Verkaufsstopp für 80 Medikamente

Keine Gefahr für den Patienten

Das Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM) hat für rund 80 verschiedene Medikamente von 16 Herstellern Verkaufsstopps verhängt. Grund sind offenbar nicht ordnungsgemäß durchgeführte Studien für die Zulassung. Eine Gefahr für die Patienten besteht aber offenbar nicht.

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Einige Medikamente dürfen in Deutschland nicht mehr verkauft werden, da die Zulassungs-Studien offenbar manipuliert wurden.

 

Rund 80 sogenannte Generika, also Arzneimittel, die einen gleichen Wirkstoff wie ein Referenz-Produkt haben, aber von einem anderen Hersteller stammen, wurden mit einem Verkaufsstopp belegt. Generika müssen nicht die extrem harten Zulassungsbedingungen erfüllen, wie völlig neue Medikamente – denn ihr Wirkstoff ist ja bereits seit Jahren in der Praxis bewährt. Dennoch sollen 16 Hersteller bei den Studien für die Zulassung ihrer Generika gepfuscht haben.

 

Keine Gefahr für die Patienten

Die vollständige Liste der Medikamente, die nun einem Verkaufsstopp unterliegen, kann online eingesehen werden. Im Gespräch mit dem Spiegel hat der Präsident der BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) gesagt, dass allerdings trotz des Verkaufsstopps keine Gefahr für die Patienten bestehe. Sie sollten unter keinen Umständen eigenmächtig Medikamente absetzen, sondern im Zweifel ihren Arzt kontaktieren. Denn alle Mittel sind, wie bereits beschrieben, seit Jahren in der Praxis erprobt. Allerdings soll die sogenannte Bioäquivalenz nicht ausreichend getestet worden sein. In diesem Prozess wird nachgewiesen, dass die Stoffe eines Generikas ähnlich vom Körper aufgenommen und verarbeitet werden wie das Referenzmedikament.

 

Indische Firma trägt die Schuld

Das haben viele Hersteller beim indischen Unternehmen GVK Bio machen lassen. Das Unternehmen hat aber offenbar seit Jahren die Studien manipuliert. Jetzt müssen die Hersteller ihre Generika erneut testen lassen. Erst wenn eine korrekte Studie vorliegt, dürfen die Mittel wieder verkauft werden.

Bei den gesperrten Mitteln handelt es sich um Präparate, bei denen kleine Unterschiede in der Zusammensetzung keine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Deshalb müssen private Bestände auch nicht weggeschmissen werden.

 

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