Nikotinabhängigkeit: Eine starke Sucht

Abhängigkeit von Nikotin ähnlich wie Heroinsucht

Jedes Jahr versuchen viele Millionen Menschen, das Rauchen aufzugeben. Doch die Sucht nach dem täglichen Nikotin bleibt meist der Sieger. Die Abhängigkeit vom Nikotin zählt zu den stärksten, die es gibt. Daher hat die alte Weisheit bestand: Am besten ist, gar nicht erst anzufangen.

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Zigarette, Feuerzeug und Aschenbecher – das ist das „Handwerkszeug“ der Raucher. Vom Nikotin wieder wegzukommen, ist gar nicht so leicht. Den Versuch „Nichtraucher zu werden“ brechen viele wieder ab.

 

Das tun auch immer weniger junge Leute, wie das Roland-Koch-Institut herausfand. Lediglich zwölf Prozent der 12- bis 17-jährigen rauchten 2011 – zehn Jahre zuvor waren es noch 28 Prozent gewesen. Die Nichtraucher-Kampagnen, die vor allem vom Bundesministerium für gesundheitliche Aufklärung forciert wurden, scheinen Wirkung zu zeigen.

Doch es gibt auch weniger erfreuliche Nachrichten: Noch immer greifen mehr als 30 Prozent der erwachsenen Männer und mehr als 20 Prozent der erwachsenen Frauen zu den Glimmstängeln. Dazu stieg die Anzahl an Frauen, die an einer Krebserkrankungen starben, die auf das Rauchen zurück zu führen ist, stark an. Laut dem Statistischen Bundesamt waren es alleine 2011 über 14 500.

 

Nikotinabhängigkeit ähnelt der Sucht nach Heroin

Mit Hilfe eines Positronen-Emissions-Tomografen gelang es Wissenschaftlern zu zeigen, dass der neurobiologische Einfluss von Nikotin auf das menschliche Gehirn dem von Heroin ähnelt. Das ist einer der vielen Gründe, warum es vielen Rauchern schwerfällt, aufzuhören. Dabei rauchen die wenigsten mit reinem Gewissen. Die meisten wissen um die gesundheitlichen Gefahren, wollen gerne aufhören oder haben schon einen Aufhör-Versuch unternommen – meist ohne Erfolg.

Doch der Verzicht würde sich lohnen, denn Ex-Raucher erholen sich relativ schnell von den Belastungen durch die Zigaretten. Die Risiken an einer Raucher-typischen Erkrankung zu sterben, geht rasch zurück. Diese sind auch nicht zu verharmlosen: Jeden Tag sterben in Deutschland mehr als 300 Menschen an der Nikotin-Sucht.

 

 

Lediglich fünf Prozent schaffen es, ohne professionelle Hilfe aufzuhören. Das liegt auch daran, dass der regelmäßige Griff zur Zigarette ein Gehirn-Areal anspricht, welches für das Erlernen von routinemäßigen Aktivitäten zuständig ist, wie zum Beispiel Auto fahren. Der Erfolg des Nikotin-Entzugs hängt damit auch stark von der Fähigkeit ab, Gewohnheiten abzulegen.

 

Lutschen und Kleben

Eine weitere Studie von Universität in Wisconsin zeigte, dass eine Kombination aus Nikotinpflaster und Nikotintablette am erfolgreichsten ist. Über 40% der Probanden schafften den Sprung in ein rauchfreies Leben. Britische Forscher fanden zudem heraus, dass Sport treiben die Lust auf die Zigarette verdirbt.

Wer endlich das Qualmen sein lassen möchte, der sollte sich auf alle Fälle professionelle Hilfe suchen. Am besten wendet man sich an einen Arzt oder Apotheker des Vertrauens. Wer die Sucht besiegt, wird schon rasch belohnt. Nach etwa zwei Wochen bis drei Monaten nach dem Rauch-Stopp erhöht sich die Leistungsfähigkeit der Lunge um 30%. Nach fünfzehn Jahren sind alle Risiken auf Nichtraucher-Niveau gesunken.

 

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