Pilze sammeln: Mit der Pilzsaison ist das Pilzfieber ausgebrochen!

Augen auf beim Pilzesuchen

Viele Menschen zieht es derzeit in die Wälder. Das Pilzfieber grassiert. Das milde und feuchte Wetter hat Pilze wachsen lassen. Für Kenner klingen Namen wie z. B. Pfifferling, Steinpilz, Marone, Birkenpilz oder Waldchampignon nur zu verlockend. Und so stehen an den Waldrändern die Autos der Pilzesammler. Natürlich verrät kein passionierter Pilzesammler den genauen Standort seines Reviers. Wenn man nachfragt, bekommt man nur vage Antworten. Auch Neulinge werden derzeit fündig.

Doch Vorsicht! Die trimeda-Redaktion zeigt Ihnen, worauf Sie beim Pilzesammeln achten müssen.

© Martin Jäger / pixelio.de

Pilzfieber – wenn Pilzesammler zu Hause nicht mehr zu halten sind.

 

Zu fast jedem Speisepilz gibt es mindestens ein giftiges Pendant. Nehmen Sie daher nur solche Pilze mit, die Sie einwandfrei bestimmen können. Ein Pilzführer in der Hosen- oder Jackentasche schadet nichts. Doch sollten Anfänger zunächst mit einem erfahrenen Pilzesammler mitgehen und sich die Unterschiede z. B. zwischen Steinpilz und Bitterling genauestens erklären lassen. Es gibt in Deutschland auch viele Pilzberater, die geführte Pilzwanderungen anbieten. Erkundigen Sie sich in Ihrer Region nach einem solchen Angebot.

 

Speisepilze vs. Giftpilze: Im Zweifel lieber stehen lassen

Pilze wachsen bevorzugt auf Wiesen und in Wälder. Im Wald sind Lichtungen und Waldränder vielversprechende Pilzgebiete. Doch achten Sie genau auf die Umgebung, denn Pilze sammeln Schadstoffe der Umgebung auf und reichern sie an. Sammeln Sie daher keine Pilze in der Nähe von vielbefahrenen Straßen oder Industrieanlagen. In manchen Gebieten Süddeutschlands droht noch eine Gefahr, an die im ersten Moment niemand denkt. Nach der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl ist hier ein Teil der radioaktiven Wolke niedergegangen. Noch heute können dort Pilze die Grenzwerte für Cäsium überschreiten.

 

 

Zur Ausrüstung eines Pilzsammlers gehört ein scharfes Messer sowie ein luftdurchlässiger Korb. Sammeln Sie keine Pilze im Plastikbeutel. Dort fangen die Pilze schnell an zu schwitzen und verderben leichter. Haben sie einen Pilz entdeckt, den Sie mitnehmen wollen, dann ziehen Sie ihn bitte nicht einfach aus dem Boden heraus. So verursachen Sie große Schäden am Pilzgeflecht. Am besten Sie drehen ihn vorsichtig aus dem Boden oder schneiden ihn direkt ab.

Auch wenn man sich über die Funde freut: Ältere und große Pilze können Sie meist getrost stehen lassen. In der Regel sind diese bereits von Würmern so stark befallen, dass man diese nicht essen möchte. Die Waldtiere wie Maus, Igel. Dachs, Wildschwein und Schnecke werden sich freuen. Außerdem leisten diese Pilze einen wichtigen Beitrag zur Vermehrung der Art.

Nehmen Sie auch keine ganz kleinen Pilze mit. Hier ist nämlich die Bestimmung sehr schwierig. So ähneln sich im Jungstadium der Steinpilz und der äußerst giftige Knollenblätterpilz sehr stark.

 

Pilze sammeln: Hobby & Passion

Bei der Zubereitung der Pilze sollten Sie darauf achten, dass die Pilze noch am gleichen Tag verarbeitet werden. Gereinigt werden die Fundstücke am besten mit Hilfe von Küchenrolle und einem Pinsel. Vermeiden Sie es, Waldpilze zu waschen, denn sie saugen sich nur mit viel Wasser voll und verlieren enorm an Aroma. Die meisten Pilze können nicht roh genossen werden. Sie müssen daher entsprechend zubereitet werden. Erhitzen Sie Pilze mindestens 15 Minuten. Neben Salz und Pfeffer gehört an eine Pilzpfanne auch immer etwas Kümmel. So wird das schwere Pilzgericht bekömmlicher, denn der Kümmel regt die Verdauung an.

Heben Sie die Reste der abgeputzten Pilze zur Vorsicht ca. 12 bis 24 Stunden auf. Sollte es trotz aller Vorsicht zu Vergiftungserscheinungen kommen (wie z. B. Übelkeit, Schwindel und Erbrechen), können Experten anhand der Reste Rückschlüsse ziehen, welche Pilzsorte ungenießbar war und entsprechende Schritte zur Behandlung einleiten.

 

Pilze sammeln: Ein Beitrag für die Gesundheit

Sollten Sie trotz der derzeitigen Pilzschwemme im Wald keinen Erfolg haben, krämen Sie sich nicht! Sie haben auf jeden Fall einen tollen Waldspaziergang gemacht und so etwas für Ihre Gesundheit getan, denn ein Aufenthalt an der Waldluft baut Stress ab und senkt nachweislich den Blutdruck. Lesen Sie dazu den Artikel: Geheimtipp Waldspaziergang & Waldluft: Ist gesund und tut der Seele gut.

 

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