Machen Energy-Drinks unsere Kinder krank?

Welche Wirkung hat Koffein auf die jugendliche Gehirnentwicklung?

Die Deutschen lieben Koffein. Je nach Alter konsumieren wir es in verschiedenen Formen. Doch ist der Stoff gesundheitsschädlich? Wo kommt er her? In einer kleinen Serie beleuchten wir des Deutschen liebste Droge. Teil 4 beantwortet die Frage: Machen Energy-Drinks unsere Kinder krank?

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Energy-Drinks sind vor allem bei Jugendlichen beliebt. Sie enthalten jedoch sehr viel Koffein.

 

Sie sind süß, bunt und begehrt: Energy-Drinks sind derzeit unter jungen Heranwachsenden der Renner. In Deutschland trinkt jeder Deutsche durchschnittlich drei Liter von ihnen pro Jahr – Tendenz klar steigend. Wo dieser Trend hingehen kann, zeigen unsere Nachbarn. In Österreich beispielsweise werden schon über elf Liter pro Jahr pro Einwohner getrunken.

 

Energy-Drinks: Schädliche Wirkung auf Entwicklung von Jugendlichen?

Die Forscher des Kinderspitals in Zürich haben sich nun den beliebten Getränken angenommen. In einer Studie haben sie festgestellt, dass sie die Hirnentwicklung in der Pubertät verzögern können. Allerdings wurde das bislang nur im Tierversuch erprobt.

Zwei Gruppen von 30 Tage alten Ratten wurde dafür untersucht. Die eine Gruppe der Nager bekam jeden Tag eine Menge Koffein verabreicht, die auf den Menschen umgerechnet etwa der Menge von drei bis vier Tassen Kaffee entspricht. Die andere Gruppe bekam dagegen nur Wasser vorgesetzt. Fünf Tage lang wurden die Nager so behandelt.

Schon ab dem 31 bis zum 42. Tag stellten die Forscher bei den Koffein-Ratten einen verminderten Tiefschlaf fest. Das ergab die Messung der Gehirnaktivität der Tiere. Ferner fanden die Forscher bei dieser Gruppe mehr Nervenverbindungen, die bei der normalen Entwicklung ausgemistet worden wären, um das Gehirn leistungsfähiger zu machen.

 

Schlechter Tiefschlaf – schlechte Entwicklung?

Während die Gruppe der Ratten, die nur Wasser zu trinken bekamen, mit zunehmendem Alter neugieriger wurde, blieben die Koffein-Nager scheu und vorsichtig. Forscher gehen davon aus, dass die Optimierung des Gehirns, also das Ausmisten von Nervenverbindungen, vor allem im Tiefschlaf und vor allem in der Pubertät von statten geht. Das gilt sowohl für Ratten als auch für den Menschen.

Ob die Ergebnisse eins-zu-eins auf den Menschen übertragen werden können, ist unklar. Die Autoren der Studie sehen noch weiteren Forschungsbedarf. Unbestritten ist allerdings, dass der durchschnittliche Koffein-Konsum von Kindern und Jugendlichen in den vergangenen dreißig Jahren um mehr als 70 Prozent gestiegen ist. Das ist vor allem auf die so genannten Energy-Drinks zurück zu führen, die seit Jahren steile Wachstumskurven aufweisen.

 

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