Hochwasser: Folgt jetzt eine Mückenplage?!

Wie Sie sich vor den kleinen Blutsaugern schützen können

Viele Deutsche mussten in den letzten Wochen unter den Folgen der Flut leiden. Vollgelaufene Keller und Wohnungen, zerstörte Existenzen und stets die bange Frage: „Halten die Deiche?“. Das Hochwasser ist noch nicht in allen Gebieten überstanden, da droht schon die nächste Flut Deutschland zu überrollen. Dieses Mal kommt allerdings kein Wasser sondern eine Insekten-Flut! Denn auf das Hochwasser könnte nun eine Mückenplage folgen.

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Vor allem in den Abendstunden vor einem Sonnenuntergang gut zu sehen: Tanzender Mückenschwarm. Sie rauben vielen Menschen den Schlaf.

 

Kleinste stehende Gewässer reichen zur Vermehrung

Besonders gerne vermehren sich die stechenden Quälgeister in leicht verschmutztem Wasser. Dort legt eine Mücke gut und gerne hundert Eier ab. Dabei reichen den Mücken schon kleinste Gewässer, wie etwa Pfützen, Eimer mit altem Wasser oder kleinste Tümpel, um sich zu vermehren. Durch das Hochwasser sind jetzt viele neue Möglichkeiten für die Eiablage entstanden. Es könnte also zu einer sehr starken Zunahme an Mücken in diesem Sommer kommen. Wer in seinem eigenen Garten Regentonnen oder andere Behältnisse mit altem Wasser stehen hat, sollte diese ausleeren, um der Vermehrung etwas Einhalt zu gebieten.

Es ist durchaus möglich, die Plagegeister chemisch und großflächig zu bekämpfen. Dazu wird vor allem entlang des Rheins ein Bakterium eingesetzt, dass den Verdauungstrakt der Mückenlarven so schädigt, dass sie absterben. Doch die Methode ist umstritten, da es über 45 verschiedene Familien innerhalb der Gattung „Mücke“ gibt. Nicht alle davon ernähren sich dabei vom menschlichen Blut wie die Stechmücken. So kann die Schnake, entgegen der weit verbreiteten Annahme, kein menschliches Blut aufnehmen – ihr „Rüssel“ kommt gar nicht erst durch die Haut.

Durch das Auslöschen der gesamten Mückenpopulation wird ein wichtiges Glied im Ökosystem zerstört. Vor allem Vögel, Spinnen und manche Fische ernähren sich von den Insekten. Sollte die Population der Mücken zu stark zurück gehen und nicht durch andere Arten ausgeglichen werden, so ist auch der Bestand der Insektenfresser in manchen Gebieten bedroht.

 

Einfach schützen

Was also tun, wenn nachts ein Angriff der Stechmücken droht? Zwei Methoden sind besonders wirksam, einfach und sehr naheliegend. Zum ersten wehrt ein Moskitonetz über dem Bett zuverlässig die kleinen Blutsauger ab. Gleiches gilt auch für Mückennetze am Fenster. In beiden Fällen kann bei den heißen Temperaturen im Sommer mit offenem Fenster geschlafen werden, ohne am nächsten Morgen vollkommen zerstochen zu sein.

Licht zieht die Stechmücken nicht so stark an, wie Gerüche. Daher ist Lüften im Dunkeln nicht unbedingt sinnvoll. Ein wirksames Hausmittel sind dagegen eng mit Nelken gespickte Zitronenschreiben, da Mücken diesen Geruch ebenfalls stark wahrnehmen, er aber auf sie abstoßend wirkt. Insektenmittel die auf die Haut aufgetragen werden, sind ebenfalls wirksam, wenn auch nur kurzfristig. Elektrische Verdampfer, die Insektizide verbreiten, können dagegen auch der menschlichen Gesundheit schaden. Daher ist von ihnen abzuraten.

 

Gesundheitliche Gefahr sehr gering

Übrigens: Eine große gesundheitliche Gefahr geht von den Mücken keine aus. Zwar könnten auch die heimischen Mücken theoretisch Krankheiten wie Malaria und verschiedene Fieber-Arten wie Gelbfieber oder Dengue-Fieber übertragen. Dazu müssten aber in Deutschland viele Menschen mit entsprechenden Krankheitserregern infiziert sein. Die Stechmücke kann nur Krankheiten übertragen, von denen sie auch selbst befallen ist. Sie müsste sich also zunächst bei einer ersten Nahrungsquelle infizieren, dann dauert es etwa 10 bis 14 Tage, bis auch die Mücke daran erkrankt. Erst danach könnte sie eine nächste Nahrungsquelle anstecken. Da die entsprechenden Krankheiten in Deutschland quasi nicht mehr vorkommen, ist eine weitere Infizierung höchst unwahrscheinlich. In Skandinavien gibt es noch einen Virus, der von den dort lebenden Stechmücken übertragen wird. Bei einem geplanten, längeren Aufenthalt in der skandinavischen Wildnis sollte daher ein Arzt befragt werden.

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