Kampf gegen Haarausfall & Glatze

Paradox: Haare ausreißen lässt neue Haare wachsen

Viele Patienten, die unter Haarausfall leiden, wollen sich mit dem Schicksal „Glatze“ nicht abfinden und suchen deswegen immer wieder nach neuen Möglichkeiten, dem Haarverlust entgegenzuwirken. Es wäre daher fast zu schön, um wahr zu sein, wenn man lediglich ein paar alte Haare opfern müsste, damit vermehrt neue Haare sprießen. Forscher haben nun untersucht, ob vereinzeltes Haare zupfen gegen die Glatze hilft – und die gute Nachricht gleich vorweg: Es könnte eine Lösung sein und das Verschwinden der Haarpracht so aufgehalten werden. Ein großer Lichtblick für alle Betroffene. Viele wünschen sich ja nichts Sehnlicheres, als wieder einen vollen Haarschopf zu haben.

© Rainer Sturm / pixelio.de

Haarausfall kann am Selbstwertgefühl nagen. Wer von Haarausfall betroffen ist, darf dank einer Studie aus den Hoffnung schöpfen, dass sich die drohende Glatze vermeiden lässt.

 

Forscher der University of South California (Los Angeles, USA) veröffentlichten jüngst ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Cell. Für ihre Studie zupften sie Mäusen gezielt das Fell. Die Versuche zeigten, dass das Herausreißen von 200 Haaren nach einem bestimmten Muster das Wachstum von bis zu 1.300 neuen Haaren anregen konnte. Entscheidend für die neue Haarpracht war jedoch, dass die Wissenschaftler ein bestimmtes Zupf-Muster einhielten. Bei geringer Haarpracht darf die Fläche, auf der die Haare herausgezupft werden, auf keinen Fall einen Durchmesser von mehr als sechs Millimetern haben, denn dann passierte in dem Mäuseversuch rein gar nichts. Zupften die Wissenschaftler den Mäusen die Haare jedoch in einem Kreis mit einem Durchmesser von drei bis fünf Millimetern aus, dann konnten sie im Laufe der Zeit das Nachwachsen neuer Haare beobachten. Bei 200 herausgerissenen Haaren wuchsen bei der Regeneration zwischen 450 und 1.300 neue Haare nach. Sogar außerhalb der Zupfregion sprießten neue Haare.

 

Signalstoffe der Immunzellen regen nach Entzündungsprozessen das Haarwachstum an

Doch wie kommt man überhaupt auf die Idee, bei drohendem Haarverlust ein paar Haare zu opfern, um neue Haare wachsen zu lassen? Zwei, miteinander kombinierte Ergebnisse brachten die Wissenschaftler auf die richtige Spur. Zunächst wussten sie, dass ein verletzter Haarfollikel seine direkten Nachbarn beeinflusst. Außerdem wurde beobachtet, dass sich die Umgebung umgekehrt auf die Regeneration des Haares auswirken kann. Nun konnten die Wissenschaftler den Mechanismus genauer untersuchen. Dafür waren umfangreiche molekulare Analysen erforderlich.

Bei ihren Untersuchungen gelang dem Forscher-Team aus Los Angeles der Nachweis, dass das Herauszupfen der Haare, Entzündungsstoffe in den Follikeln freisetzt. Der so in Gang gesetzte Entzündungsprozess dirigiert im nächsten Schritt Immunzellen zur verletzten Stelle. Sind die Immunzellen vor Ort, so setzen diese wiederum Signalstoffe frei, die das Haarwachstum anregen. Auf die Signalstoffe reagieren sowohl die Follikel der herausgerissenen Haare als auch die noch vorhandenen Haarfollikel in der näheren Umgebung. So können neue Haare wieder sprießen

 

Auch wenn Haarausfall zum Haare-Raufen ist: Bitte noch keine Selbstversuche machen

Die Ergebnisse sind vielversprechend. Doch es müssen noch weitere Untersuchungen erfolgen bevor das gezielte Haare-Ausreißen zur Standardtherapie bei Haarausfall wird. Die Forschergemeinde warnt zum jetzigen Zeitpunkt vor übereilten Selbstversuchen. Betroffene sollten daher weiterhin auf die klassischen Mittel zurückgreifen.

 

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