Wenn Medikamente eigenhändig abgesetzt werden

Überlebenswichtige Kommunikation zwischen Arzt und Patienten

Wenn beim Arzt-Besuch ein Medikament verschrieben wird, dann hat das meistens einen guten Grund. Dennoch setzen viele Patienten ihre Medikation eigenständig ab, klagen Ärzte. Das kann fatale Folgen haben.

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Medikamente in der Hand eines Patienten.

 

Ein Arztbesuch kann bittere Wahrheiten ans Licht fördern. Die Diagnose „schlimme Herzkrankheiten“ oder „chronische Erkrankungen“ stellen das Leben des Patienten schlagartig auf den Kopf. In Folge der Diagnose verschreibt der Mediziner sehr oft mindestens ein Medikament, das Ursachen oder zumindest Symptome kurieren soll. Die Arzneimittel sind eine weitere neue, unbekannte Variable im Leben des Patienten.

 

Medikamente niemals selbst absetzen

Die regelmäßige Einnahme von Medikamenten erfordert Disziplin. Es kann zu Nebenwirkungen kommen. Nicht wenige Patienten setzen die verschriebenen Medikamente eigenhändig ab. Das kann – gerade bei Herzpatienten – teils schlimme Folgen haben. Nicht selten würden Patienten mit Luftnot ins Krankenhaus kommen, weil sie ihre Pillen nicht wie verordnet genommen hätten, klagen Ärzte. Das Institut für Pharmakoökonomie und Arzneimittellogistik (IPAM) forscht zu diesem Thema. Die Experten gehen davon aus, dass etwa 35 bis 50 Prozent der verschreibungspflichtigen Medikamente nicht richtig eingenommen würden.

 

 

Ein weiteres Problem sei, dass die Patienten aus Scham oft auch noch lügen. Dann hielte der Arzt die verschriebene Therapie für wirkungslos und ginge zu einer anderen über. So wird dem Patienten nicht geholfen, da er ständig wechselnde Medikamente einnimmt – oder eben nicht. Wer seine Medikamente nicht regelmäßig nimmt oder eigenmächtig absetzt, der sollte das seinem Arzt wenigstens anvertrauen.

 

Fehlende Kommunikation?

Ein Grund für die eigenmächtige Absetzung seien oft die Nebenwirkungen, mutmaßen Ärzte. Es kommt durchaus vor, dass durch ein Medikament kleine blaue Flecke entstehen, der Patient sich matt fühlt oder öfter auf Toilette muss. Doch das ist oft völlig normal. Der Arzt wiegt in solchen Situationen die Nebenwirkungen mit der erhofften, positiven Wirkung ab. Das gilt es dem Patienten ausführlich zu erklären, damit er weiß welche Veränderungen in seinem Körper geschehen und warum.

 

Disclaimer
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