Inselzell-Transplantation: Hoffnung für Diabetiker

Lässt sich so Diabetes heilen?

Hoffnung für viele Diabetiker: Die Inselzell-Transplantation kann Zuckerkranken für einige Jahre zu mehr Unabhängigkeit verhelfen: Keine ständige Angst mehr vor Über- oder Unterzuckerung, weniger Blutzuckermessungen, keine penible Einhaltung der Diätpläne –  einfach mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens und damit eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität.

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Die Inselzell-Transplantation macht vielen Diabetikern Mut, dass die Krankheit eines Tages komplett geheilt werden kann.

 

 

Beim Diabetes mellitus Typ 1 werden die insulinproduzierenden Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse vom eigenen Immunsystem angegriffen und auf lange Sicht zerstört. Der Körper ist dann nicht mehr in der Lage, den Blutzuckerspiegel selbst zu regulieren. Mit Hilfe von künstlich zugeführtem Insulin, anfangs in Tablettenform später als Spritze, müssen Betroffene ihren Blutzuckerspiegel permanent kontrollieren und konstant halten.

 

Inselzell-Transplantation ersetzt die zerstörten Langerhannsschen Inseln

Gesunde Menschen besitzen in der Bauchspeicheldrüse, auch Pankreas genannt, rund eine Million Langerhannssche Inseln. Sie regulieren den Blutzuckerstoffwechsel, indem je nach aktuellem Bedarf Insulin zur Blutzuckersenkung oder Glukagon zur Blutzuckererhöhung in den Blutkreislauf abgegeben wird. Bei Diabetikern ist dieser fein über Hormone austarierte Regelungsmechanismus schwer gestört, da das eigene Immunsystem die so wichtigen Langerhannschen Inseln als Gefahr ansieht und zerstört. An dieser Stelle setzt der Grundgedanke des Transplantationsmedizin an: Ein Organ, das zerstört ist, kann durch ein Spenderorgan ersetzt werden.

Derzeit wird an der Inselzell-Transplantation weiter intensiv geforscht, um die Risiken für die Empfänger zu minimieren und auf lange Sicht, eine erneute Zerstörung der transplantierten Zellen zu verhindern. Die Technik steht jedoch schon heute bereit und wird eingesetzt. Zunächst entnimmt man dem Organspender die Bauchspeicheldrüse und isoliert daraus die Langerhannsschen Inseln. Diese werden im Labor aufbereitet und kurze später dem Empfänger in die sogenannte Pfortader gespritzt. Die Pfortader versorgt die Leber mit wichtigen Nährstoffen. In diesem feinen Geäst der Blutgefäße der Leber verfangen sich die transplantierten Inselzellen und siedeln sich an. Von dieser Stelle aus übernehmen sie ihre Aufgabe und fangen an, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren. Der Körper ist dann wieder in der Lage, selbst Insulin herzustellen. Einige Patienten kommen nach dem Eingriff für längere Zeit ohne Insulinspritzen aus.

 

 

Ziel der Inselzell-Transplantation: Stabilisierung des Blutzuckerspiegels – keine Überzuckerung und keine Unterzuckerung mehr

Derzeit wird der aufwändige Eingriff vor allem bei Patienten durchgeführt, die von starken Unterzuckerungen betroffen sind, denn leider kann trotz optimaler Insulintherapie nicht immer ein extrem schwankender Blutzuckerspiegel verhindert werden. Kommt dann eine Unterzuckerungswahrnehmungsstörung, eine sogenannte Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung, hinzu, kann es lebensgefährlich werden, denn die Patienten merken nicht, dass sich eine drohende Unterzuckerung ankündigt. Bei ihnen fehlen die typischen Symptome wie Heißhunger, Schwitzen, Unruhe und weiche Knie. Eine Unterzuckerung jedoch ist sehr gefährlich. Sie führt zur Eintrübung des Bewusstseins und Ohnmacht. Unbehandelt kann eine Hypoglykämie tödlich enden. Doch die viel zu hohen bzw. auch zu niedrigen Werte bedeuten zusätzlichen Stress für den Körper und können zu schweren Langzeitschäden führen – beispielsweise Durchblutungsstörung in den Beinen, Erblindung oder Nierenschäden.

Nach der Inselzell-Transplantation können die Diabetiker in der Regel wieder ein fast normales Leben mit einem konstanten Blutzuckerspiegel führen: keine Überzuckerung und keine Unterzuckerung mehr. Ein enormer Gewinn an Lebensqualität, denn auch die Gefahr für Folgeschäden minimiert sich damit enorm. Das Verfahren der Inselzell-Transplantation bietet derzeit in Deutschland nur die Universität Dresden an. Experten sehen darin einen wichtigen Schritt hin zur Heilung von Diabetes.

 

 

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