Neugeborenen-Hörscreening (NGHS) – was ist das?

Frühzeitige Erkennung einer Schwerhörigkeit bei Babys

Es ist schon erstaunlich, was moderne Medizin alles kann: Eine ganz einfache und gleichzeitig sehr wirksame Untersuchung ist zum Beispiel das sogenannte Neugeborenen-Hörscreening. Noch nie gehört? Dabei ist Hören das Stichwort, denn bei der Untersuchung wird überprüft, ob ein Neugeborenes richtig hört.

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Das Neugeborenen-Hörscreening (NGHS) ist immens wichtig. So werden frühzeitig Hörschäden entdeckt und Probleme beim Lernen der Sprache verhindert.

 

In der Regel wird der Test im Krankenhaus in den ersten Lebenstagen gemacht und zwar meist während das Kind schläft. Das ist möglich, weil bei der Untersuchung gewissermaßen die Leitung überprüft wird, also ob beispielsweise das Mittelohr und die Hörschnecke funktionsfähig sind. Dafür werden Signale ins Ohr geschickt und beobachtet, ob das Gehirn darauf reagiert, oder, bei einem anderen Messverfahren, abgewartet, ob diese auch wieder herauskommen. Medikamente kommen dabei übrigens nicht zum Einsatz und für das Baby ist die Prozedur vollkommen schmerzfrei, ja noch nicht einmal unangenehm.

Sollte sich herausstellen, dass die Hörfähigkeit des Babys eingeschränkt ist, hilft in der Regel ein Hörsystem weiter. Die sind längst speziell auf die Bedürfnisse von Kindern angepasst und häufig quietschbunt, gestreift oder glitzernd. Sie beeinträchtigen die Kleinen in der Regel nicht. Im Gegenteil: Die Kinder hören so Anfang an richtig, was immens wichtig für das Erlernen des Sprechens ist. Je später eine Hörminderung festgestellt wird, desto schwieriger und vor allem aufwändiger ist es, sie auszugleichen. Daher sollten Sie eine mögliche Diagnose beim Neugeborenen-Hörscreening unbedingt ernstnehmen und nicht lange mit einer Versorgung mit einer geeigneten Hörhilfe zögern. Ihr Arzt und ein auf Babys spezialisierter Hörgeräteakustiker, ein sogenannter Pädakustiker, beraten Sie hierzu ausführlich – damit die Kleinsten die Welt hörend entdecken.

 

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