Hilft Nikotin gegen Parkinson?

Auch Nachschattengewächse zur Parkinson-Prophylaxe geeignet

Es klingt verrückt, aber Nikotin könnte den Menschen vor der Parkinson-Erkrankung schützen. Das behaupten zumindest amerikanische Forscher mit einer neuen Langzeitstudie. Ihr Ansatzpunkt: Frühere Studien hatten gezeigt, dass Raucher seltener an Parkinson erkranken als Nichtraucher. Da das Rauchen aber ansonsten sehr viele negative Effekte auf den menschlichen Körper hat, ist das natürlich keine geeignete Parkinson-Vorsorge.

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Nikotin steckt in der Tabakpflanze. Der Wirkstoff, der Raucher abhängig macht, kann jedoch das Parkinson-Risiko verringern. Zum Glück kommt Nikotin in geringen Mengen auch in anderen Gemüsesorten der Gattung „Nachtschattengewächse“ vor, sodass niemand aus Angst vor der Schüttellähmung zum Glimmstängel greifen muss.

 

Auch Gemüse enthält Nikotin

Doch die Forscher interessierte der Umstand, dass auch in manchen Gemüsesorten wie etwa Paprika, Kartoffeln und Tomaten sehr geringe Dosen von Nikotin enthalten sind. Das wiederum, so die Studie, habe schützende Effekte auf unser Gehirn.

Um diese gewagte These zu untermauern, untersuchten die Forscher der University of Washington in Seattle 490 Parkinson-Patienten und 644 gesunde Personen. Beide Personen-Gruppen machten detaillierte Angaben über ihren Tabak-Konsum und darüber, wie viel Gemüse sie im Alltag zu sich nehmen.

 

Nachtschattengewächse besonders interessant

Dabei waren vor allem die Nachtschattengewächse für die Forscher interessant. Zu dieser Pflanzenfamilie gehören unter anderem die angesprochene Paprika, Kartoffel und Tomate aber eben auch der Tabak.

Das verblüffende Ergebnis: je mehr Nikotin konsumiert wurde, desto geringer war das Risiko an Schüttellähmung zu erkranken. Einen besonders drastischen Effekt zeigte dabei die Paprika. Personen die vier oder mehr Portionen des Gemüses pro Woche aßen, hatten ein etwa 30 % geringeres Risiko an Parkinson zu erkranken. Bei anderen Gemüsesorten, die nicht zu den Nachtschattengewächsen gehören, konnte solch ein Effekt nicht nachgewiesen werden.

Zwar weißt der Tabak eine weit höhere Menge an Nikotin auf, allerdings helfen schon kleinste Mengen an Nikotin für die positive Wirkung. Daher bleibt Rauchen weiterhin tabu, denn es überwiegen die negativen Einflüsse auf die Gesundheit. Dazu zählen unter anderem ein höheres Krebs- und Herzinfaktrisiko.

 

 

Jeder 100. über 60 leidet unter Parkinson

Parkinson tritt beim Verlust bestimmter Gehirnzellen auf, ohne die nicht mehr genügend Dopamin im Körper produziert werden kann. Unter der Krankheit leiden daher vor allem ältere Menschen. Bei den über 60-Jährigen leidet schon jeder 100. an Parkinson. Die Krankheit macht sich durch unkontrolliertes Zittern und plötzlich auftretende Muskelsteifheit bemerkbar. Sie ist nicht heilbar. Der Krankheitsverlauf kann mit moderner Medikation aber verzögert werden.

 

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