Wer das Rauchen aufgibt, hilft auch seiner Psyche

Rauchentwöhnung hat eine ähnliche Wirkung wie Antidepressiva

Ein Rauch-Stopp ist gut für den Körper – soweit, so bekannt. Doch eine aktuelle, große Studie zeigt nun, dass außerdem auch die Psyche profitiert. Jetzt lohnt es sich also doppelt, den Glimmstängeln zu entsagen.

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Mit dem Rauchen aufhören hilft nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele.

 

Das Rauchen dem Körper schadet, dürft wirklich jedem bekannt sein. Wir lernen das von unseren Eltern, in der Schule und von der Verpackung der Zigaretten. Die Folgen reichen von Lungenkrebs bis Herzinfarkt. Wer viel raucht, tut seinem Körper wirklich keinen Gefallen. Eine neue, große Studie zeigt jetzt aber auch, dass ein Zusammenhang zwischen dem Rauchen und der Gesundheit der menschlichen Seele besteht.

 

Rauch-Stopp macht glücklich

Forscher haben diesen Zusammenhang in einer Überblicksstudie untersucht. Das Ergebnis wurde jüngst im „British Medical Journal“ veröffentlicht. Bis jetzt war der Einfluss eines Rauch-Stopps auf die Psyche des Menschen kaum untersucht worden. Das nahmen die Forscher nun zum Anlass für ihre Untersuchungen.

Die Wissenschaftler stammen von den Universitäten in Oxford und Birmingham sowie dem King’s College in London. Sie haben 26 Studien zum Thema Rauchen und dem Nikotin-Entzug genauer unter die Lupe genommen. Dabei haben sie vor allem „mittelmäßige Raucher“ untersucht. Sie waren im Durchschnitt 44 Jahre alt und rauchten etwa zehn bis 40 Zigaretten am Tag. Etwa die Hälfte waren Männer, die andere Hälfte Frauen.

 

 

Psychisches Befinden wird durch die Rauch-Abstinenz besser

Sie alle wurden vor dem versuchten Rauch-Stopp sowie mindestens sechs Wochen danach untersucht. Dabei interessierte die Forscher vor allem Themen wie Stressempfinden, seelische Belastung sowie allgemein das psychische Befinden.

Dabei zeigte sich, dass die Gruppe von Rauchern, denen das Aufhören gelang, deutlich positiver in die Zukunft blickte und weniger unter Depressionen, Stress oder Angst litt. Dieses Ergebnis gilt sowohl für psychisch gesunde als auch für psychisch kranke Raucher.

 

Neue Erkenntnis auch für Psychiater

Das ist eine neue Erkenntnis, denn bisher zögerten Ärzte oft, psychisch kranken Menschen auch noch das Rauchen zu verbieten – aus Angst, sie könnten instabiler werden. Dabei scheint ein Rauch-Stopp einen ähnlich positiven Effekt auf die Patienten zu haben wie Anti-Depressiva.

Nun hoffen die Forscher, dass ihre Studie mit falschen Vorstellungen aufräumt. Noch immer glauben viele Menschen, Rauchen sei entspannend und entlaste somit auch die Seele. Das Gegenteil wurde nun gezeigt.

Das warum bereitet den Wissenschaftlern aber noch Kopfschmerzen. Wie der Zusammenhang genau zustande kommt und wie er funktioniert, konnte die Studie leider nicht zeigen.

 

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