Sportsucht: Eine unterschätzte Gefahr?

Wenn Sport & Fitness zum Zwang werden

Mit dem Frühling und den steigenden Temperaturen werden auch die Sportler in Deutschland wieder aktiver. Jeder arbeitet an seiner Figur für den Sommer, sei es für den Bikini oder die Badehose. Doch daraus kann sich auch ein Zwang bis hin zu einer Sucht entwickeln. Eine unterschätzte Gefahr?

© TheDigitalArtist / pixabay.com

Für den perfekten Körper gehen Bodybuilder an ihre Grenzen und manchmal auch darüber hinaus. Das kann Folgen haben: Der Sport wird zur Sucht.

 

Jeder Arzt rät zu mehr Bewegung. Wir Deutschen neigen ja eh zum Übergewicht und Fettleibigkeit ist eine Volkskrankheit. Mehr Sport! Mehr Diät! Mehr Bewegung! Mehr Obst! – so oder so ähnlich schallt es Land auf, Land ab aus allen Mündern.

Es ist natürlich gesund, sich täglich zu bewegen und Sport zu treiben. Doch immer mehr Wissenschaftler stellen fest, dass sich daraus auch negative Folgen ergeben können. Denn es gibt auch eine Sportsucht. Zu diesem Schluss kommen immer mehr Forschungsprojekte. Das Problem: Das Krankheitsbild ist noch wenig erforscht, die Diagnose schwer zu stellen.

 

Warnsignale nicht missachten

„Warnsignale sollten sein, wenn Sie Entzugserscheinungen wie bei einer Alkoholsucht bekommen“, sagt Wolfgang Maier von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) gegenüber dem Spiegel. Dazu zählten Symptome wie Nervosität, Kopfschmerzen oder Magenschmerzen.

Maier hält das Problem für weit verbreiteter als bisher angenommen. Wer diese Symptome spürt, solle sich Rat bei einem Arzt holen. Am besten eignet sich hier wohl zunächst der Gang zum Hausarzt, der bei sich erhärtendem Verdacht auf Sportsucht an einen entsprechend geschulten Facharzt überweisen wird. Natürlich können Betroffene auch direkt zu einem Sportmediziner oder einem Sporttherapeuten gehen.

In einer Studie der Universität Erlangen-Nürnberg kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass 4,5 Prozent aller Ausdauersportler suchtgefährdet sind. Vor allem betroffen seien dabei Athleten, die jünger als dreißig Jahre alt sind. Eine spezielle Risikogruppe für die Sucht nach Fitness sind dabei die Triathleten. Da beim Schwimmen, Radfahren und Laufen jeweils völlig unterschiedliche Muskelgruppen beansprucht werden, können die Sportler sehr lange trainieren – bis zu 35 Stunden pro Woche.

 

 

Zu viel Sport ist schädlich

Wenn dann dem Training alles andere untergeordnet wird, droht die Gefahr der Sportsucht. Die „Alarmglocken“ sollten schrillen, wenn die Sportler den Ausfall eines Trainings-Termins über die Maßen bedauern oder sogar zur Aggressivität neigen.

Durch eine Sportsucht können sich Betroffene von Freunden isolieren und ihrem Körper eher schaden als nützen. Wer zu viel Sport treibt und kleinere Verletzungen ignoriert, verlangt seinem Körper zu viel ab – vor allem dann, wenn er keine Ruhepausen mehr bekommt. Abnutzungen der Gelenke, Muskeln und Sehnen sind die Folge. Das kann im späteren Alter durchaus sehr, sehr schmerzhaft werden.

Wie bei vielen anderen Gesundheitsthemen gilt auch beim Sport: Die Dosis macht das Gift. Sport an sich ist gut. Zu viel Sport oder gar eine Sportsucht sind dagegen schädlich. Wer bei sich Anzeichen einer solchen Sportsucht erkennt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser kann auch die richtige Menge an Sport feststellen und dem Patienten individuell weiter helfen.

 

Disclaimer
Die Beiträge von gesundheit-information.de enthalten lediglich Hinweise. Nutzen Sie die Beiträge und Informationen nicht zur Selbstbehandlung. Sie ersetzen keineswegs einen Arztbesuch. Ihre speziellen Fragen können wir leider nicht beantworten.