Single-Speed oder Fixie?

Minimalistische Fahrrad-Typen erobern die Innenstädte

Wer genau hinschaut, erkennt eine Invasion in unseren Städten. Geräuschlos und kaum bemerkbar hat sich eine neue Gattung in unserer Mitte breit gemacht. Sie sieht ihren Verwandten täuschend ähnlich, ist aber dennoch deutlich anders. Die Rede ist von einer neuen Fahrrad-Art – genauer dem Singlespeed oder auch Fixie (Englisch, für Fixed Gear). Ein Single-Speed-Fahrrad ist auf den ersten Blick ein normales Fahrrad – nur eben ohne Gangschaltung. Auf Deutsch heißt es Eingangfahrrad, die deutlich gebräuchlichere Variante des Namens ist aber das Englische „Single-Speed“. Sie besitzen in der Regel zwar eine Bremsvorrichtung, dafür aber oft keine Lichtmaschine und keine Reflektoren. Dadurch wird das Fahren mit einem Single-Speed bei schlechten Lichtverhältnissen sehr gefährlich.

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Fahrradfahren ist „hipp“ – es schont darüberhinaus die Umwelt und fördert die Gesundheit. doch die Frage nach dem richtigen Fahrrad ist nicht leicht zu beantworten.

 

Fixies bewegen sich in rechtlicher Grauzone

Neben dem Single-Speed gibt es auch noch das sogenannte Fixie, oder Fixed Gear. Bei dieser Variante sind Hinterrad und Pedale fest durch eine „Starrnarbe“ verbunden. Wenn das Fahrrad rollt, dreht sich also immer auch die Pedale. Einen Leerlauf, wie sie die meisten modernen Fahrräder haben, gibt es bei dieser Variante also nicht. Wer demnach den Berg hinunter fährt und nicht in die Pedale tritt, wird aus dem Sattel befördert wie beim Ritt auf einem Stier. Dadurch ist es aber auch möglich, auf herkömmliche Bremsen zu verzichten. Dann kann also nur per Rücktritt gebremst werden. Rechtlich gesehen ist das nicht erlaubt. Der Gesetzgeber schreibt für Fahrräder im Straßenverkehr zwei voneinander unabhängige Bremsen vor. Nach einem Richterspruch wird die starre Verbindung zwischen Pedale und Hinterrad als eine Bremse angesehen, da über die Pedale ein Bremsen möglich ist. Rein rechtlich gesehen ist also noch eine zweite Bremsvorrichtung nötig, um am Straßenverkehr teilzunehmen. Praktisch verzichten aber viele Fixie-Fahrer darauf – meist aus ästhetischen Gründen. Entstanden sind die Fixies Ende des 19. Jahrhunderts. Ihre Entstehung war technischer Natur – Schaltungen oder ein Leerlauf waren zu dieser Zeit einfach noch nicht erfunden. Als mit zunehmender Industrialisierung die Schaltungen erschwinglich wurden, verschwand das Fixie zunächst wieder.

 

New Yorker Fahrradkuriere belebten Fixie wieder

In New York belebten es Fahrradkuriere wieder. Durch seine reduzierte Bauweise ist ein Fixie besonders leicht. Es ist schmal genug, um sich auch durch engste Häuserschluchten zu quetschen und es kann ohne Probleme jede Treppe hochgetragen werden. Über die Fahrradkurriere breitete sich ein Trend aus. Immer mehr Leuten gefiel die minimalistische Bauart und die absolute Reduzierung auf pure Muskelkraft. Heute ist das Single-Speed oder das Fixie vor allem ein Modeprodukt. Wer sich auf den belebten Plätzen der Städte umschaut und genau hinschaut, wird die neue Fahrrad-Spezies sicherlich häufig sehen.

 

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