Jodmangel

Warum die optimale Jodversorgung so wichtig ist

Kleiner Stoff – große Wirkung. Das Spurenelement Jod befindet sich nur in äußerst geringen Mengen im menschlichen Körper – daher der Name Spurenelement. Lediglich Mikrogramm, also millionstel Gramm, befinden sich im gesunden menschlichen Körper.

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Meersalz enthält Jod (aber leider nicht so viel wie lange Zeit gedacht.) In Salinen verdampft Meerwasser und übrig bleibt das Salz. Je nach enthaltenen Mineralstoffen kann ungereinigtes Meersalz in verschiedenen Farben schimmern.

 

Dennoch hat Jodmangel eine negative Wirkung auf den Stoffwechsel und die Organe eines Menschen – das gilt für alle Altersgruppen! Durch eine ausgewogene und gesunde Ernährung kann Jodmangel effektiv verhindert werden.

 

Jod ist ein essentielles Spurenelement, es kann also nicht durch andere Stoffe ersetzt werden. Der Körper braucht einen steten Nachschub an Jod. Nur sehr geringe Mengen können gespeichert und vom Körper bei Unterversorgung aktiviert werden. Das meiste wird durch Niere und Darm direkt wieder ausgeschieden.

Das Jod wird fast ausschließlich in der Schilddrüse gebraucht. Nur mit Jod kann sie die nötigen Schilddrüsenhormone herstellen. Ohne diese Hormone ist menschliches Leben nicht möglich. Sie haben Einfluss auf folgende Körperfunktionen:

  • Entwicklung und Wachstum von Embryonen im Mutterleib
  • Schwangerschaftsverlauf
  • Energieverbrauch
  • Regulation der Körpertemperatur
  • körperliches Leistungsvermögen
  • Darmträgheit und Verdauung
  • Geistige Leistung, Konzentration und Stimmung
  • Funktion der Abwehrkräfte
  • Fruchtbarkeit bei Mann und Frau
  • Blutdruck
  • Tätigkeit des Herzens

Bei Jodunterversorgung können diese Funktionen nicht mehr richtig, schlecht oder gar nicht gewährleistet werden.

Sollte die Schilddrüse einmal zu wenig Jod haben, um richtig zu funktionieren, hat der Körper einen Mechanismus entwickelt. Die Schilddrüsenzellen weiten und vermehren sich stark. Dadurch sollen die zu geringen Mengen an Jod möglichst effektiv aus dem Blut gefiltert werden. Werden diese Zellen zu zahlreich oder zu groß, entsteht ein Kropf oder Struma. Dieser kann zu Beschwerden beim Schlucken, Beklemmungsgefühlen, Atemnot und zur Einengung der Blutgefäße im Hals führen.

 

Europäische Böden sind jodarm

Die Unterversorgung mit Jod folgt in Deutschland auch aus den verfügbaren Böden, auf denen unser Essen angebaut wird. Über Millionen von Jahren wurde das Jod sehr stark aus den meisten Böden in Zentraleuropa gewaschen. Entsprechend wenig Jod gelangt in die angebauten Pflanzen oder über die Tiernahrung in das zum Verzehr gedachte Fleisch.

Entgegen der verbreiteten Ansicht enthält Meersalz kaum Jod. Dies erschwert die natürliche Aufnahme von ausreichend Jod. Unter den Lebensmitteln ist vor allem der Seefisch reich an Jod. Alternativ ist auch in Milch und Milchprodukten viel Jod enthalten, wenngleich nicht so ausgeprägt, wie im angesprochenen Seefisch. Um Jodmangel aktiv zu vermeiden ist es daher ratsam, regelmäßig Fisch zu essen.

Immer mehr Menschen setzen zudem auf Nahrungsergänzungsmittel, um einem Jodmangel vorzubeugen.

 

Bei Kleinkinderm besonders stark auf Jodmangel achten

Für neugeborene Kinder ist eine ausreichende Jodversorgung besonders wichtig. Eine Unterversorgung kann eine geistige Behinderung zur Folge haben, da Jod zur gesunden Entwicklung des Gehirns unbedingt gebraucht wird. Daher werden Babys nach der Geburt sofort auf eventuellen Jodmangel hin untersucht. Der häufigste Grund für Jodunterversorgung bei Neugeborenen ist die mangelnde Jodaufnahme der Mutter. Schwangere sollten daher besonders auf ihren Jodhaushalt achten und im Zweifel den betreuenden Frauenarzt zu Rate ziehen. Allgemein gilt Jodmangel als die größte Ursache für vermeidbare Hirnschäden weltweit.

Allgemein ist eine Tagesdosis Jod von 150 bis 200 Mikrogramm ausreichend. Schwangere oder stillende Frauen sollten eine Tagesdosis von etwa 260 Mikrogramm zu sich nehmen. Dazu kann es, vor allem bei Fisch- und Milchunverträglichkeiten, ratsam sein, Jodtabletten einzunehmen. Dabei ist zu beachten, dass ab einer Menge von 500 Mikrogramm Jod pro Tag eine ebenso ungesunde Überversorgung eintritt. Da jeder Körper anders auf Jod reagiert und jeder Mensch bekanntlich verschieden ist, sollte bei Fragen ein Arzt aufgesucht werden.

Vegetarier und Veganer müssen besonders auf ihren Jodhaushalt achten, da ihre Lebensweise die Haupt-Jod-Lieferanten wie Fisch und Milch ausschließt. Das Jodmangelrisiko steigt dementsprechend. Gleiches gilt für manche Diäten. Auch hier gilt: Besser einen Arzt befragen, anstatt einen Jodmangel zu riskieren.

 

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