Männer und Schnupfen - Wehleidig dank Testosteron?

Warum das männliche Immunsystem anders tickt

Durch Testosteron wird in der Pubertät Bartwuchs, Stimmbruch und Muskelwachstum gesteuert. 6 mg Testosteron produziert ein erwachsener Mann täglich. Es sorgt fürs Haarwachstum, für frisch und rosig aussehende Haut durch ausreichende Produktion des Blutfarbstoffs Hämoglobin und für die Produktion von Samenfäden und damit für die Fortpflanzungsfähigkeit.

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Testosteron gibt dem Mann sein Äußeres. Doch ist es auch für einige Verhaltensweisen verantwortlich?

 

Doch offenbar ist es auch Schuld an einem schwächeren Immunsystem, als dem der Frauen. Forscher der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften (PNAS) fanden heraus, dass Frauen mit ihrer körpereigenen Abwehr auf Grippeimpfungen heftiger reagierten als Männer. Frauen produzierten mehr Antikörper. Die stärkere Immunabwehr bei Frauen macht sie aber auch anfälliger gegen Autoimmunerkrankungen, erklärten die Autoren um David Furman von der Stanford University.

 

Testosteron als Ursache?

Diese Ergebnisse bestätigte eine Studie von 2011, die besagte, dass Frauen häufiger an Schnupfen erkranken, aber wesentlich weniger heftige Infektionen als Männer haben. Der Grund: Das Sexualhormon Testosteron beeinflusst verschiedene Gene. Diese sind für den Stoffwechsel und das Immunsystem zuständig. Je höher der Testosteronspiegel, desto schwächer das Immunsystem. Männer tun also nicht nur, als ob sie stärker leiden, sondern durchleiden tatsächlich heftigere Infekte als Frauen.

Allerdings schützt Testosteron auch vor Entzündungen und Allergien. Forscher an der Universität Jena fanden heraus, dass bei Frauen doppelt so viele Stoffe Entzündungen fördern wie bei Männern. Testosteron schützt damit vor Gelenkerkrankungen wie Arthritis oder Rheuma. Und auch von Asthma und Schuppenflechte sind Männer deutlich weniger betroffen, als Frauen.

Deshalb fordern die Experten jetzt maßgeschneiderte Medikamente für Männer und Frauen. So könne man Schnupfen und Entzündungen je nach Geschlecht viel gezielter behandeln. Bis dahin muss allerdings noch viel geforscht werden.

 

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