Schlafstörungen erhöhen Krebs-Risiko

Zusammenhang zwischen Schlaflosigkeit und Prostatkrebs gefunden

Schlafstörungen sind mehr als nur nervig. Wer nachts schlecht oder gar nicht schläft, ist am nächsten Tag nicht nur weniger leistungsfähig, sondern steigert auch sein Krebsrisiko. Eine Studie der Universität Reykjavik hat diesen Zusammenhang bei Männern nun untersucht und ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs festgestellt.

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Man(n) braucht ausreichend Schlaf – sonst steigt das Krebsrisiko.

 

„Schlafstörungen treten in der modernen Gesellschaft weit verbreitet auf und wirken sich nachteilig auf die Gesundheit aus“, weiß Lara G. Sigurdardóttir, Leiterin der Studie von der Universität in Reykjavik. Laut ihrer Studie haben Männer, die unter Schlafstörungen leiden, ein fast doppelt so hohes Risiko an der Krebsart zu erkranken. „Das Frauen, die unter Schlafstörungen leiden, ein höheres Risiko für Brustkrebs haben, war bereits länger bekannt, aber wir wissen nur wenig über die potentielle Rolle von Schlafstörungen im Zusammenhang mit Prostatakrebs“, so Sigurdardóttir weiter.

 

Über 2000 Männer untersucht

Um mehr über diesen Zusammenhang zu erfahren, werteten die Wissenschaftler die Daten von über 2000 männlichen Probanden im Alter zwischen 67 und 95 Jahren aus. Dabei kam auch zum Vorschein, dass 8,7 Prozent der Befragten unter schweren, teilweise sogar unter sehr schweren Schlafstörungen leiden.

Nach einem Zeitraum von fünf Jahren wurden die Männer erneut befragt. Bei 6,4 % wurde Prostatakrebs festgestellt. Jene, die in den vorangegangenen Jahren unter Schlafstörungen litten, hatten ein 1,6 bis 2,1-fach höheres Risiko der Tumorbildung in der Prostata. Dabei stellten die Wissenschaftler fest: Je schlechter der Schlaf, desto höher das Risiko. „Prostatakrebs ist eines der größten Gesundheitsprobleme der Männer und Schlafstörungen sind weit verbreitet“, warnt Sigurdardóttir. „Sollten sich die Ergebnisse in weiteren Untersuchungen bestätigen, wird der Schlaf eventuell zum Ziel der Intervention, um das Krebsrisiko zu senken“.

Prostatakrebs tritt bei Männern sehr selten vor dem 50 Lebensjahr auf, meistens erst um das 70. In Deutschland erkranken jedes Jahr über 60.000 Menschen an diesem Krebsleiden. Wer das Risiko verringern will, sollte auf seinen Schlaf besonders viel Wert legen.

 

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