzeit ein neues Ultraschalltgerät getestet. Im deutschsprachigen Raum ist die Maschine einzigartig. Doch in sie werden große Hoffungen gesetzt, denn sie verspricht eine Revolution in der Onkologie. Krebs-Patienten sollen mit Hilfe des Aparates in Zukunft ohne Strahlen und Operationen therapiert werden können.

 

HIFU-Therapie eine kleine Revolution

„Hochintensiver Fokussierter Ultraschall“ – kurz HIFU nennt sich die neue Wunderwaffe. Sie kommt ursprünglich aus China. Bereits um 1940 soll es dort erste Proto-Typen gegeben haben. In Fernost wurde die Therapie dann auch zur Marktreife entwickelt. Derzeit werden die Ärzte am Uniklinikum in Bonn von chinesischen Kollegen geschult. Der Einsatz der neuen Technologie sei sehr interessant, aber auch kompliziert zu handhaben.

Das Besondere an diesem neuen Gerät: Sowohl das Bild zur Behandlung als auch die Tumorbehandlung gehen von der selben Ultraschallsonde aus. Daher muss der Patient keiner schädlichen Strahlung ausgesetzt werden. Auch eine Operation ist nicht erforderlich. Die Ultraschallwellen wirken gezielt nur tief im Gewebe.

 

HIFU: Gebündelte Wellen

Die gebündelten Wellen werden über einen Schallkopf übertragen. Mit bis zu 90 Grad Celsius zerstören sie die Krebszellen. Daher müssen die Ärzte äußerst präzise vorgehen, um kein gesundes Gewebe zu verletzen. Allerdings bietet die Technologie auch den Vorteil, dass der Arzt in Echtzeit die Folgen seines Eingriffes sehen kann.

Noch kann die Therapie nicht für alle Körper-Regionen angewendet werden. Vor allem dort wo Gase sind, funktioniert die Methode noch nicht – etwa in der Lunge. Bislang wurden in Bonn nur sechs Patienten mit dieser Therapie behandelt – mit Erfolg. Sei könnte daher in Zukunft immer wichtiger, wenn nicht sogar zum Standard, werden. Im Moment sind die Kosten des Gerätes für die Kliniken noch ein Problem: Sie liegen bei über einer Million Euro.

 

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