Verbot: Miracle Mineral Supplement (MMS) als zulassungspflichtiges Arzneimittel eingestuft

Nahrungsergänzungsmittel muss seine Heilversprechen von nun an belegen

Bislang hatte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte lediglich vor dem angeblichen Wundermittel „Miracle Mineral Supplement“ gewarnt, jetzt wurde hart durchgegriffen. MMS (Miracle Mineral Supplement) wird über das Internet sehr intensiv beworben und soll angeblich gegen die großen Geißeln der Menschheit wie Aids, Krebs, Herpes, Demenz, Autismus und Multiple Sklerose helfen.

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Nahrungsergänzungsmittel werden oftmals als vermeintliche Wundermittel angepriesen. Doch bei solch vollmundigen Versprechen wie bei MMS sollten Verbraucher immer kritisch hinterfragen: Kann das Mittel halten, was es verspricht?

 

 

Für etliche Betroffene war es der letzte Rettungsanker und sie waren bereit, viel Geld in den angeblichen Alleskönner zu investieren. Doch was bekamen sie da eigentlich angedreht? Die Mineralienergänzung besteht im Wesentlichen aus zwei Komponenten: Natriumchlorit (nicht zu verwechseln mit Natriumchlorid, dem Kochsalz) sowie einer Zitronensäure-Lösung. Letztere dient als Aktivator. Mischt man jedoch beide Bestandteile miteinander, entsteht giftiges Chlordioxid. Umgangssprachlich bekannt ist die chemische Verbindung unter dem Namen „Chlorbleiche“, denn sie wird eigentlich als Bleichmittel von Papier oder zur Desinfektion von Trinkwasser eingesetzt.

 

Gefährliches Wundermittel

Bei der Einnahme von Miracle Mineral Supplement soll es bei Patienten zu starken Nebenwirkungen gekommen sein, wobei hier Übelkeit, Erbrechen und Durchfall noch zu den harmloseren Symptomen gehören. Auch Nierenversagen, Verätzungen der Speiseröhre sowie Atemstörungen beobachteten und dokumentierten Mediziner. Damit geriet MMS ins Visier der Behörden in vielen Ländern wie den USA, Kanada, Frankreich oder Deutschland.

In Deutschland macht nun das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Ernst. Bislang galt MMS nur als Nahrungsergänzungsmittel und musste daher allenfalls Lebensmittelstandards erfüllen. Es war kein offizielles Arzneimittel und bedurfte daher keiner Zulassungsstudien, die eine entsprechende Wirksamkeit attestierten.
Mit sofortiger Wirkung jedoch gelten alle Miracle Mineral Supplement-Produkte der Firma Luxusline Ltd. als zulassungspflichtiges Arzneimittel. Erst wenn in einem Zulassungsverfahren mit wissenschaftlichen Studien die Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität im Hinblick auf die Genesungsversprechen belegt werden kann, darf MMS wieder vertrieben werden. Bislang allerdings fehlen sämtliche, wissenschaftliche Belege für das Wundermittel und es darf durchaus bezweifelt werden, ob es jemals gelingt, eine Heilung, Linderung oder Verhütung von Krebs, Aids und Co. plausibel nachzuweisen. Doch genau diese Heilversprechen macht MMS. Mit der Einstufung als Präsentationsarzneimittel geht es den deutschen Behörden nicht nur um die pharmakologische Wirkung der Inhaltsstoffe sondern auch darum, wie das Produkt beworben und vom Verbraucher aufgenommen wird.

 

Überprüfung erforderlich: Hält MMS das, was es verspricht?

Klares Ziel der Einstufung von Miracle Mineral Supplement als zulassungspflichtiges Arzneimittel ist der Patientenschutz, denn das vermeintliche Wundermittel kann nun nicht mehr ohne behördliche Zulassung in den Verkehr gebracht werden. Als Folge ist es auch möglich, ebenfalls ein Verkaufsverbot oder Einfuhrverbot auszusprechen. Wer dagegen verstößt, macht sich strafbar. Noch kann der Hersteller innerhalb eines Monates gegen die Einstufung Widerspruch einlegen, doch es dürfte schwer werden, die notwenige Wirksamkeit zu beweisen.

 

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