Lungenentzündung - unterschätzte Krankheit

Die zweithäufigste Infektionskrankheit wird oft verschleppt

Die Sorge um Nelson Mandela bewegt die Welt. Der südafrikanische Kämpfer gegen die Apartheid und Friedensnobelpreisträger liegt seit einigen Wochen im Krankenhaus – er leidet unter einer schweren Lungenentzündung. Nelson Mandelas Erkrankung brachte die Lungenentzündung auch in der deutschen Öffentlichkeit wieder ins Bewusstsein. Kaum einer weiß, dass es sich bei der Pneumonie um eine Volkskrankheit handelt, die gerne unterschätzt wird. Denn von den geschätzten 500.000 Patienten pro Jahr muss etwa ein Drittel im Krankenhaus behandelt werden. Damit ist sie nach den Durchfallerkrankungen die am zweithäufigsten auftretende Infektionskrankheit.

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Das Abhören der Lunge mit einem Stethoskop gehört zu den Routineuntersuchungen beim Arzt. Hört der Mediziner ein rasselndes Atemgeräusch, so könnte eine Lungenentzündung dahinter stecken. Eine weitere Abklärung z. B. mit einem Röntgenbild ist dann erforderlich.

 

Das Krankheitsbild der Lungenentzündung

Die Lungenentzündung kann sowohl chronisch als auch akut auftreten. Sie ist im wesentlichen eine Entzündung des Lungengewebes. Ursächlich ist meistens eine Infektion mit Pilzen, Viren oder Bakterien. Auch das Einatmen von toxischen Stoffen kann eine Pneumonie auslösen. Beim typischen Krankheitsbild infiziert sich das Lungengewebe zunächst akut. Der Körper reagiert wie bei den meisten Infektionen mit Fieber, Schüttelfrost, Husten, einem schwachen Kreislauf und Schleimbildung. Besonders typisch für die Lungenentzündung sind außerdem auftretende Atembeschwerden, erhöhter Puls und Schmerzen in der Brust. Sollten diese Symptome auftreten, ist ein Besuch beim Hausarzt mehr als ratsam. Die Atembeschwerden müssen nicht besonders stark ausgeprägt sein und können auch ganz fern bleiben. Das Krankheitsbild ist für den Laien dann nur sehr schwer von dem einer Grippe zu unterscheiden, wenngleich die Lungenentzündung weitaus gefährlicher ist. Es ist wichtig, die anderen Symptome nicht zu unterschätzen und im Zweifel auf jeden Fall zum Arzt zu gehen. Denn aller Technologie und Forschung zum Trotz sterben heute noch immer Menschen an den Folgen einer Lungenentzündung.

 

Wie wird die Lungenentzündung behandelt?

Behandelt wird die Lungenentzündung mit Antibiotika. Menge und Umfang hängt vom Patienten ab. Je nach Alter, eventuellen Begleiterkrankungen, anderen Behandlungen mit Antibiotika zuvor und so weiter variiert die Therapie. Zudem werden häufig fiebersenkende Maßnahmen ergriffen, wie etwa die Einnahme von Paracetamol oder der klassische Wadenwickel. Wichtig ist, wie bei vielen anderen Krankheiten auch, dass der Patient ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Mindestens 1,5 Liter pro Tag sollten es sein. Je mehr, desto besser.

Zeigt die Therapie die gewünschte Wirkung, heilt die Lungenentzündung in zwei bis drei Wochen ab. In dieser Zeit ist es wichtig, dem Körper genügend Ruhe zu gönnen. Nur so ist eine vollständige Erholung gewährleistet und die Lungenerkrankung kann vollkommen ausheilen. Zur Risikogruppe mit der Tendenz zur Neigung zur Lungenentzündung (Pneumonie) zählen vor allem Senioren aber auch Säuglinge. Auch wer bereits unter anderen Krankheiten leidet oder ein angegriffenes Immunsystem hat, für den existiert ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Es gibt allerdings einige vorbeugende Maßnahmen, die helfen können. Etwa durch Impfungen, die dazu beitragen das Infektionsrisiko zu senken. Auch hier berät am besten ein Arzt. Generell hilft ein starkes Immunsystem, damit die Infektion gar nicht erst eine Chance hat. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und Verzicht auf Zigaretten sind ebenfalls kleine Tipps, die viel bewirken.

 

Lungenentzündung nicht auf die leichte Schulter nehmen

Das ist auch deshalb sehr wichtig, da eine Lungenentzündung nicht unbedingt einen einfachen Verlauf haben muss. Es können verschiedene Komplikationen auftreten. Etwa, wenn sie zu spät erkannt und damit verschleppt wird oder eben Begleiterkrankungen hinzukommen. Auch die Lunge selbst kann betroffen sein, etwa wenn das Lungenfell sich entzündet, sich Flüssigkeit zwischen Lunge und Brustfell ansammelt, sich Abzesse in den Lungenhohlräumen bilden. Im schlimmsten Fall kann das zu einer Blutvergiftung führen. Wenn nach sechs bis acht Wochen seit Krankheitsausbruch auf Röntgenbildern noch immer eine Entzündung der Lunge zu erkennen ist, dann ist sie chronisch geworden.

 

 

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