Sinkendes Schlaganfallrisiko dank Grippeimpfung

"Grippesaison" ist auch Saison für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wer sich rechtzeitig gegen Grippe impfen lässt, senkt auch sein Schlaganfallrisiko – das zeigt eine aktuelle Studie aus dem Vereinigten Königreich. Warum genau dieser Zusammenhang besteht, können die Forscher bisher nur teilweise erklären.

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Das Risiko für Schlaganfälle und Herzattacken sinkt durch die Grippeimpfung.

 

Wie eine britische Studie jüngst zeigte, gibt es einen Zusammenhang zwischen Grippeimpfung und niedrigerem Schlaganfallrisiko. Entscheidend für den positiven Effekt ist der Zeitpunkt der Impfung. Warum dieser Zusammenhang allerdings besteht, ist den Forschern noch nicht völlig klar.

 

Nicht alle Ursachen für Schlaganfälle bekannt

Ausgang für die Studie war der Fakt, dass noch lange nicht alle Gründe und die genaue Entstehung von Schlaganfällen bekannt sind. Die klassischen Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck und das Alter können lediglich für etwa die Hälfte aller Schlaganfälle verantwortlich gemacht werden.

Für ihre Studie werteten die Forscher der Universität von Lincoln 27.000 Patientendaten aus, die zwischen September 2001 und August 2009 einen Schlaganfall erlitten hatten. Diese Daten wurden dann mit einer ähnlich großen Vergleichsgruppe abgeglichen. Dabei stellte sich heraus, dass Menschen, die sich rechtzeitig impfen ließen, ein um 24 Prozent niedrigeres Schlaganfallrisiko aufwiesen.

 

Herz-Kreislauf-Erkrankungen treten vor allem im Winter auf

Rechtzeitig bedeutet in diesem Fall zwischen September und November. Wer sich danach erst impfen ließ, profitierte nicht mehr von dem positiven Zusammenhang. Zwischen dem Risiko für einen Schlaganfall und der Impfung gegen Lungenentzündung konnten die Forscher jedoch keinen Zusammenhang feststellen.

Bereits vorher hatte das Team festgestellt, dass eine rechtzeitige Grippeimpfung auch das Risiko auf einen Herzinfarkt senkt. Außerdem ist bekannt, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie etwa ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt vor allem im Winter auftreten. Daher vermuten die Forscher nun einen Zusammenhang. „Wir wissen, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen während der Wintersaison besonders häufig sind. Das könnte mit der gehäuften Zahl von Atemwegsinfekten wie Grippe zusammenhängen“, sagte die Studienleiter Niro Siriwardena.

 

Nationale Grippevorsorge muss hohen Stellenwert haben

Wie genau die Korrelation aussieht, ist nicht eindeutig geklärt. In Fachkreisen gibt es dazu verschiedene Theorien. Daher können noch keine ganz konkreten Schlüsse aus den Ergebnissen der Forscher gezogen werden. Allerdings, da sind sie sicher, unterstreicht die Studie, wie wichtig nationale Grippevorsorge sei.

 

 

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