Gesundheitsrisiko durch Schichtarbeit

Folgen von Nachtschichten nicht unterschätzen

Während nachts der größte Teil Deutschlands im Bett liegt und sich ausschlafen kann, müssen laut Statistischem Bundesamt drei Millionen Menschen regelmäßig arbeiten.

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Schichtarbeit gehört auch in der modernen Arbeitswelt dazu. So müssen beispielsweise Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern aber auch Polizisten, Piloten oder LKW-Fahrer auch nachts arbeiten.

 

Dazu kommen noch zusätzlich 2,4 Millionen Menschen, die zumindest gelegentlich oder einen Teil der Nacht ihrem Beruf nachgehen. Meist fällt es uns im Alltag gar nicht auf, dass so viele Deutsche nachts arbeiten, doch sie verrichten einen wichtigen Dienst in unserer Gesellschaft. Es sind Krankenschwestern, Piloten, Arbeiter an den Industrieanlagen, Postboten, Bäcker und Polizisten. Sie alle zahlen einen hohen Preis dafür, dass sie unser System auch dann am Laufen halten, wenn die Sonne schon lange untergegangen ist.

 

Körper und Geist leiden und Schichtarbeit

Dass Schichtarbeiter gesundheitliche Probleme haben, war schon lange bekannt. Allerdings wurde die psycho-soziale Komponente wohl lange unterschätzt. So deuten aktuelle Forschungen daraufhin, dass Schichtarbeiter häufiger an Krebs leiden. Außerdem sind mit (Nacht-)Schichtarbeit häufig verbunden:

  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • Bluthochdruck
  • Magengeschwüre
  • Kopfschmerzen
  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Verdauungsstörungen
  • Wutausbrüche

Die größten Auswirkungen hat die Schichtarbeit auf den Schlaf. Durch die Arbeit gegen die innere Uhr schlafen Schichtarbeiter nicht nur weniger, sondern auch schlechter. Laufend muss sich der Körper an einen neuen Tages- und Schlafrhythmus gewöhnen, was zusätzliche Kraft kostet. Deshalb wird auch von mehr als drei Nachtschichten hintereinander abgeraten.

 

 

Schichtarbeit und Freizeit schwer vereinbar

Auch psychisch ist die Arbeit in Schichten eine Belastung, da Freizeit, Familie und Freunde oft schlecht oder gar nicht mit den Arbeitszeiten vereinbar sind. Dieser Umstand begünstigt Desozialisierung und kann zu Alkohol- und Drogenmissbrauch führen.

In vielen großen Firmen mit Nachtschichten werden die Arbeiter deshalb oft von Ärzten untersucht und betreut, um gesundheitliche Risiken zu minimieren. Für Betroffene sind die Folgen oft nur schwer zu erkennen. Sie bauen sich langsam auf und werden dann schlagartig sichtbar.

Ein paar einfache Tipps können Schichtarbeitern helfen:

  • Nach einer Nachtschicht so gut wie möglich vor der Sonne und hellem Licht schützen, etwa durch Tragen einer Sonnenbrille auf dem Weg nach Hause.
  • Statt weniger großer, viele kleine Mahlzeiten zu sich nehmen. Das vereinfacht die Verdauung für den Körper und nimmt ihm zusätzlichen Stress.
  • Möglichst viele potenzielle Geräuschquellen zu Hause vor dem Schlafengehen abschalten. Das Zimmer so gut wie möglich abdunkeln und für ein gutes Raumklima vor dem Schlafengehen sorgen.
  • Getränke, die Koffein enthalten, sollten etwa drei bis vier Stunden vor dem Schichtende nicht mehr getrunken werden.

Auch die Unternehmen können ihren Teil dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Schichtwechsel im Uhrzeigersinn kommen dem natürlichen Schlafrhythmus am nächsten. Es sollten ausreichend Ruhephasen eingeplant werden. Der Schichtplan sollte langfristig feststehen, damit die Arbeiter ihre Freizeit- und Familienaktivitäten besser planen können. Idealerweise gibt es zudem Wahlmöglichkeiten für die Mitarbeiter, damit sie ihre Arbeitszeiten nach ihren Wünschen einteilen können.

 

Schichtarbeiter-Syndrom behandeln lassen

Trotzdem kann es immer noch zum Schichtarbeiter-Syndrom kommen – während der Arbeit schläfrig fühlen und in der Ruhephase schlaflos sein. Sollte das der Fall sein, ist es unter Umständen ratsam, eine Schlaftherapie zu besuchen, die mittlerweile von vielen großen Kliniken angeboten wird. Jedenfalls ist es wichtig, einen fachkundigen Arzt um Hilfe zu bitten – die Gesundheitsrisiken durch Schichtarbeit sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

 

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