Schwere Potenzstörung bei immer mehr jungen Männern

Über die "tote Hose" wird gern der Mantel des Schweigens gehüllt

„Erektile Dysfunktion“ – ein sperriges Wort für eine Krankheit, die vor allem alte Menschen betrifft – oder? Eine neue Studie widerspricht der Annahme, dass Erektionsstörungen nur unter älteren Männern vorkommen. Eine Untersuchung der Mailänder Universität „Vita-Salute San Raffaele“ ergab, dass jeder vierte Mann, bei dem Erektile Dysfunktion diagnostiziert wurde, unter 40 Jahren alt ist. Die Hälfte der jüngeren Betroffenen leide zudem unter schweren Erektionsstörungen, so die Studie. Damit treten Erektionsstörungen bei jungen Männern deutlich häufiger und schwerer auf, als bislang angenommen.

Erektile Dysfunktion, umgangssprachlich häufig auch als Impotenz bezeichnet, ist mitnichten ein Problem, dass nur alte Männer betrifft.

 

Drogen mit ein Grund

Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung unter 439 Patienten. Sie alle suchten wegen Potenzstörungen einen Arzt auf. Die jüngeren unter ihnen hatten dabei einen niedrigeren Body-Mass-Index und höhere Testostertonwerte. Die erektile Dysfunktion ist daher nicht auf Übergewicht oder Hormonstörungen zurück zu führen. Auch andere Krankheiten, die die Manneskraft beeinflussen können, wie etwa Diabetes, Bluthochdruck oder ähnliches, traten bei den jüngeren Männern deutlich seltener auf.

Dafür waren unter den jungen Männern mit Potenzproblemen viele Raucher. Einige von ihnen griffen auch regelmäßig zu illegalen Drogen. Viele von ihnen litten zudem unter frühzeitiger Ejakulation.

 

 

Genaue Zahl impotenter Männer unbekannt

Etwa zehn Prozent der Männer mit Erektionsstörungen litten unter einer oder mehreren Begleiterkrankungen. Bei den Älteren waren es 42 Prozent. Daraus schließen die Forscher, dass Potenzstörungen auch ein Anzeichen für spätere, schwere Erkrankungen sein könnten.

Wie viele Männer insgesamt unter Erektiler Dysfunktion leiden, ist unbekannt, da die Dunkelziffer sehr hoch geschätzt wird. Forscher und Ärzte gehen von etwa fünf Prozent der männlichen Gesamtbevölkerung aus, die Probleme mit ihrer Potenz haben. Dabei steigt die Anzahl mit dem Alter. Hauptursache für Erektionsstörungen sind verkalkte Gefäße, aber auch Diabetes und Übergewicht können die Manneskraft hemmen und zur Impotenz führen.

 

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