OECD-Länder: Konsum von Antidrepessiva steigt drastisch

In Deutschland Verdopplung der verschriebenen Tagesdosen

Eine Studie der OECD zeigt, dass die Menschen in den 33 am höchsten entwickelten Ländern immer häufiger zu Antidepressiva greifen. In Deutschland hat sich der Konsum sogar verdoppelt.

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In den reichen OECD-Ländern werden mehr Antidepressiva geschluckt. Das heißt nicht zwangsläufig, dass Depressionen zugenommen haben, denn die Gründe sind vielgestaltig.

 

Der „Health at Glance“-Bericht der OECD stellt den Arzneimittelkonsum der Bürger der 33 OECD-Länder statistisch dar. Die Zahlen sind teilweise erschreckend. So zeigt er zum Beispiel, dass der Konsum von Antidepressiva drastisch gestiegen ist.

 

Starker Anstieg auch in Deutschland

Von 35 definierten Tagesdosen (DDD) pro 1.000 Einwohner pro Tag stieg der Verbrauch auf 56 definierte Tagesdosen pro 1.000 Einwohner pro Tag. In Deutschland verdoppelte sich der Konsum in diesem Zeitraum gar, bleibt mit 50 DDD aber noch unter dem Durchschnitt.

Mit 106 Tagesdosen pro 1.000 Einwohner führen die Isländer das traurige Ranking an. Auf den Plätzen Zwei bis Vier folgen Australien, Kanada und Dänemark. Als Grund für diesen Anstieg sieht die OECD zwei wesentliche Gründe. Zum einen seien die Therapien heute länger und intensiver, zum anderen habe es Indikationserweiterungen für einige Präparate gegeben, weshalb diese nun auch bei leichten Fällen der Depression und Angstzuständen zum Einsatz kommen.

 

Wirtschaftskrise als Grund?

Zudem sieht die OECD in der Gesellschaft allgemein eine größere Akzeptanz für die Medikamente. Auch sei es gesellschaftlich nicht mehr so verpönt, seine psychischen Probleme einzugestehen und die Therapie anzutreten. Ein möglicher Grund für den Anstieg könnte allerdings auch die Wirtschafts- und Finanzkrise sein, die vielen Menschen vor eine unsichere Zukunft stellt.

 

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