Seed bombs

Samenbomben als grüne Waffe der Guerilla-Gärtner

Seed bombs – zu Deutsch „Samenbomben“ – können als die Munition im Guerilla-Gardening bezeichnet werden. Die Guerilla-Gärtner haben es sich zur Aufgabe gemacht, ungenutzte Flächen im öffentlichen Raum – also von der Verkehrsinsel bis zur Industriebrache – zu begrünen. Mit Absicht erinnert das Vokabular an einen Kleinkrieg im Untergrund, da das ungenehmigte Bepflanzen von Flächen offiziell verboten ist. Bei einer Seed bomb ist jedoch nicht mit den üblicherweise von Waffen drohenden Gefahren zu rechnen, sondern eine erfolgreich platzierte Samenbombe verwandelt eine triste Ecke in kurzer Zeit in eine kleine Oase im Stadtbild.

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Seed bombs sind sogar eine Waffe für Pazifisten, denn mit ihrer Hilfe lässt sich tristes Stadtgrau in eine grüne Oase verwandeln. Wenn Sie dabei auf einheimische Pflanzen setzen, auf Nahrung für Bienen, Schmetterlinge und Hummeln bieten, dann tun Sie zweifach Gutes.

 

Guerilla-Gardening: Blumenpracht aus Samenbomben

Am besten gedeihen die Samen aus einer Samenbombe, wenn Sie sie etwa bis zur Hälfte in den Boden eingraben. Aber das praktische an Seed bombs ist eben gerade, dass sie sich auch einfach hinlegen oder an eine unzugängliche Stelle werfen lassen – ganz im Sinne der Guerilla-Taktik. Ob auf den kahlen Stellen rund um Straßenbäume, an hässlichen Randstreifen, auf öden Verkehrsinseln oder in leerstehenden Blumenkübeln – alle brachliegenden, unversiegelten Böden können mit Seed bombs in grüne Flächen verwandelt werden. Damit das Guerilla-Gardening erfolgreich ist und die Pflanzen im richtigen Abstand wachsen können, brauchen Sie etwa zehn Seed bombs pro Quadratmeter. Auch wenn die Samenbomben beim ersten Regen selbst anfangen zu keimen, schadet es sicher nicht, wenn Sie ab und zu mit einer Gießkanne vorbeikommen.

Tipp: Seed balls können Sie unkompliziert selbst herstellen, eine Anleitung finden Sie unten. Andernfalls können Sie auch vorgefertigte Samenbomben im Internet bestellen.

 

 

So werden Seed bombs hergestellt

Seed bombs oder auch Seed balls sind vorgefertigte Samenpäckchen, bei denen an alles gedacht ist, um ein schnelles und effektives Aussäen von Pflanzen zu erreichen. Seed bombs können Sie ohne großen Aufwand selbst herstellen und so Ihren Beitrag zu Artenvielfalt, Stadtbegrünung und zivilem Ungehorsam leisten. So wird’s gemacht:

  • 1 Teil Pflanzensamen,
  • 1 Teil Kompost,
  • 1 Teil Wasser,
  • 2 Teile Erde,
  • 5 Teile rote Tonerde aus dem Baumarkt.

Haben Sie keinen Kompost zur Hand, können Sie diesen durch einen weiteren Teil Erde ersetzen. Alle Zutaten werden gut vermischt und zu Kugeln in der Größe einer Walnuss geformt. Lassen Sie die Kugeln an einem sonnigen Platz trockenen. Die Seed bombs größer zu machen, ist nicht sinnvoll, da die Pflanzen beim Wachsen nicht genug Platz hätten.

Hinweis: Verwenden Sie bitte den Samen heimischer Arten und regional vorkommender Gewächse. Denn einerseits gedeihen diese Pflanzen hier am besten und andererseits ist es aus ökologischer Sicht nicht immer unproblematisch, exotische Pflanzen in der Natur zu verbreiten. Gut geeignet für Seed bombs sind beispielsweise Blumen wie Malven, Stockrosen oder Cosmea sowie Gänseblümchen, Kapuzinerkresse oder Zitronenmelisse. Sie bieten Nahrung für heimische Nützlinge wie Schmetterling, Marienkäfer und Biene.