Weit mehr Menschen haben Grippe als gedacht

Grippe ohne Symptome ist gar nicht so selten

Eine neue Studie aus England zeigt, dass weit mehr Menschen an Grippe erkranken, als bisher angenommen. Die meisten Grippeerkrankungen verliefen demnach unerkannt, da keine Symptome auftreten. Bei einer Grippewelle sind laut Studie bis zu 20 % aller nichtgeimpften Menschen vom Influenza-Virus befallen.

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Zur Grippe gehören Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und angeschwollene Schleimhäute dazu. Doch eine Grippe kann auch völlig ohne Symptome verlaufen und so überhaupt nicht erkannt werden.

 

Es gibt typische Grippesymptome, die wahrscheinlich jeder kennt. Sie reichen von Fieber, über Kopf- und Gliederschmerzen bis hin zu Schüttelfrost. So eine Grippe kann einen Menschen schon einige Tage außer Gefecht setzen, ist unangenehm und es kann Wochen dauern, bis sie vollkommen ausgeheilt ist.

 

Viele Grippeerkrankungen nicht erkannt

Eine neue Studie aus England zeigt nun, dass weit mehr Menschen unter den Influenza Viren leiden, als bisher angenommen. Wobei leiden wohl das falsche Wort ist, denn die Forscher konnten zeigen, dass es auch eine Grippe ohne Symptome gibt. Die meisten Menschen würden gar nicht merken, wenn sich ihr Körper mit den Viren auseinandersetzt, so die Forscher.

Das Team vom University College London zeigt in seiner aktuellen Studie, dass bei Grippewellen in den vergangenen Jahren fast jeder fünfte Mensch, der nicht gegen Influenza geimpft war, mit den Viren angesteckt wurde. Allerdings hätten drei Viertel der angesteckten das gar nicht gemerkt. Bei ihnen hätten sich keine Symptome gebildet.

 

 

Folgen der Studie

Welche Schlüsse aus der Studie nun gezogen werden müssen, bleibt unterdessen noch offen. Denn noch ist nicht klar, in wie weit die Influenza-Erkrankten ohne Symptome an der Weiterverbreitung der Viren beteiligt sind.

Klar ist jetzt jedenfalls, dass es eine deutlich größere Verbreitung der Viren in der Bevölkerung gibt und diese kaum durch staatliche Behörden überwacht, gemessen oder kontrolliert werden kann.

 

Die letzte Grippewelle in Deutschland

Grippewellen suchen immer wieder auch Deutschland heim. Die letzte große Welle rollte mit dem Schweinegrippevirus H1N1 von Oktober 2009 bis Februar 2010 über die Bundesrepublik. Das Robert Koch Institut in Berlin zählte in diesem Zeitraum 2,9 Millionen zusätzliche Arztbesuche. Ferner mussten 5.300 Menschen mit starken Grippesymptomen in einem Krankenhaus behandelt werden.

Diese Daten zeigen, dass eine Grippewelle durchaus Auswirkungen auf eine Volkswirtschaft haben kann. Deshalb haben Regierungen großes Interesse an möglichst genauen Daten über Viruserkrankungen.

 

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