Mittagsschlaf nicht gut für die Nachtruhe von Kindergarten-Kindern

Schlafrhythmus: Nachtschlaf wichtiger als Tagschlaf

Über den Mittagsschlaf wird viel diskutiert. Vor allem zwischen Kindern ab drei Jahren und ihren Eltern. Viele Kinder wollen eigentlich nicht schlafen, doch die Eltern sind felsenfest überzeugt, dass das Nickerchen nach dem Mittagessen gut für ihre Sprösslinge ist. Egal, ob das Kind müde ist oder nicht. Eine Studie nährt jetzt Zweifel an dem alten Dogma, das Eltern und Kindergartenerzieherinnen gleichermaßen predigen.

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So gesund ist der Mittagsschlaf für Kinder über zwei Jahren wohl gar nicht, denn er verschiebt den Schlafrhythmus.Der Nachtschlaf ist für Kinder wichtiger als der Tagschlaf.

 

Im Kindergartenalltag gibt es feste Rituale. Dazu gehört auch der Mittagsschlaf. Die Kinder sollen sich zumindest ausruhen, auch wenn sie nicht schlafen können oder wollen. Dazu müssen sie sich meist umziehen, auf eine Liege oder Matratze legen, sich mit einer Decke zudecken, die Augen schließen und leise sein. So sollen all die Kinder geschützt werden, die den Mittagsschlaf brauchen, denn das kleine Nickerchen zwischendurch gilt als gesund. Für alle Kinder, die nicht schlafen können, ist die Schlafenszeit einfach nur langweilig und frustrierend. Den Sinnhaftigkeit der Maßnahme bezweifeln sie und jetzt geben ihnen Forscher recht, dass sie gar nicht so falsch liegen.

 

Ob Mittagsschlaf sein muss oder nicht, sorgt für viele Diskussionen

Eine Untersuchung aus Australien sagt nun, dass der Mittagsschlaf nur bedingt gut für Kinder ist, denn das Nickerchen am Tag kann den Nachtschlaf durcheinander bringen. Die Studie erschien im British Medical Journal. Es wurden von den Forschern der Queensland University of Technology insgesamt 26 Studien ausgewertet, die sich mit dem Mittagsschlaf im Baby- und Kindergartenalter auseinandersetzten. Der Wert des Mittagsschlafes für die Gesundheit ist wissenschaftlich gar nicht so sicher, wie es der Durchschnitt der Bevölkerung glaubt.

Fest steht bislang nämlich nur, dass sich die Schlafphasen eines Kindes in den ersten fünf Lebensjahren sehr stark verschieben: Vom Tagschlaf hin zu den Nachtstunden. Auch die Schlafmuster verändern sich dadurch.

 

Tagschlaf kann zu Problemen beim Einschlafen führen

Eltern, die Tag ein und Tag aus abends mit Kindern zu tun haben, die kaum in den Schlaf finden wollen, sollten die täglichen Schlafgewohnheiten analysieren und überdenken. Denn Kinder, die über zwei Jahre alt sind und tagsüber ein Nickerchen pflegen, haben am Abend wesentlich größere Probleme beim Einschlafen. Selbst wenn sie dann eingeschlafen sind, schlafen sie in der Nacht kürzer und auch schlechter. Ihnen fehlt dann der wichtige Nachtschlaf mit seinen Schlafphasen.

Die Erklärung, die die Wissenschaftler in ihren Studien fanden: Es gibt bei der Schlafdauer auf 24 Stunden gesehen keine Unterschiede. Das Schlafen am Tag führt lediglich zu einer anderen Verteilung nicht aber zu mehr Schlaf.

Über den Tag hindurch baut sich beim Menschen ein Schlafdruck auf. Dieser wird durch den Mittagsschlaf reduziert. Die Forscher vermuten, dass dieser Mechanismus auch schon bei zweijährigen Kleinkindern ausgeprägt ist.

 

 

Weitere Forschungen zum Nutzen des Mittagsschlafes nötig

Einige der Studien befassten sich mit weiteren Fragen wie z. B.

  • Wie wirkt sich der Mittagsschlaf auf das Verhalten und die Gesundheit der Kinder aus?
  • Lernen Kinder nach einem Nickerchen besser?
  • Sind sie aktiver und aufmerksamer, d. h. toben sie mehr und verletzen sie sich seltener?
  • Kann der Mittagsschlaf helfen, Übergewicht und Ängsten vorzubeugen?

Bei der Auswertung der Metastudie müssen die australischen Forscher feststellen, dass die Ergebnisse zu uneinheitlich sind und sich aus den Forschungsfragen keine klaren Empfehlungen ableiten lassen. Hierzu wären weitere Forschungen notwendig.

Festhalten wollen die Wissenschaftler jedoch, dass ausreichender Schlaf in jedem Fall wichtig für die kindliche Gesundheit ist und sich ebenfalls positiv auf die Lernfähigkeit auswirkt. Die Verschiebung des Schlafmusters in die Nacht könnte auch ein Zeichen für die Reife des kindlichen Gehirns sein. Denn in den Daten fanden die Forscher Hinweise darauf, dass die Kinder, die tagsüber schneller keinen Mittagsschlaf mehr bräuchten, in der Sprachentwicklung ihren Altersgenossen voraus waren.

 

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