Schaden Loom-Bänder wirklich der Gesundheit?

Selbstgemachte Mode-Accessoires noch immer hoch im Kurs

Selbstgeknüpfte Armbänder aus kleinen bunten Gummiringen waren der Sommer-Trend des Jahres. Ob Panda, Ente, Affe oder Handyhülle – Könner zaubern aus den bunten Gummibändchen richtige Kunstwerke. Allein in einem halben Jahr wurden zwei Millionen Pakete mit den neonfarbenen Silikonringen und fast eine halbe Million Spezial-Webrahmen verkauft. Deswegen muss man kein Hellseher sein, um voraussagen zu können, dass Loom-Bänder und Zubehör an Weihnachten auch auf vielen Gabentischen zu finden sein werden. Was ist dran an den Gerüchten: Sind Loom-Bänder gesundheitsschädlich?

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Loom-Bänder sind derzeit vor allem bei Mädchen sehr beliebt. Doch sind sie auch eine Gefahr für die Gesundheit?


Bereits im Sommer klagten manche Kinder über Juckreiz und Hautausschläge an Stellen, die mit den bunten Bändchen in Berührung gekommen waren. Der Geruch alarmierte Eltern und sorgte für Verunsicherung. Bald darauf warnten erste Toxikologen, dass Schadstoffe, wie Phthalate oder PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) in den Bändchen enthalten sein könnten, die für Kinder schädlich sein können.

 

Sind die bunten Bändchen gesundheitsschädlich?

Phthalate und PAK sind Schadstoffe, die in Kinderspielzeugen sehr häufig anzutreffen sind, denn diese Substanzen sorgen dafür, dass der Kunststoff weich bleibt. Werden diese Stoffe über die Schleimhäute im Mund oder die Haut aufgenommen, kann Krebs oder eine Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit die Folge sein. Außerdem reagieren einige Kinder allergisch auf Latex.

Stiftung Warentest prüfte deshalb „Loom Bandz“ von sechs Anbietern auf gesundheitsgefährdende Stoffe und gibt Entwarnung.

Für diese sechs Anbieter, darunter das „Rainbow Loom Original“, „Fun Weenz Rubberband“ und „Grafix Loom Bands“, konnte nachgewiesen werden, dass sie frei von Phthalaten und PAK sind. Das Prüfunternehmen weist aber darauf hin, dass sich diese Ergebnisse nicht generalisieren lassen und man bei anderen Anbietern wachsam bleiben sollte.

 

So schützen Sie sich vor einem gesundheitsgefährdenden Fehlkauf

Wie man sich schützen kann:

  • Nur Originale in Originalverpackung kaufen, keine Nachbildungen.
  • Auf das CE-Siegel achten. Vorsicht! Das echte CE-Zeichen zeigt, dass die Bänder den Gesundheitsvorschriften in Europa entsprechen, das andere steht für „China-Export“.
  • Auf deutsche TÜV-Siegel oder GS-Siegel achten.
  • Finger Weg von Produkten aus dem Nicht-europäischen-Ausland oder China.
  • Die Kinder auf die Gefahren hinweisen. Loom-Bänder von Kleinkindern fernhalten.

 

Achten Sie auf die korrekte Entsorgen der Loom-Bänder und schützen Sie so die Umwelt

Ganz ungefährlich sind die Loom-Bänder dennoch nicht. Vor allem bei kleinen Kindern ist die Verschluckungsgefahr sehr hoch. In England gab es bereits schwere Verletzungen bei Unfällen. Ein Junge erblindete, als ihm ein Gummi ins Auge schoss, ein anderer verlor fast zwei Finger, um die Loom-Bänder gewickelt waren. Dies führte in England zum generellen Loom-Verbot an Schulen.

Auch Umweltschützer äußerten Bedenken, denn irgendwann ist der Trend auch wieder vorbei und die Loom-Bänder aus Silikon verrotten nicht. Achtlos weggeworfene Bänder sind eine Gefahr für Haus- und Wildtiere. Sicherer ist es deshalb, die nicht wiederverwertbaren Bänder über den Hausmüll zu entsorgen oder an speziellen Sammelstellen abzugeben.

 

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