Kann Capsaicin als Schmerzmittel wirksam sein?

Schmerzlinderung durch den scharfen Inhaltsstoff der Chili

Capsaicin ist der Wirkstoff, der die Chilischoten so richtig schön scharf macht. Sowohl auf der Haut als auch auf den Schleimhäuten kann Capsaicin heftiges Brennen auslösen. Allerdings soll der Inhaltsstoff auch Schmerzen lindern können.

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Peperoni, Chilis oder Cayennepfeffer enthalten Capsaicin. Für diesen natürlichen und als „Scharfmacher“ bekannten Wirkstoff interessiert sich die Wissenschaft.

 

Eine Peperoni hat einen Schärfegrad von 100 bis 500 Scoville. In dieser Einheit wird die Schärfe von Nahrungsmitteln gemessen. Es gibt auch Chilisorten, die bis zu 250.000 Scoville erreichen. Das sorgt dann für richtig starkes Brennen im Mundraum, wenn darauf gebissen wird.

 

Capsaicin als Schmerzmittel?

Für die Schärfe ist der Inhaltsstoff Capsaicin verantwortlich. Kommt dieser mit der Schleimhaut in Kontakt, aktiviert er dort spezielle Andockstellen bestimmter Nervenfasern. Dadurch wird der brennender Schmerz ausgelöst. Es kommt zu Hitzewallungen und die Lippen werden rot.

Das Gleiche passiert auch, wenn Capsaicin in Kontakt mit empfindlicher Haut kommt. Diese Eigenschaft machen sich die Hersteller von Pfefferspray zu eigen. Kommt es in Kontakt mit dem menschlichen Auge, entstehen starke Schmerzen. Pfefferspray kommt übrigens auf bis zu 2 Millionen Scoville.

 

Wissenschaft interessiert an Schmerzlinderung von Chilischoten

Die Wissenschaft untersucht den langfristigen Effekt der scharfen Gewürze. Die Theorie ist simpel: Wer oft scharfes Essen isst, wird unempfindlicher für Schmerzen. Denn die Nerven haben sich durch die Schärfe bereits an das Gefühl gewöhnt und springen nicht mehr so stark darauf an. Damit wäre Capsaicin auch ein natürliches Schmerzmittel.

Das ist auch der Grund, warum zum Beispiel Cayennepfeffer bei der Herstellung verschiedener Medikamente zur Schmerzlinderung zum Einsatz kommen soll. Wissenschaftlich ist das aber noch reine Theorie. Einen fundierter und ausreichender Beweis für die Wirkung als Schmerzmittel konnte bislang noch nicht erbracht werden.

 

 

Capsaicin kommt bei Rückenschmerzen und verspannten Muskeln bereits heute zum Einsatz

Cayennepfeffer oder Capsaicin-Extrakt wird dennoch bereits medizinisch genutzt. Der Wirkstoff kommt bei Kreuzschmerzen und verspannten Muskeln zum Einsatz. Hier sind die Effekte auf das Nervensystem sehr gut erforscht. Capsaicin sorgt für ein Wärmegefühl auf der Haut, indem es die Durchblutung der betroffenen Stellen anregt. In der Apotheke gibt es Salben und Wärmepflaster, die Capsaicin zur Lösung von Verspannungen verwenden. Diabetiker und Menschen mit Bluthochdruck sollten bei der Anwendung jedoch vorsichtig sein.

Wer zu Hause eine Salbe oder ein Pflaster mit dem natürlichen Wirkstoff Capsaicin anwendet, muss sich danach unbedingt gründlich die Hände waschen. Ein direkter Kontakt mit Augen oder Schleimhäuten kann unangenehme Folgen haben.

 

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