Obst essen gesünder als Saft

Säfte und Smoothies lassen Blutzuckerspiegel schneller steigen

Wer seinem Körper etwas Gutes tun will, greift zu Obst und Gemüse. Soweit so gut. Doch mittlerweile begegnet uns an fast jeder Ecke eine Saftbar, die mit frisch-gepressten Säften und bunten Smoothies lockt. Ist doch klar, dass wir da gerne und beherzt zugreifen, denn Saft kann ja keine Sünde sein, oder? Oh, doch!

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Greifen Sie, wann immer Sie können, zu Obst udn Gemüse am Stück und nicht zu Saft. Obst am Stück sättigt wesentlich länger und enthält noch alle, wertvollen Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Saft dagegen enthält recht viel Zucker, hat deutlich weniger Geschmack und sättigt kaum. Im Produktionsprozess sind viele wertvolle Inhaltsstoffe zerstört worden.

 

 

Leider muss Ihnen die trimeda-Redaktion verkünden: Dass Saft immer und in jedem Fall gesund ist, ist ein Mythos. Fakt ist nämlich: Sie können Ihr Diabetes-Risiko leicht um ein Viertel senken, wenn Sie dreimal wöchentlich eine kleine Schüssel Heidelbeeren direkt essen. Nehmen Sie allerdings die Heidelbeeren, pressen diese aus und trinken den Saft, dann erhöhen Sie sogar Ihr Diabetes-Risiko. Das ergab eine kürzlich veröffentlichte Studie einer Forschergruppe von der „Harvard School of Public Health“ in Boston. Die Wissenschaftler untersuchten von knapp 190.000 Studienteilnehmern die Ernährungsgewohnheiten. Die Auswertung ergab, dass der Verzehr von Trauben, Äpfeln, Birnen und Heidelbeeren sich positiv auf den Insulinhaushalt auswirkt. Dafür allerdings muss das Obst frisch und am Stück gegessen werden. Wer vermehrt auf Saft setzt, der erkrankt deutlich häufiger an Diabetes mellitus.

 

Frisches Obst am Stück verringert Diabetes-Risiko, weil alle Pflanzenwirkstoffe vom Organismus verarbeitet werden können

Ernährungswissenschaftler können recht einfach erklären, warum das so ist. Bevor es das Obst, z. B. die Orange, in die Flasche oder den Tetra-Pak schafft, müssen die Früchte eine ganze Produktionskette durchlaufen. Hier greift ein Prozess in den anderen: Waschen, Pressen, Filtern, Konzentrieren, … Am Ende hat der Orangensaft nicht mehr allzu viel mit dem Ausgangsprodukt zu tun. Viele wertvolle Nährstoffe der Frucht wurden zerstört und sind daher im gekauften Produkt einfach nicht mehr enthalten.

Immer mehr Verbraucher gehen deshalb dazu über, den Saft selbst auszupressen. Aber auch hier gehen fast alle Ballaststoffe verloren, Vitamine oxidieren und es wird vielfach Zucker zugesetzt.

Gerade die Vitamine und Mineralstoffe jedoch sind das Wichtige und Gesunde im Obst und Gemüse. Das Beste steckt vor allem direkt unter der Schale. Wer Obst dagegen auspresst, zerstört seine Struktur und damit viele gesunde Substanzen. Was bleibt am Ende übrig? Wenn man es genau nimmt: Viel Wasser, relativ wenig Geschmack und ganz viel Zucker. Der Körper nimmt die Glukose recht schnell über den Darm auf, denn allzu viel an Verdauungsarbeit muss hier nicht geleistet werden. Damit kann der Zucker schnell ins Blut gelangen und dort die Insulinausschüttung ankurbeln, um den Blutzucker zu regulieren. Experten wissen schon lange, dass genau bei diesem Mechanismus „Blutzucker schießt in die Höhe“ & „Insulinausschüttung wird angeregt“ die Gefahren für Übergewicht und Diabetes lauern.

 

 

Gerade Saft getrunken & schon wieder Hunger

Säfte und Smoothies machen nicht satt, weil püriertes Obst ein viel geringeres Volumen hat und deshalb den Magen weniger ausfüllt bzw. auch den Magen schneller passiert. Folge: Wir sind schneller wieder hungrig.

Anders beim Obst: Es muss Stück für Stück gekaut und langsam verdaut werden. Bei diesem Prozess schießt der Blutzuckerspiegel nicht so schnell in die Höhe. Die Insulinausschüttung setzt deshalb auch verzögert ein.

Das alte englische Sprichwort heißt ja nicht „A juice per day keeps the doctor away“ sondern „An apple per day keeps the doctor away“. Und da ist nun einmal viel Wahres dran!

 

 

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