Schnelle Hilfe bei Schlaganfall: Notarzt-LKW in Berlin im Einsatz

Patienten & Ärzte gewinnen wertvolle Zeit

Bei Schlaganfall-Patienten zählt jede Sekunde. Je früher der Schlaganfall behandelt wird, desto besser stehen die Chancen, dass die Folgen so gering wie möglich gehalten werden. Die ersten vier Stunden gelten als magische Grenze. Damit die zielgerichtete Behandlung von Schlaganfall-Patienten noch schneller erfolgen kann, testet Berlin den Einsatz eines Notarzt-LKWs. Mit an Bord ist ein Computertomograph.

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Bei einem Schlaganfall ist eine schnelle Diagnose und Behandlung überlebenswichtig. In Berlin kommt daher ein spezieller Notarzt-LKW zum Einsatz. Mit seiner Hilfe lässt sich schon eine Computertomographie auf dem Weg ins Krankenhaus machen.

 

Von einem Schlaganfall spricht ein Mediziner genaugenommen erst dann, wenn die Ausfallerscheinungen länger als 24 Stunden anhalten. Doch solange wartet kein Mediziner mit der Diagnose. Sobald die typischen Anzeichen wie plötzliche Sehprobleme, gelähmte Gesichtsmuskulatur, Artikulationsschwierigkeiten, halbseitige Lähmung da sind, sollte keine Zeit verloren werden.

Zunächst geht es mit dem Notarztwagen oder Rettungshubschrauber in die nächstgelegene Klinik. In der Regel werden Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall direkt in spezialisierte Kliniken mit einer sogenannten Stroke-Unit eingeliefert. Hier erfolgt die Anamnese und Diagnose. Zwingend erforderlich ist eine Computertomographie. Mit Hilfe des CTs lässt sich feststellen, ob ein Hirninfarkt oder eine Hirnblutung vorliegt. Je nach Diagnose muss der Arzt dann anders behandeln.

 

 

Im Wettlauf mit der Zeit: Notarzt-LKW verschafft Überlebensvorteil

Die Statistik weist aus, dass ca. 85 % aller Schlaganfälle Hirninfarkte sind, d. h. ein Blutgerinnsel verschließt eine Ader im Kopf. In der Regel wird versucht, das Blutgerinnsel medikamentös über Infusionen aufzulösen. Die Experten sprechen in dem Fall von der Lyse-Therapie. Dieser Behandlungsansatz wäre bei einer Hirnblutung fatal, denn er würde die Blutung und damit die Schäden weiter vergrößern.

Nach dem Eintritt eines Schlaganfalls verbleibt ein Zeitfenster von ca. 4,5 Stunden. In dieser Zeit ist die Diagnostik mittels einer Computertomografie recht einfach. Danach wird es deutlich schwieriger eine korrekte Diagnose zu stellen. Doch manchmal tritt der Schlaganfall in der Nacht auf und die Probleme werden erst morgens beim Aufstehen deutlich. Dann zählt buchstäblich jede Minute. In Berlin kommt deswegen ein Notarzt-Lastkraftwagen zum Einsatz, der einen Computertomographen an Bord hat. Bereits auf dem Weg ins Krankenhaus kann damit die Diagnostik beginnen. Ist der Verdacht bestätigt, so erfolgt umgehend der Therapie-Beginn.

 

Schlaganfall statistisch 3. Häufigste Todesursache

In Deutschland erleiden jedes Jahr ca. 250.000 Menschen einen Schlaganfall. 25.000 Menschen versterben jedoch an den Folgen. Damit rangiert der Schlaganfall als Todesursache hinter dem Herzinfarkt und Krebs auf Platz 3. Als Risikofaktoren gelten Bewegungsmangel, Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes, Rauchen und Alkohol. Der Schlaganfall ist keine „Senioren-Krankheit“. Auch junge Menschen können betroffen sein.

 

 

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