Immer mehr junge Menschen erleiden Schlaganfall

Ursachenforschung

Anlässlich des Weltschlaganfall-Tages am 29. Oktober veröffentlichten schwedische Wissenschaftler eine umfangreiche Studie. Sie zeigt: Immer mehr junge Menschen erleiden einen Schlaganfall. Auf Grund ähnlicher Lebensverhältnisse im Königreich, kann die Studie auch auf Deutschland angewendet werden.

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Junge Menschen wollen ausgehen, feiern, … das Leben genießen. Und doch trifft immer mehr das Schicksal „Schlaganfall“. Rechtzeitige und vor allem schnelle Hilfe in einer Stroke Unit kann vor größeren Schäden bewahren.

 

Umfangreiche Studie aus Schweden zum Schlaganfall bei jungen Menschen

Nicht umsonst lautet das Motto der Deutschen Schlaganfall Hilfe: „Schlaganfall kann jeden treffen“. Trauriger Weise ein sehr treffendes Motto, denn längst sind nicht mehr nur alte Menschen betroffen. Immer häufiger erleiden auch junge Menschen einen Schlaganfall.

Das haben schwedische Forscher jetzt in einer Studie bestätigt, wie die Deutsche Schlaganfall Hilfe in einer Pressemitteilung berichtet. Im Zeitraum von 1987 bis 2010 wurden fast 400.000 Schlaganfälle im Königreich systematisch erfasst. Die Patienten wurden für die Auswertung in drei Altersgruppen eingeteilt.

 

Rückgang bei den Alten, Anstieg bei den Jungen

Es ergab sich, dass die Schlaganfälle in den beiden älteren Gruppen sanken. Das führen die Forscher auf bessere Vorsorge und eine Abnahme an rauchenden Menschen zurück. Auch sind viele Risikofaktoren wie etwa Bluthochdruck der Bevölkerung bewusster. Sie werden nicht mehr übersehen oder unterschätzt.

Bei der Altersgruppe der 18- bis 44-jährigen nahm die Anzahl der Schlaganfälle dagegen zu. 1,3 Prozent mehr Schlaganfälle jedes Jahr wurden bei den Männern verzeichnet – bei den Frauen gab es sogar einen Anstieg um 1,6 Prozent. Den Anstieg führen die Forscher vor allem auf mangelnde Bewegung und Übergewicht zurück.

 

 

Auch in Deutschland ist der Schlaganfall weit verbreitet

Da sich die Lebensverhältnisse in Schweden und in Deutschland nicht wesentlich unterscheiden, kann die Studie auch auf die Bundesrepublik bezogen werden. „Der Schlaganfall ist eine Volkskrankheit, rund 270.000 Menschen sind jährlich in Deutschland davon betroffen“, weiß Dr. Brigitte Mohn von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Geht es nach der Statistik, erleidet jeder sechste Deutsche in seinem Leben einen Schlaganfall. In Deutschland ist er die dritthäufigste Todesursache.

Während eines Schlaganfalls werden Teile des Hirns nicht mit genügend Sauerstoff versorgt. Wenn die Unterversorgung länger besteht, drohen bleibende Schäden oder sogar der Tod. Deshalb sollte schnell reagiert werden. Mit einem Schlaganfall ist nie zu spaßen. Zu seinen häufigsten Symptomen zählen Seh-, Sprach- und Sprachverständnisstörungen sowie Lähmungen und Taubheitsgefühle. Schwindel mit Gangunsicherheit oder sehr starke Kopfschmerzen können unter Umständen auch auf einen Schlaganfall hindeuten. Sollten Sie solche Symptome bei sich oder einem Verwandten bemerken, verständigen Sie umgehend den Notruf. Bei Verdacht auf Schlaganfall darf keine Zeit verloren werden. Je früher die Behandlung beginnt, desto geringer sind die auftretenden Schäden. Mittlerweile wurde ein Netz von sogenannten Stroke-Units in ganz Deutschland aufgebaut. In diesen spezialisierten Zentren werden die Schlaganfall-Patienten bei der Erstversorgung optimal behandelt.

 

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