Terra Preta: Die Wunder-Erde

Der Geheimtipp unter Gartenfreunden

Wer sich als Kleingärtner intensiv mit Pflanzen beschäftigt, kommt am Boden mit seinen Nährstoffen und Mikroorganismen nicht vorbei. Nur ein guter Boden, der die Pflanzen mit allem versorgt, was sie für das Wachstum benötigen, ist ein Garant für einen langanhaltenden Blütenflor und eine reiche Ernte. Als Geheimtipp unter Gartenfreunden gilt daher die Terra Preta, die alle Nachbarn vor Neid erblassen lassen soll.

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Terra Preta – die schwarze Wunder-Erde der Indios aus dem Amazonasgebiet macht mittlerweile auch in der Alten Welt Furore. Wer seine Gartennachbarn zum Staunen über die üppige Blütenpracht und reichhaltige Ernte bringen will, setzt auf Do it Yourself und macht Terra Preta selbst.

 

Doch was ist Terra Preta? Die Schwarze Erde (so die Übersetzung aus dem Portugiesischen) verdanken wir Indianern aus dem Amazonasbecken. Eine alte Hochkultur vor 2000 bis 3000 hat sie dort gezielt aus Holzkohle, Tonscherben, Küchenabfällen, Knochen und Fäkalien erschaffen und damit eine intensive Landwirtschaft auf sonst kargen Böden ermöglicht. Letztlich ist Terra Preta nichts anderes als eine besondere Form des Humus oder Komposts. Von daher lässt sich auch der normale Gartenkompost in Terra Preta verwandeln und so weiter verbessern.

 

Terra Preta = Terra Magica

All jene Gartenbesitzer, die Terra Preta bereits nutzen, schwören auf die Wirkung. Durch die Holzkohle hält der Boden die Nährstoffe besser, d. h. wenn es regnet, werden beispielsweise Stickstoff und Phosphor nicht so schnell ausgeschwemmt. Auch erhöht sich die Wasser-Speicherkapazität. In trockenen Sommern kann dies ein wichtiger Vorteil für die Pflanzen sein. Die Holzkohle bietet darüber hinaus den Mikroorganismen im Boden ein wunderbares Zuhause. Mehr Mikroorganismen bedeutet aber auch mehr Bioaktivität. Zersetzungsprozesse verlaufen schneller, sodass wiederum mehr Nährstoffe für die Pflanzen zur Verfügung stehen. Die feinkrümelige Terra Preta bleibt stabil, d. h. der Boden verdichtet sich nicht und die optimale Luftzufuhr der Wurzeln bleibt gewährleistet. Für die CO2-Bilanz sehr wichtig: Terra Preta kann CO2 im Boden binden. Sie leistet so einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

 

 

Terra Preta selbst herstellen

Kleingärtner müssen Terra Preta nicht teuer kaufen. Sie können sie auch ganz einfach selbst herstellen. Die Grundzutaten bestehen aus Gartenabfällen und Küchenabfällen, gemahlener Holzkohle, Gesteinsmehl sowie effektiven Mikroorganismen. All dies wird miteinander vermischt und muss dann ein zwei bis vier Wochen in einem entsprechend großen, luftdicht verschlossenen Behälter fermentieren. Danach kann der Behälter ausgeschüttet werden. Der noch nicht ganz fertige Kompost reift an einer schattigen, geschützten Stelle in den nächsten Monaten nach.

Mit Terra Preta kommen vor allem Starkzehrer gut zu recht. Für Heidepflanzen und manche Kräuter, die eher magere Böden bevorzugen, bietet die Schwarzerde aber zu viele Nährstoffe. Sie muss dann mit Sand und normaler Gartenerde gemischt werden.

 

Was benötigt man für Terra Preta?

  • Küchenabfälle & Gartenabfälle (Grünschnitt, Kartoffelschalen, welke Blumen, Kaffeesatz, …)
  • Holzkohle (im Verhältnis zu den Küchenabfällen: 1 : 10 also 10 Teile Küchenabfälle, 1 Teil gemahlene Holzkohle)
  • Gesteinsmehl (z. B. Cellulit, 1 bis 2 kleine Handschaufel)
  • Effektive Mikroorganismen (als Aktivator, sofern der Fachhandel vor Ort diese nicht beschaffen kann, können sie über entsprechende Internetshops bezogen werden)
  • Zeit