Studie: Deutschland bewegt sich zu wenig

Die Deutschen verbringen zu viel Zeit im Sitzen - mit dramatischen Folgen

Wir sitzen uns krank – zu diesem einfachen, aber klaren Fazit kommt eine aktuelle Studie der Techniker Krankenkasse zum Bewegungsverhalten der Deutschen. Ihr zu folge sinkt die Zahl der Gelegenheitssportler. Vor allem der arbeitende Teil der Bevölkerung sitzt zu viel. Wir mögen es bequem und schaden uns damit selbst.

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Das Faultier verspürt keinen allzu großen Bewegungsdrang. Die Mehrheit der Deutschen auch leider auch nicht. Experten fordern nun: Deutschland muss sich mehr bewegen!

 

Repräsentative Umfrage

Ganze sieben Stunden verbringt der deutsche Erwachsene im Durchschnitt im Sitzen. Jeden Tag. Bei den Berufstätigen ist diese Zahl sogar noch höher. Jeder Dritte von ihnen sitzt pro Tag über neun Stunden. Das hat eine aktuelle Studie der Techniker Krankenkasse herausgefunden, die vor wenigen Tagen unter dem Titel „Beweg dich, Deutschland“ vorgestellt wurde. Für die Datenerhebung beauftrage die Krankenkasse das Meinungsforschungs-Unternehmen Forsa, das einen repräsentativen Querschnitt der Deutschen befragte. „Nur vier von zehn Menschen hierzulande sind im Alltag noch zu Fuß unterwegs. So kommen zwei Drittel nicht einmal mehr auf eine Stunde Bewegung am Tag – jeden Gang zum Kopierer mit eingerechnet“, fasst Professor Manfred Güllner, Geschäftsführer bei Forsa, die Ergebnisse zusammen.

 

Job ohne Bewegung

Vor allem im Arbeitsalltag fehlt die Bewegung. Beinahe die Hälfte aller Arbeitnehmer verbringt den Job im Sitzen. „Zwei Drittel der Vielsitzer bedauern den Bewegungsmangel und hätten gern einen bewegteren Joballtag“, fand Forsa-Geschäftsführer Güllner mit seinem Team heraus. Auch in der Freizeit sieht es bei vielen Deutschen nicht besser aus. Im Vergleich zu vergangenen Studien der Techniker Krankenkasse hat die Anzahl an Sportmuffeln deutlich zugenommen. Um acht Prozent ist ihre Zahl seit 2007 angestiegen. Nicht wenige sind mit ihrem Körper nicht zufrieden und viele wissen auch, dass Sport ihnen gut täte. Allerdings steht den Meisten der innere Schweinehund im Weg. Dann heißt es in der Freizeit lieber Couch und Fernsehen, statt Turnschuhe und Bewegung.

 

In der Freizei die Füße hoch

„Bewegung wird für immer mehr Menschen zum Fremdwort“, konstatiert der Vorsitzende des Vorstands der Techniker Krankenkasse, Dr. Jens Baas. „“Besonders bedenklich finde ich, dass sich eine ganze Bevölkerungsgruppe immer weiter von der Bewegung abzukoppeln scheint – und das in allen Lebensbereichen“, fügt er hinzu. Er spricht die Zahl an Menschen an, die sich nicht nur im Job und in der Freizeit kaum bewegen, sondern gar nicht.

Rolltreppen, Autos, Busse und viele weitere Annehmlichkeiten vereinfachen uns den Alltag. So gesteht über ein Drittel der Befragten, dass sich pro Tag unter einer halben Stunde zu Fuß oder auf dem Rad bewegen. Auch im Urlaub will sich die Mehrheit lieber an den Pool legen, statt sich zu bewegen. „Um die Menschen tatsächlich zu erreichen, müssen wir direkt dort ansetzen, wo sie ihren Alltag verbringen: in den Betrieben, in den Schulen, Kindergärten und Kommunen – sonst erreichen wir gerade diejenigen nicht, die Unterstützung am nötigsten haben“, formuliert Baas die Ziele seiner Krankenkasse, um die Situation zukünftig zu verbessern. Denn die Reihe der Folgeerkrankungen durch zu wenig Bewegung ist lang: Adipositas, Herz-Kreislaufschwäche, Diabetes, Bluthochdruck, Herzerkrankungen und viele weitere.

 

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