Sind Bio-Lebensmittel wirklich besser?

Lohnt der Kauf von Bio-Produkten?

Der Bio-Trend hat die Bio-Märkte verlassen und hat sich ausgeweitet auf die Supermärkte, selbst auf die Discounter. Diese bieten mitunter eigene Bio-Produkte an. Heute gibt es nicht nur Bio-Fleisch oder Bio-Gemüse, sondern Bio-Chips, Bio-Kekse oder Bio-Joghurt. Kritiker bemängeln, dass nicht überall Bio drinsteckt, wo Bio draufsteht. Bio-Produkte sind stets teurer, aber sind sie auch gesünder? Kauft der Verbraucher tatsächlich Lebensmittel direkt vom Bauern und ist der höhere Preis gerechtfertigt?

© Free-Photos / pixabay.com

Bei Bio-Lebensmitteln denken wir automatisch auch an buntes Obst und Gemüse.

 

Bio-Lebensmittel besser für die Umwelt

Geht man davon aus, dass Bio-Bauern tatsächlich auf Pestizide verzichten, sind Bio-Produkte zweifellos umweltschonender. Biologisch erzeugte Lebensmittel oder vielmehr deren Herstellung hält den Boden gesund und verbraucht weniger Energie als die herkömmliche Landwirtschaft. Es ist auch erwiesen, dass Bio-Landwirte eintreten für den fairen Handel (fair trade), die Preise für Bio-Produkte sind höher, um den Entwicklungsländern ein höheres Einkommen zu sichern. Gewissenhafte Bio-Bauern halten Ihre Tiere zudem artgerecht. Dass es in der Vergangenheit auch auf Bio-Bauernhöfen zu Tierquälerei kam, macht Konsumenten allerdings glauben, dass sie mit dem Kauf von Bio-Produkten nicht für gesunde Tiere bezahlen.

 

Weniger Schadstoffe in Bio-Obst

Wie steht es um die Güte der Lebensmittel? Studien zeigen, dass Pestizide in Bio-Lebensmitteln (etwa Obst) weniger enthalten sind als in herkömmlichen Lebensmitteln, die etwa 50-mal mehr Schädlingsbekämpfungsmittel enthalten. Kritiker halten dem entgegen, dass durch strengere Gesetze die Schadstoffmengen in herkömmlichen Lebensmitteln gesenkt werden konnte. Dennoch gibt es nur wenig anfällige Lebensmittel, die Pestizide vertragen, etwa Karotten. Und Bio bedeutet meist tatsächlich bessere Nahrung. Denn Bio-Lebensmittel enthalten mehr Vitamine und Mineralstoffe als herkömmliche Lebensmittel.

 

Bio-Produkte aus Übersee

Es wäre zu schön, wenn Bio stets besser wäre als herkömmliche Lebensmittel. Doch das ist nicht immer so. Stammen Bio-Produkte nicht aus der Region, sondern werden aus anderen Ländern eingeführt, sinkt der Energieverbrauch nicht, denn die Lebensmittel müssen erst nach Deutschland transportiert werden. Doch gerade der Umweltschutz soll ein Vorteil von Bio-Produkten sein. Einen höheren Preis für Bio-Lebensmittel rechtfertigen nur Produkte aus der Region.

Besonders in Deutschland gibt es zudem zu wenig Nutzfläche für Bio-Bauern, sodass alle Menschen gar nicht versorgt werden könnten. Die Industrialisierung hat zwar dafür gesorgt, dass mehr Bio-Produkte erhältlich sind – auch in Supermärkten – aber Bio-Lebensmittel sollten eher für natürliche Landwirtschaft stehen und auf Maschinen verzichten.

 

Entscheidend ist die Qualität der Zutaten

Wichtig für die Qualität der Lebensmittel ist die Verarbeitung der Zutaten. Selbst wenn die Zutaten unbehandelt sind, lassen sich damit noch minderwertige Lebensmittel herstellen, die kaum Nährstoffe enthalten. Es liegt am Hersteller und daran, wie dieser die Zutaten verarbeitet, ob ein Bio-Produkt hochwertig ist oder zweitklassig. Gerade bei weiterverarbeiteten Lebensmitteln (Konserven, Fertiggerichten) lohnt sich ein Bio-Produkt kaum.

Bei Tieren kommt es darauf an, wie sie gehalten werden. Kühe, die täglich frisches Gras auf der Weide fressen, garantieren besseres Fleisch mit reichlich Omega-3-Fettsäuren. Weidetiere gibt es aber nicht nur auf Bio-Bauernhöfen, sondern durchaus auch auf herkömmlichen Bauernhöfen.

 

Disclaimer
Die Beiträge von gesundheit-information.de enthalten lediglich Hinweise. Nutzen Sie die Beiträge und Informationen nicht zur Selbstbehandlung. Sie ersetzen keineswegs einen Arztbesuch. Ihre speziellen Fragen können wir leider nicht beantworten.